Ein 31-Jähriger betrieb einen Holzkohlegrill in der Wohnung

Holzkohlegrill im Wohnzimmer: Familie nach Kohlenmonoxidvergiftung im Krankenhaus 

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Die Feuerwehr sicherte die Landung des Rettungshubschraubers ab. 

Gröbenzell - Einen Großeinsatz an Rettungskräften verursachte am Mittwoch, 8. April gegen 20.15 Uhr, ein 31-Jähriger, als er in Gröbenzell für seine Familie ein Holzkohlengrill im Wohnzimmer betreiben wollte.  Der Rettungsdienst war bei der Versorgung zweier bewusstloser Kinder durch die standardmäßig mitgeführten Kohlenmonoxidwarngeräte auf erhöhte Konzentrationen in dem betroffenen Haus aufmerksam geworden und alarmierte die Gröbenzeller Feuerwehr.

Den Notruf konnte er noch absetzen, als seine beiden Kinder im Wohnzimmer ohnmächtig wurden, trotzdem musste die Feuerwehr Gröbenzell eine Tür aufbrechen, um zu dem 31-Jährigen, seiner Frau und den drei und fünf Jahre alten Buben der Familie zu gelangen. Alle Vier wurden sofort auf die Straße an die frische Luft gebracht und notärztlich versorgt. Der fünfjährige Sohn war lange bewusstlos, bei allen Vier bestand zunächst Lebensgefahr. Ein weiterer Bewohner des Hauses war glücklicherweise nicht anwesend. Der Grill wurde gelöscht.

Fünfjähriger Sohn und Mutter wurden in die Uniklinik Ulm geflogen

Ferner sicherte ein Löschfahrzeug der Feuerwehr die Landung des Rettungshubschraubers am Freizeitheim und brachte dessen Besatzung zur Einsatzstelle. Der fünfjährige Sohn und die Mutter wurden mit dem Hubschrauber in das Uniklinikum Ulm geflogen, der Vater sowie der dreijährige Sohn kamen mittels Rettungswagen in Münchner Krankenhäuser.

Die Feuerwehr Gröbenzell eilte mit der größten möglichen Stärke zur Hilfe, vier Rettungswägen, zwei Notärzte und ein Kindernotarzt, ein Rettungshubschrauber sowie ein Einsatzleiter des Rettungsdienstes kamen zum Einsatz, zudem von der Polizei eine Gruppe des Einsatzzuges der Operativen Ergänzungsdienste Fürstenfeldbruck und eine Streife der Polizeiinspektion Olching.

Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet

Strafrechtlich erwartet den Familienvater jetzt ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung, bei dem sein Kenntnisstand über die physikalischen und chemischen Folgen seines Handelns über mögliche Qualifizierungen zu schwereren Straftat-Vorwürfen entscheidet.

Polizei: "Grillfeiern in geschlossenen Räumen gefährden Leben"

Die Polizei warnt: In geschlossenen Räumen führt jede Art von offenem Feuer ohne vollständige Abluft zu einem rasch lebensgefährlich giftigen Kohlenmonoxid-Luft-Gemisch anstelle der normalen Atemluft. Dies gilt auch für Holzkohle-Grill oder Gas-Grill. Die Verlagerung von derzeit untersagten Grillfeiern in geschlossene Räume gefährdet das Leben aller Anwesenden, sowie eventueller übrigen Hausbewohnern.

red

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