Gemobbt, gedisst, beleidigt

Viscardi Schüler präsentierten Kurzfilm über Cybermobbing

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Das Filmteam des Gymnasiums bei der Premiere von ,,Abseits“ im Scala (von links): Valentin Eckmann, Benedikt Bucher, Christian Tröpper, Alexandra Stumbaum und Julian Kühne

Mobbing oder Cybermobbing via Handy ist immer wieder ein trauriger Bestandteil des Schulalltags. Ob in Grund- oder in weiterführenden Schulen – das Problem ist nicht von der Hand zu weisen.

Fürstenfeldbruck – Die Auswirkungen des Mobbings auf die Betroffenen sind enorm und kann zu Schulangst bis hin zu völliger Abschottung führen. Dem wollten Viscardi-Schüler durch einen eigen produzierten Film zum Thema entgegenwirken.

Beleidigungen per Whatsapp

Der Kurzfilm ,,Abseits“ feierte am 13. Juli im Brucker Kino ,,Scala“ vor über einhundert Jugendlichen des Viscardi-Gymnasiums seine Premiere. Die Eigenproduktion macht auf die zunehmende Problematik des Cybermobbings aufmerksam und zeigt auf beeindruckende Weise, welche psychischen Folgen (Cyber-)mobbing haben kann. Oft sind sich die ,,Täter“ gar nicht bewusst, was sie mit kleinen Hänseleien anrichten. Der Hauptdarsteller der Films, überzeugend gespielt von Christian Pröpper (7. Klasse), erhält nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause ständig beleidigende Nachrichten per Whatsapp, die schließlich so weit gehen, dass sein Platz in der Schule eines Tages leer bleibt....

Film  zeigt seine Wirkung

Die Stimmung im Kinosaal 1 ist gedrückt, als die Leinwand schwarz wird. Der Film zeigte wohl seine bewegende Wirkung auf die Zuschauer, die sich aus den Klassen fünf bis acht zusammensetzten. Das Drehbuch zum Film schrieb der Zehntklässler Valentin Eckmann, der die Idee dazu von einer SMV-Tagung mitbrachte. Er führte auch Regie und schrieb die Musik dazu. Um den Schnitt kümmerte sich Benedikt Bucher, der dafür über 150 ,,Schnittstunden“ investierte. ,,Alles abends und in der Nacht“, sagte er. Zur Vorbereitung für das Filmprojekt habe man viel im Internet recherchiert und sich mit echten Betroffenen auseinandergesetzt.

Unterstützung von Lehrerin und Kinoleiter

Unterstützung bekam die Gruppe von Lehrerin Alexandra Stumbaum, die das private Engagement der jungen Filmemacher lobte. Der Kinoleiter Markus Schmölz war von dem Projekt so begeistert, dass er die Dreharbeiten unterstützte und den Film kostenlos auf der großen Leinwand vorführte.

Offenes Ende soll zum Nachdenken anregen

Nach der Vorstellung konnten die Schüler noch einige Fragen an das Filmteam stellen. Ein Mädchen wollte wissen, warum das Ende des Films offen bleibt, warum man nichts über das Schicksal des Gemobbten erfährt. ,,Der Film endet bruchartig, damit die Leute zum Nachdenken angeregt werden und sich fragen, was mit dem Mobbingopfer passiert und wie man selbst damit umgehen würde, wenn man betroffen wäre“, erklärte Valentin Eckman. ,,Warum hat sich Christian niemandem anvertraut“, lautete ein Frage aus dem Publikum: ,,Als Mobbingopfer ist es oft schwierig, sich an jemanden zu wenden. Es passiert schnell, dass man Probleme in sich hineinfrisst.“ Ein respektvoller Umgang sei deshalb sehr wichtig.

Der Kurzfilm ist auf der Homepage des Viscardi-Gymnasiums unter www.viscardi-ffb.de abrufbar.Nicole Burk

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