In jüngeren Händen

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Der neue Vorstand: (hintere Reihe) Geschäftsführerin Jutta Sellin und Franz Höfelsauer (Ehrenobermeister); (mittlere Reihe): Beisitzer Josef Bihler, Brigitte Schmitt und Hugo Fritz; (vordere Reihe): Obermeister Werner Nau und sein Stellvertreter Ulli Drexler.

Fürstenfeldbruck – Die Bäckerinnung des Landkreises Fürstenfeldbruck hat einen neuen Obermeister. Werner Nau aus Grunertshofen wurde in der Jahresversammlung der Bäcker am achten Oktober im Hotel Post einstimmig zum Nachfolger von Franz Höfelsauer gewählt. Stellvertreter des neuen Obermeisters ist Ulli Drexler aus Jesenwang. Komplettiert wird die Vorstandschaft durch die drei Beisitzer Brigitte Schmitt (Germering), Josef Bihler (Olching) und Hugo Fritz (Eichenau). Franz Höfelsauer wurde unter dem Beifall der Mitglieder zum Ehrenobermeister gekürt.

„Es ist der Tag gekommen, wo die Innung in neue Hände übergehen soll“, sagte der scheidende Obermeister Franz Höfelsauer schon mit ein wenig Wehmut in der Stimme. „20 Jahre habe ich die Innung geführt. Es war eine konstruktive und menschlich tolle Zeit. Doch es ist auch an der Zeit, die Innung in jüngere Hände zu geben.“ Stolz mache ihn, dass die Innung problemlos eine neue Mannschaft zusammenstellen konnte. „Das ist nicht alltäglich“, meinte der 63-jährige Höfelsauer, der vor zwei Jahren bereits seinen Bäckerbetrieb aufgegeben hatte. So gebe es in Landsberg beispielsweise keine Bäckerinnung mehr, berichtete Höfelsauer, weil sich kein Nachfolger für den scheidenden Obermeister fand. „Die haben sich der Innung in München angeschlossen.“ 

Über eine Milliarde 

Vor den Neuwahlen gab Höfelsauer ein letztes Mal seinen Rechenschaftsbericht ab. Dabei ließ er noch einmal die Aktivitäten der Innung im zurückliegenden Jahr Revue passieren, wie zum Beispiel den Berufs-Infomarkt, die Brotprüfung, die Freisprechungsfeier, die Auszeichnung mit dem Anton-Hoch-Preis, die Feierlichkeiten zu 20 Jahre Brucker Land und die bevorstehende Stollenprüfung am 27. November. Höfelsauer ging auch auf die eigentlich wirtschaftlich gute Lage der Betriebe ein und bezeichnete das Handwerk mit 3574 Betrieben, 867 Auszubildenden und über 10.000 Beschäftigten sowie einem Umsatz von über einer Milliarde Euro als starke Wirtschaftskraft im Landkreis. Sorgen bereiten dem scheidenden Obermeister allerdings die geringen Lehrlingszahlen. Der scheidende Obermeister, der für die CSU im Brucker Stadtrat und im Kreistag sitzt, wird der Innung nicht ganz den Rücken kehren. Er wird der neuen Vorstandschaft als „Beauftragter für die Innungen“ noch eine Weile zuarbeiten und Geschäftsführerin Jutta Sellin unterstützen. Das wurde im Vorfeld im Einvernehmen mit den Obermeistern der fünf Brucker Innungen beschlossen. Der neue Obermeister Werner Nau dankte den Mitgliedern für das große Vertrauen und bat sie zugleich um Unterstützung. Er werde schon so zwei, drei Jahre brauchen, meinte er, bis er das Geschäft beherrsche und so lange Reden halten kann, wie sein Vorgänger. „Ich hoffe aber, dass wir weiterhin so gut zusammenhalten.“ 

Großer Respekt 

„So einfach kommst Du uns nicht davon“, richtete der wiedergewählte stellvertretende Obermeister Ulli Drexler das Wort an den scheidenden Obermeister. „Was Du für uns in den vergangenen 20 Jahren neben Deiner Arbeit als Bäcker getan hast, verdient großen Respekt und Anerkennung. Wir sind froh, dass Du das Kapitel in diesem Buch nicht ganz zuschlägst, sondern uns noch weiterhin mit Deiner Erfahrung zur Verfügung stehst.“ Sichtlich gerührt nahm Höfelsauer die „Beförderung“ zum Ehrenobermeister der Bäckerinnung anschließend entgegen. „Wir sind jetzt die einzige Innung, die zwei Ehrenobermeister hat“, meinte der schon wieder ein wenig gefasste, ansonsten immer stets gut aufgelegte Höfelsauer zu Lukas Drexler, dem diese Ehrung schon vor etlichen Jahren zuteil wurde.

Dieter Metzler

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