Puchheimer Volksfest

Katharina Schulze teilt bei "Politik im Festzelt" Kritik aus

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Stießen auf „Politik im Festzelt“ an (von rechts): Spitzenkandidatin der Grünen für die Europawahl Henrike Hahn, Bürgermeister Norbert Seidl und Katharina Schulze.

Mit einem lang gezogenen „Hallo Puchheim“ betrat Katharina Schulze bei der Politik im Festzelt auf dem Puchheimer Volksfest die Bühne.

Puchheim – Und auch sonst gab sich die Vorsitzende der Landtags-Grünen ab und an wie ein Rockstar. Politisch teilte sie dabei kräftig aus – was bei den Zuhörern gut ankam.

Nach Markus Söder und Natascha Kohnen nun also Schulze auf dem Puchheimer Volksfest. Überrascht sei er gewesen, als Bürgermeister Norbert Seidl ihn gefragt habe, ob die Grünen die Veranstaltung diesmal bestreiten wollen, erzählte Manfred Sengl, Sprecher der Grünen-Ortsvereins. „Aber dann hab ich mir gedacht: Wir sind dran.“ Davon würden die Puchheimer Wahlergebnisse der Partei bei der Landtagswahl zeugen.

Bürgermeister Seidl bei den Grünen?

Eine Ansicht, die auch Schulze teilte: „Puchheim und Grün – das passt einfach.“ Und sogar Seidl überraschte mit einem Geständnis: „Wenn ich genetisch nicht sozialdemokratisch vorprogrammiert wäre, könnte ich mir auch eine andere politische Heimat vorstellen.“ Schulze konterte schlagfertig: „Mitgliedsanträge liegen auf den Tischen aus.“

Zuvor war die Grünen-Abgeordnete aber auch mit Seidls SPD hart ins Gericht gegangen. „Richtig sauer“ sei sie auf die Partei. Der Grund: Obwohl die Sozialdemokraten den Außenminister stellen, schaffen sie es nicht, einen Abschiebestopp nach Afghanistan zu verhängen. „Es ist schade, dass sich die SPD hier nicht gegen die CDU/CSU durchsetzt.“

Langsamkeit der CSU und Freien Wähler

Aber auch mit der anderen Hälfte der Groko und vor allem mit der bayerischen Landesregierung rechnete Schulze ab. Der Name des Buchs „Die Entdeckung der Langsamkeit“ sei ein passender Titel für das Regierungsprogramm der CSU und Freien Wähler. Flächendeckenden Mobilfunk, Glasfaserkabel in jedes Haus? Dabei würden die „digitalen Flachwurzler“ Söder, Aiwanger und Scheuer eine miese Bilanz aufweisen.

Politik, die Mut gibt

Überhaupt Scheuer: „Was er anpackt, verwandelt sich automatisch in Mist“, sagte Schulze. Die Menschen würden eine Politik wollen, die ihnen Mut gibt, statt Angst zu machen. Die „Fridays for Future“-Bewegung zeige, dass die Jugend Lust auf die Zukunft hat. „Wenn die Regierung ihre Hausaufgaben machen würde, müssten die Schüler nicht streiken“, sagte die Grünen-Politikerin zur Kritik an den Jugend-Demos.

Landtag trieft vor Testosteron

Auch das heuer 100-jährige Bestehen des Frauenwahlrechts griff Schulze auf. Das Thema sei immer noch akut. „Im Bundes- und im Landtag trieft es vor Testosteron“, sagte Schulze und forderte mehr Parität. Und nicht zuletzt riefen die Grünen-Fraktionschefin und die ebenfalls anwesende Spitzenkandidatin der Partei für Europawahl, Henrike Hahn, dazu auf, bei der Wahl am 26. Mai Europa nicht die kalte Schulter zu zeigen.

Nicht meckern sondern machen

„Der Berxit zeigt: Nationalismus führt zu Chaos“, sagte Schulze. Man brauche eine neue Politik, keine neuen Grenzen. „Wir brauchen mehr Europa, nicht weniger Europa“, betonte Schulze. Und Hahn rief zum Schulterschluss gegen die rechtsaußen situierten Parteien auf. Unter lautem Applaus erklärte Schulze abschließend: „Man bekommt die Welt nicht besser gemeckert, man muss sie besser machen.“

Andreas Daschner

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