Das eigene Auto stehen lassen – Fahrrad, Carsharing und Mobilitätsstationen helfen dabei

Viele Wege zur Verkehrswende

Thomas Holzmüller, Fachbereichsleiter Mobilität von Ziel 21 und Constanze Neumann, Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Maisach.
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Die Gemeinde Maisach betreibt bereits ein Car-Sharing-Modell, das sehr gut angenommen wird und als gutes Beispiel für andere Gemeinden dienen kann. Das Bild zeigt Thomas Holzmüller, Fachbereichsleiter Mobilität von Ziel 21 und Constanze Neumann, Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Maisach.

Carsharing, Leihräder, neue Fahrradwege, nutzerfreundliche Bezahlsysteme beim ÖPNV – es tut sich eine Menge in Sachen Mobilität im Landkreis. Ziel ist, den motorisierten Individualverkehr zumindest einzudämmen, und mit ihm verstopfte Straßen, Parkplatznot und CO2-Emissionen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Aspekte der Verkehrswende:

Mobilitätsstationen sind in immer mehr Gemeinden geplant. Als Knotenpunkte von Bahn, Bus, Auto und Rad bieten sie den Nutzern maximale örtliche und zeitliche Flexibilität. An Mobilitätsstationen kann man zum Beispiel von der S-Bahn ins E-Auto oder aufs Leihfahrrad umsteigen. Gebucht wird bequem per App.

Nicht weniger als elf Landkreis-Kommunen haben sich zur Einrichtung von Mobilitätsstationen entschlossen, darunter die Städte Fürstenfeldbruck, Maisach, Mammendorf, Germering, Olching und Puchheim, aber auch kleinere Gemeinden wie Landsberied, Jesenwang und Grafrath. Zum Verzicht auf ein eigenes Auto – zumindest auf den Zweitwagen – motivieren in einigen Orten attraktive Carsharing-Angebote.

Ein Beispiel ist Maisach, wo seit März ein E-Auto an der Ladesäule vor dem Rathaus steht und dort ausgeliehen werden kann. Eine zweistellige Anzahl an Nutzern hat sich bereits registriert, darunter auch eine Firma, deren Mitarbeiter das Auto fahren. Zudem bietet Maisach seit Oktober ein zweites Car-Sharing-Angebot von Stattauto am Bahnhof an.

In der Corona-Zeit sind viele aufs Fahrrad oder E-Bike umgestiegen. Beim Ausbau des Radwegenetzes ist in den letzten Jahren im Landkreis „schon ein großer Schritt gemacht worden“, lobt Thomas Holzmüller. Doch der Fachbereichsleiter Mobilität beim Energiewendeverein Ziel 21 stellt auch klar: „Es muss noch viel mehr gemacht werden.“ Er kann sich zum Beispiel vorstellen, die Notrettungswege entlang von Bahnstrecken zu Radwegen auszubauen. Das hätte eine Reihe von Vorteilen, so Holzmüller. Das meist ebene Gelände an Bahntrassen eignet sich gut zum Radfahren, es müssten keine neuen Flächen versiegelt werden und nicht zuletzt: „Wer eine Panne hat, kann relativ leicht auf die Bahn umsteigen.“

Unterdessen gibt es auch beim MVV neue Ansätze. Um für Gelegenheitsnutzer attraktiver zu werden, wurde das smartphonebasierte Pilotprojekt „Swipe + Ride“ gestartet. Dabei wird der Fahrpreis auf Basis der Luftlinienentfernung ermittelt – sprich, man zahlt nur noch die Strecke, die man tatsächlich gefahren ist. Abgerechnet wird nach der Fahrt automatisch per App, die Zahlung erfolgt über eine bei der Registrierung hinterlegte Kreditkarte. 

Ziel 21 bietet zu diesem Thema kostenlose Beratungen an. Bei Fragen wenden Sie sich an Telefon 08141/519225 oder per E-Mail an info@ziel21.de

Fördergelder für E-Autos

Wer sich ein Elektroauto kauft, kommt derzeit in den Genuss attraktiver Fördermittel. So zahlt der Staat bis zu 6000 Euro Umweltbonus für die Anschaffung eines E-Autos, das bis zu 40.000 Euro kostet. Hinzu kommen Kaufprämien von Herstellern, so dass der Kunde auf insgesamt 9000 Euro Förderung kommen kann. Zuschüsse erhält man auch für den Kauf gebrauchter E-Fahrzeuge, vorausgesetzt, sie sind nicht älter als zwölf Monate und sind noch nicht beim Erstkauf bezuschusst worden.

Um die Ladeinfrastruktur zu verbessern, wird auch die Anschaffung und Installation von Wallboxen für private Nutzer vom Bund gefördert. Der Satz liegt pro Wallbox bei 900 Euro. Allerdings muss es sich um gelistete Modelle handeln, die über eine Abschaltvorrichtung verfügen und mit Ökostrom betrieben werden. Auch der Freistaat Bayern fördert Wallboxen, wenn sie zusammen mit einer Dach-PVAnlage mit Speicher installiert werden.

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