Seltene Falkland-Karakaras wurden am 11. August wegen ungeklärtem Herkunftsnachweis von Amts wegen eingezogen 

Falkner im Vogelpark Olching machtlos gegen Beschlagnahmung 

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Falkland-Karakara aus dem Vogelpark Olching. Diese Vögel zählen zur Spezies der Geierfalken, die nur auf den Falklandinseln oder auf den vorgelagerten Inseln Feuerlands vorkommen. 

Olching – Große Aufregung herrschte in den vergangenen Tagen im Vogelpark Olching. Der Grund: Zwei im Februar 2015 von Vogelpark-Mitarbeiter Sascha Kuchenbaur von einem privaten Züchter aus Luxemburg erworbene Falkland-Karakaras wurden am elften August vom Veterinäramt abgeholt. Die Behörde hatte vor ca. fünf Wochen die beiden Greifvögel beschlagnahmt, weil sie angeblich illegal erworben wurden. Nun wurde die Vollstreckung der Maßnahme durchgeführt. Der Verein wehrt sich gegen den Vorwurf des illegalen Tierhandels, war gegen die amtlich angeordnete Einziehung aber machtlos.

 Die Beschlagnahmung begründet das Veterinäramt hauptsächlich damit, dass der Vogelpark nicht nachweisen kann, wer der Vorbesitzer der Tiere ist, auch wenn Kuchenbaur beteuert, die Greifvögel in gutem Glauben von einem seriös wirkenden Händler erworben zu haben. Fakt ist allerdings, dass der Verkäufer eine falsche Adresse in den Papieren angegeben hat, dass die Telefonnummer, die Anfang des Jahres noch funktionierte, nicht mehr erreichbar ist, und dass die Email-Adresse ebenso ins Nichts führt. Selbst Kuchenbaur, der die Vögel auf eigene Kosten gekauft und dem Vogelpark geschenkt hat, ist sich inzwischen sicher, dass er einem Betrüger aufgesessen ist. Mysteriös erscheine allerdings auch der Übergabeort der Tiere auf einem Autobahnrastplatz. Kuchenbaur glaubt nicht, dass es sich um illegal gefangene Wildtiere handelt. Wer reise schon bis auf die Falklandinseln, um zwei vergleichsweise nicht wertvolle Vögel einzuschmuggeln, argumentiert er. Nachzuchten sind in Deutschland keine Seltenheit und werden zu Preisen zwischen 1.000 und 1.300 Euro gehandelt. „Wenn jemand Vögel einschmuggeln wollte, würde er sich wertvollere Tiere aussuchen“, so Kuchenbaur. 

Aufgrund anderer Vorfälle und Verstöße in der Vergangenheit ist die Kreisbehörde gegenüber dem Vogelpark misstrauisch geworden. Im Falle des Karakara-Pärchens steht fest, dass die Papiere gefälscht sind. Die Gesetze verlangen dagegen, dass bei besonders geschützten Arten wie bei Geierfalken ein Herkunftsnachweis erbracht werden muss. Und das sei hier eindeutig nicht der Fall, so das Veterinärsamt. Ziel dieser Forderung nach einem genauen Herkunftsnachweis ist die Unterbindung des Handels mit solchen Tieren. Deshalb sei ganz jenseits aller sonstigen Argumente auch die Einziehung der Vögel in Olching angebracht: Jeder denkbare weitere Handel müsse unmöglich gemacht werden.

 So erschien der Leiter des Veterinäramtes Hans Werner Merk am Vormittag des elften August in Begleitung eines externen Falkners und eines Polizeibeamten, um die beiden Vögel abzuholen. „Die Vögel sind momentan Eigentum des Freistaates, wenn ihnen beim Einfangen etwas zustößt, dann wäre ich auch noch schuld“, weigerte sich Kuchenbaur, die Vögel nach Aufforderung des Amtstierarztes selbst einzufangen. Über die Rechtsmäßigkeit der Beschlagnahme muss das Verwaltungsgericht entscheiden, an das sich Kuchenbaur gewandt hat. Zumindest bis zu einem Urteil hätte man die Einziehung der Karakaras doch aufschieben können, zeigte sich Kuchenbaur enttäuscht, dass die im Eilverfahren beantragte aufschiebende Wirkung nicht hergestellt wurde. Kuchenbaurs Anwältin Fee Huber hofft, dass das Verwaltungsgericht die Unverhältnismäßigkeit der Einbeziehung bestätigt, ansonsten behält sich Kuchenbaur weitere rechtliche Schritte vor. 

Dieter Metzler

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