"Bienen und Landwirtschaft"

Jeder kann etwas für Bienen tun

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Freuten sich über die gelunegen Veranstaltung (von links): Karl Schwojer, Imker und Biolandwirt, Georg Huber, Kreisobmann Bauernverband, Prof. Michael Piazolo MdL, Hans Friedl, Kreisvorsitzender und Landtagskandidat FW, Nikolaus Kraus MdL.

Mit über 80 Interessierten war der Saal in der Gaststätte „Essraum“ in Gernlinden brechend voll. Die Organisatoren Hans Friedl und Gottfried Obermair (beide Freie Wähler) waren überwältigt von dem Interesse an ihrer Veranstaltung mit dem Titel „Bienen schützen – Landwirtschaft stärken“.

Hans Friedl eröffnete die Veranstaltung mit einem Satz von Albert Einstein: ,,Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“. Miteinander statt Übereinander reden, so die Devise, die der Landtagskandidat und Kreisvorsitzende von Fürstenfeldbruck, Hans Friedl, während der gesamten Veranstaltung immer wieder in den Vordergrund stellte. Friedl hob hervor, dass der Trialog zwischen Verbrauchern, Landwirten und Imkern immer bedeutsamer wird. 

Varroamilbe, Neonicotinoide und Klimawandel

Es müsse vor allem immer wieder das Bewusstsein geschärft werden, dass Bienen nicht nur als Honiglieferant, sondern vor allem für das ganze Ökosystem von elementarer Bedeutung sind. Im Rahmen der GAP 2020 Verhandlungen zur europäischen Agrarpolitik müsse die Imkerei verstärkt berücksichtigt werden. Große Gefahren für die Bienen seien die Varroamilbe, Neonicotinoide in der Landwirtschaft, der Klimawandel, aber auch der Pestizideinsatz neben der Landwirtschaft in Hausgärten und an Eisenbahnstrecken. Die Bahn sei der größte Verbraucher von Glyphosat. „Besonders fatal: die Neonics wirken bei Bienen wie das Nikotin bei einem süchtigen Raucher: die Bienen scheinen die damit behandelten Pflanzen verstärkt anzufliegen, verlieren ihre Orientierung, ihre Lernfähigkeit leidet, sie sterben früher“, wurde im Vortrag erklärt. 

Bevölkerung muss noch intensiver aufgeklärt werden

Der Imker und Biolandwirt Karl Schwojer erläuterte aus Sicht der Imkerei und der Kreisobmann des Bauernverbandes Georg Huber aus Sicht der Landwirtschaft ihre Erfahrungen in der Praxis und was verbessert werden kann. Beide machten deutlich, dass viele Landwirte längst aktiv Bienenschutz betreiben, aber die Bevölkerung noch intensiver aufgeklärt werden muss, dass sie es letztendlich als Verbraucher selbst in der Hand haben. Bevor Michael Piazolo MdL zur Diskussion einlud, stellte Nikolaus Kraus, MdL, seine Positionierung als Landtagsabgeordneter dar. Das Fazit des Abends war laut den Freien Wählern: „Wir alle können etwas für die Insekten tun! In unseren Gärten können wir für mehr Blütenvielfalt sorgen und Trinkmöglichkeiten anbieten.“ Die Gemeinden könnten die Kreisverkehre bienenfreundlich gestalten und Gras mit Wildblumen ansäen. Bezirksrat und Bürgermeister von Emmering, Michael Schanderl, wies daraufhin, dass dies in seiner Gemeinde bereits so praktiziert werde. Wenn mal einmal weniger gemäht wird, ist das nicht, weil „der Bauhof geschlampert und faul sei“, sondern um den Insekten Nahrung zu bieten. 

red

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