Viscardi-Gymnasium steht weiter zum Hilfsprojekt Oaxaca - Mexikanischer Projektleiter im Brucker Westen

Die „Oaxaca AG“ im Viscardi mit geschriebenen und gemalten Grüßen für Mexiko: (v.li.) Teresa Emilian, Carola Pollok, Anna Greil, Alina Sturm, Hendrik Oberweg, Besucher Felipe Sanchez Rodriguez, Gisela Burmester und Ramona Rodriguez Rivero. Foto: Günter Schäftlein

Schon 16 Jahre lang unterstützt das Gymnasium im Brucker Westen das von Felipe Sanchez Rodriguez geleitete Hilfsprojekt „Zukunftswerkstatt Oaxaca“ (sprich: Oachaka). Dort, im Elendsviertel des süd-mexikanischen Stadtstaates Oaxaca ist die unterstützte Erziehungskombination aus KiGa und Schule zu Hause.

Am Spendenaufkommen ist Viscardi jährlich mit rund 6500 Euro - das sind 70 Prozent - beteiligt. Projektleiter Felipe Sanchez kam jetzt zu Besuch ins Viscardi. Als Dankeschönreise für die langjährige, unterstützende Verbundenheit. Aber auch, um die in der ‚Oaxaca Arbeitsgemeinschaft’ beteiligten 8. bis 10. Klassen, ihre Lehrkräfte, die Elternvertreter, aber natürlich auch Schulleiter Walter Zellmeier Auskünfte über die Fortschritte des Projekts und Verbleib der Zuwendungen zu geben. Offen bekannte Sanchez Rodriguez - der sehr gut Deutsch spricht - die schulischen Schwierigkeiten. Daß man derzeit im Elendsviertel „nicht über die Kraft und das Personal verfüge, um den Einflusskreis zu erweitern.“ Heranwachsende Jugendliche würden von der Regierung in Mexiko oft vergessen. Sie wären eine schwierige „Altersetappe“, so zwischen Schule und Beruf - und manchmal ohne alles, als „Nini’s“. Und davon gäbe es unter 105 Millionen Mexikanern statistisch 16.000 als ein ideales Potential für die Kriminalität. „Wir, als von der Kommune anerkannte Schuleinrichtung können nicht garantieren, dass jedes unserer betreuten Kinder studieren wird!“ Wichtig wäre, dass die Kinder/Jugendlichen lernten, Verantwortung zu übernehmen. Es gibt Computerkurse im schulischen Alltag. Und Aufklärung über menschliche Allgemeinrechte. Aber noch größere Freude - „Da sind alle ganz pünktlich da!“ - löst man mit der gegründeten Tanzgruppe aus, mit 100 Teilnehmern und mehr. Denn es sind Tänze aus der Azteken-Überlieferung, von den Indio-Völkern der Zapotecos und Mixtecos. „Unsere Erziehung soll auch die kulturellen Herkünfte und Werte bewahren.“ Computerkurse und Tanzgruppe sind für alle Teilnehmer kostenfrei. Das Oaxaca-Projekt veranstaltet Elterntreffen, macht jährlich einen Ausflug und feiert ein „großes Klausurfest“. Dabei kommt bei aller Bedürftigkeit viel von der mexikanischen Lebensfreude auf. Zum Abschlußgespräch im Viscardi überreichten die hiesigen Projektlehrerinnen Teresa Emilian und Carola Pollok sowie Schüler als Erinnerungsgeschenk für die Schüler in Zentralamerika bemalte Briefe und Zeichnungen. Felipe Sanchez Rodriguez, 48, war zwischen 1986 und 1992 in Deutschland, bildete sich sprachlich aus. Obwohl dass ihn vermittelnde Arbeitsamt in der BRD ihm die Beschäftigung als ‚Metzger’ empfahl, zog er den pädagogisch-sozialen Weg vor. Ihm schwebt der freiheitliche Rechtsstaat als oberste Maxime vor: „Ohne Waffen - jedoch mit Erziehung zu erreichen.“ Die am Gespräch teilnehmenden Viscardi-Schüler, nach ihrer Motivation für die „Oaxaca AG“ befragt, sahen einen guten und direkten Kontakt zu den Mexikanern und argumentierten „Hilfe muß ja nicht immer nur für Afrika sein.“ Diese Mexiko-Hilfe kam wesentlich auch über die Verbindung zur Mitbegründerin und heutigen Sozialpädagogin Swantje Burmester in Siegertsbrunn zustande.

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