Zehn Jahre "Grünwald Freitagscomedy" im Bayerischen Fernsehen 

 Was Günter Grünwald mit Pippa gemeinsam hat: Er geht auch noch selber einkaufen 

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"Da sagt der Grünwald Stop": AusverkaufteVorstellung am Aschermittwoch im VA Fürstenfeld. 

Fürstenfeldbruck –  Er braucht kein Smartphone, er war nie Ministrant, er ist Faschingsmuffel und mit dem britischen Medien-Liebling Pippa hat er eine Gemeinsamkeit : „Ich gehe auch noch selbst einkaufen “: Tosender Beifall am Aschermittwochabend für die rasante Ein-Mann-Comedy  „Da sagt der Grünwald Stop“ im ausverkauften Stadtsaal des  Veranstaltungsforums Fürstenfeld.

 Günter Grünwald,  gebürtiger Bayer, wohnt mit seiner Familie – vier Töchter und ein Sohn (5) - in der Region Ingolstadt. Künstler gab es in seiner Familie nicht, aber ein Musikinstrument: „Meine Eltern haben mir zu Weihnachten eine Gitarre geschenkt,“ sagt Grünwald in seiner Garderobe.   Ja, zuerst habe er Unterricht genommen, dann improvisierte er selbst, und trat zusammen mit einer Band auf. Danach schrieb er sein erstes Kabarett-Programm. Auch nach der Verleihung des „Scharfrichterbeils“ 1988 in Passau kam der Durchbruch noch nicht sofort. 2005 wurde Grünwald  der „Bayerische Kabarettpreis“ verliehen, er wurde  noch bekannter  durch Auftritte in der Willy-Astor-Show, bei „Herbert & Schnipsi“, „Kanal Fatal“, „BR-Comedy-Show“ oder „Hallo Schröder“. 

Die harte Zeit auf  Bühnen, in der er sich und die große Familie von kleinen Gagen ernähren musste, haben ihn geprägt und sein Elternhaus. Konsumzwang  ist  Grünwald wesensfremd: „Ich habe kein Smartphone!“, eine Zeitung  will er nicht als E-Paper lesen, sondern als Papier-Ausgabe in Händen halten, und privat outet er seine klare Einstellung:  er trägt  den Anti-Hitler-Button. 

Medien-Idole wie Daniela Katzenberger und manche Künstler-Zeitgenossen sind ganz und gar nicht seine Welt, und das kommentiert er auf der Bühne bajuwarisch-derb, genauso wie hochmodische Vornamen, die Eltern ihren Sprößlingen wie ein Kainsmal lebenslang aufdrücken,  „ Jean-Kevin“, oder all die verniedlichten Medien-Stars in Tierparks.  Die Gaffer von Tierbabys wie  „Knut“,  oder des fiktiven  Tausendfüßlers  „Beini“ und des Baby-Elefanten  „Tröti“, die von einer Tierpark-Sensation zur anderen ziehen, stellt er bloß. Genauso nimmt Grünwald  den allgegenwärtigen „Burnout“ auf die Schippe und den Trend,  jedes Problemchen  in endlosen Talkshowrunden  zu zerfieseln und den Psychologen zu bemühen.  Und er hat die Lacher auf seiner Seite, wenn er gestenreich   erzählt von seinen Erfahrungen in der Bahn, wo Fahrgäste, die den ganzen Tag am Bau geschwitzt haben,  mit ihren Zwiebel-belegten Dönern die Luft im Abteil verpesten, der scheinbar so gütige Schaffner sächselt und eine Heranwachsende den Freundinnen berichtet, dass ihr Freund eben per  Handy mit ihr „Schluss gemacht“ hat: „Okaaay, okaaay, ich glaube es nicht, ooh, mein Gott...“ 

Wenn er, Grünwald,  daheim  durch das Fernsehprogramm zappt, tut ihm „der Finger weh“ und er wünscht sich, dass die Fernbedienung automatisch stoppt. Früher, in seiner Kindheit,  da sei Fernsehen eine wunderbare Erfahrung für ihn gewesen, so Grünwald im Interview:  „Mit Fury und Bonanza“.

Grünwald  gehört zu den bekanntesten Köpfen im Bayerischen Fernsehen, wo  seine  "Grünwald-Freitagscomedy" nun seit 10 Jahren vertreten ist. Pünktlich zum Jubiläum wurde bekannt, dass die Sendung jetzt öfter läuft. Die erste Folge der nun zweiwöchigen Sendung ist am Freitag, 22. Februar 2013, um 22.30 Uhr. 

Comedy-Queen Monika Gruber ist bei der Comedy-Late-Night-Show von Grünwald  in den Sketchen wieder häufiger zu sehen, neu sind der Kabarettist und Parodist Wolfgang Krebs und Willy Astor. In Zuspielungen und Live-Schalten sind weiterhin Helmut Schleich, Sabrina Litzinger, Hannes Ringlstetter und Rosetta Pedone dabei.

Hedwig Spies 

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