Mit voller Windkraft voraus - Veranstaltung in FFB

Die jüngste Aussage von Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP), die Laufzeit für die bayerischen Kernkraftwerke über das Jahr 2020 hinaus zu verlängern, habe sie sehr verärgert, sagte die Brucker SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnenholzner bei einer Informationsveranstaltung über die Nutzung von Windkraft. Die Vorsitzende des SPD-Arbeitskreises für Umwelt und Gesundheit sprach sich für einen klaren Ausstieg aus der Atomkraft aus. Bayern brauche keine Verlängerung der Restlaufzeiten von Atomkraftwerken, so Sonnenholzner. Sie forderte verstärkt den Ausbau aller Formen von regenerativen Energien, besonders der Windkraft.

„Ja zur Windkraft“, so lautete dann auch das Thema der Veranstaltung, zu der die SPD-Kreistagsfraktion am vergangenen Donnerstagabend in den Foyer-Raum der Gaststätte Fürstenfelder eingeladen hatte. Der Unternehmensleiter der Ostwind Gruppe, Ulrich Lenz aus Regensburg, erläuterte den ca. 30 Zuhörern, unter ihnen u. a. der stellvertretende Landrat Dr. Peter Braun, der SPD-Bundestagskandidat Peter Falk, sowie Olchings Bürgermeister Andreas Magg (SPD) und Maisachs Bürgermeister Hans Seidl (CSU), die Vorteile von Windkraftanlagen. Sonne, Wind und Wasser bilden ein unerschöpfliches Potential für eine nachhaltige Energieversorgung. Angesichts des zunehmenden Energiebedarfs, der drohenden Klimaveränderung und knapper werdender Ressourcen könne es sich Bayern nicht leisten, an der Windenergie vorbeizugehen, meinte Lenz. Im Vergleich zu den neuen Bundesländern, beispielsweise zu Sachsen-Anhalt, wo der Windstromanteil schon über 44 Prozent betrage, liege Bayern mit nur über 0,8 Prozent Windstromanteil noch weit hinten, informierte Lenz. Die Mehrheit der Bevölkerung stehe Windkraftanlagen aber positiv gegenüber, berichtete der Unternehmensleiter, dessen Firma seinerzeit aus dem Wackersdorf-Widerstand entstand. Zweidrittel der Bundesbürger sprechen sich für eine deutliche Erhöhung des Anteils der Windenergie an der Stromversorgung in Deutschland aus. Er gebe zu, dass Windparks das Landwirtschaftsbild verändern, aber eben nur verändern und nicht verunstalten, betonte Lenz. Schallemission und Schattenwurf stellen heutzutage kein Problem mehr dar, berichtete der Fachmann weiter. So werden sämtliche umweltrelevanten Fragen der teilweise bis zu 120 Meter langen Masten und Rotoren im Baugenehmigungsverfahren intensiv überprüft. „Das dauert häufig bis zu einem Jahr“, sagte Lenz. Tiere hätten keine Angst vor den großen Rotoren, Vögel würden unterschiedlich darauf reagieren, so der Firmenchef. Im „Land des Laptops und der Lederhose“ könne man auf die Nutzung der Windenergie seiner Meinung nach schon allein auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht verzichten, so der Chef des in Regensburg ansässigen Unternehmens. Mit den Anlagen werden neue Arbeitsplätze in der Region geschaffen, die Gewerbesteuereinnahmen fließen und die Grundstücksbesitzer verdienen sich durch die Verpachtung ein nicht unerhebliches Zubrot. Vor dem Hintergrund der stark wechselnden Kohle- und Ölpreise sowie der Strom- und Gaspreiserhöhungen sollte der Ausbau der erneuerbaren Energien noch schneller vonstatten gehen. „Erneuerbare Energien sind wie eine Versicherung gegen zu hohe Energiepreise“, meinte Lenz. Das Magische Dreieck der Energiezukunft laute: sicher, bezahlbar und energiefreundlich, so Lenz. Windkraft bezeichnete Lenz als Treibstoff für die Zukunft. Jede neu installierte Anlage vermeide 4.300 t CO2, versorge 1.500 Haushalte, produziere 25 Jahre und ist in 25 Tagen wieder komplett abgebaut. Erst sieben Prozent des gesamten deutschen Stromverbrauchs werde von der Windenergie abgedeckt, informierte Lenz. Bis zum Jahre 2020 will man in Bayern den Stromanteil aus erneuerbaren Energien von heute 20 Prozent auf 30 Prozent erhöhen. Zum Ziel hat sich die Erneuerbare Energie-Branche bis dahin gar 47 Prozent gesetzt. „Das schaffen wir, man muss uns nur machen lassen“, meinte Lenz dazu. Auch im Landkreis könne man durchaus Windparks betreiben, so Lenz ohne sich dabei allerdings auf Standorte festlegen zu wollen.

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