Infoveranstaltung in Gröbenzell

Gemeinsam gegen Hochwasser

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Bürgermeister Martin Schäfer (links), Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, des Wasserwirtschaftsamtes sowie die Feuerwehr standen Rede und Antwort zum Thema Hochwasser.

Das Interesse der Gröbenzeller an der Info-Veranstaltung mit dem Thema „Hochwasser Gröbenzell – Was heißt das für uns Gröbenzeller?“ war riesengroß.

Gröbenzell – Kein Platz war mehr frei im Saal des Bürgerhauses, sodass etliche der 150 Besucher stehen mussten.

Bürgermeister Martin Schäfer hatte am 13. Juli eingeladen, über das vorläufig gesicherte Überschwemmungsgebiet in der Gemeinde sowie über Maßnahmen zum Hochwasserschutz zu sprechen. Mit Florian Klein, Martin Stibli und Beate Belau nahmen drei Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes, mit Claudia Andexer eine Vertreterin des Landratsamtes, sowie mit Günter Pauly, Georg Hörl, Margit Schaller und Tomislav Skaric vier Vertreter der Gemeinde und mit Christian Weirauch der Kommandant der Gröbenzeller Feuerwehr auf dem Podium Platz.

Einzelanfragen abgeblockt

Bereits vor anderthalb Jahren hat das Brucker Landratsamt die möglichen Überschwemmungsgebiete in der Gemeinde bekannt gemacht. Seitdem konnten sich die Bürger darüber informieren, ob ihr Grundstück in einem gefährdeten Überschwemmungsgebiet liegt. „Wir können heute Abend nicht auf Einzelgrundstücke eingehen“, blockte Schäfer Einzelanfragen gleich ab. Gleichwohl fanden die Besucher auf ihren Plätzen Papiere vor, wo sie ihre Fragen formulieren konnten, auf die die Podiumsmitglieder im zweiten Teil eingingen.

Gröbenzell besonders gefährdet

Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass es wichtig sei, aktiv vorzusorgen, um die Wasserschäden zu minimieren. Gröbenzell sei mit den drei Bächen, Starzelbach, Gröbenbach und Ascherbach, nahezu prädestiniert für Überflutungen. Auch wenn die Gemeinde in der jüngsten Vergangenheit vor allzu großem Hochwasser verschont geblieben sei, sollten Gemeinde und Bürger doch gewappnet sein und entsprechende Schutzvorkehrungen treffen. Mit dem Amperverband bestehe die kommunale Arbeitsgemeinschaft „umfassendes Hochwasserschutzkonzept“ bestehend aus den Städten Olching und Puchheim sowie den Gemeinden Alling, Eichenau und Gröbenzell, die sich die Erarbeitung eines interkommunalen Hochwasserschutzkonzeptes zur Aufgabe gemacht hätte.

Dreistufiges Hochwasserrisikomanagement

„Das gemeinsame Ziel muss sein, bestehende Risiken zu reduzieren“, sagte Florian Klein, Abteilungsleiter vom Wasserwirtschaftsamt, der zunächst das Überschwemmungsgebiet vorstellte und den Zuhörern mitteilte, was sie aus Sicht der Wasserwirtschaftsamtes vorbeugend tun können. Er machte deutlich, dass insbesondere bei Kleingewässern wie den Gröbenbach das Hochwasser nur sehr schwer abschätzbar sei. Daher ist es erforderlich, geeignete Strategien für einen planvollen Umgang mit dem Hochwasserrisiko zu entwickeln, erläuterte Klein das Hochwasserrisikomanagement, das eine dreistufige Vorgehensweise vorsieht.

Versicherung empfohlen

Trotz der Risiken im vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet wurde aber kein Bauantrag bisher von der Gemeinde abgelehnt. Allerdings ist neben einer Baugenehmigung eine wasserrechtliche Genehmigung einzuholen. Zwar steigen die Grundstücke im Wert wie überall, beantwortete Schäfer auf die Auswirkungen auf den Grundstückswert, aber wer ein Grundstück habe, auf dem er nicht bauen könne, der werde ein Problem haben.

Da ab ersten Juli 2019 nicht mehr mit finanziellen Soforthilfen durch den Freistaat geholfen wird, wenn die durch Hochwasser entstandenen Schäden versicherbar gewesen wären, riet Klein, unbedingt eine Versicherung gegen Hochwasser abzuschließen.

Dieter Metzler

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