Vortrag bei den Gesundheitstagen

"Depressionen liegen heutzutage weit vorne"

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Der Psychiater Dr. Nicolay Marstrander hielt einen Vortrag zum Thema ,,Psychische Gesundheit und Krankheit“ .

Bei den elften Fürstenfelder Gesundheitstagen am vergangenen Wochenende wurde wieder ein attraktives Programm mit rund 100 Vorträgen, Diskussionsforen und Mitmach-Aktionen rund um das Thema Wohlbefinden und Gesundheit geboten.

Fürstenfeldbruck – Insgesamt präsentierten die über 100 ausgewählten Aussteller ihre Dienstleistungen und Produkte und machten die Gesundheitstage zu einem lohnenden Informationsforum.

Den diesjährigen Eröffnungsvortrag hielt der oberärztliche Leiter des Isar-Amper Klinikums FFB, Nicolay Marstrander zum Thema ,,Psychische Gesundheit und Krankheit inmitten der Gesellschaft“. Im Zusammenhang mit der Tatsache, dass seit 2016 das kbo-Isar-Amper Klinikum in Fürstenfeldbruck die psychiatrische Vollversorgung für die Landkreise FFB und Dachau sichert, liege der Fokus darin, psychische Erkrankungen in die Gesellschaft zu integrieren. 

Abweichung von der Norm

Nicolay Marstrander definiert ,,psychische Gesundheit“ – nach Weltgesundheitsorganisation (WHO) – als einen Zustand vollkommenen, körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit. Bei der psychischen Erkrankung handelt es sich (nach WHO) um eine Normabweichung des Erlebens, Befindens und Verhaltens. ,,Aber um dies beantworten zu können, muss man wiederum wissen, was die Norm ist“, sagt er. 

"Depressionen liegen heutzutage weit vorne"

Seit 1993 bis jetzt hat sich die Anzahl der Menschen mit psychischen Störungen verdoppelt (Stand 2015: 31 Prozent). Der Psychiater benennt unter den größten Stressoren den Beruf, familiäre und soziale Anforderungen, finanzielle und partnerschaftliche Probleme. ,,Unsere Aufgabe ist es, Diagnosen wie Depressionen, Süchte und Angststörungen richtig zuzuordnen.“ Von den Angststörungen abgrenzen müsse man die Ängste, die für die Menschen grundlegend wichtig seien, wohingegen Angststörungen ein Sammelbegriff für mit Angst verbundene psychische Störungen sind. ,,Auch Depressionen liegen heutzutage weit vorne“, berichtet Nicolay Marstrander, ,,und die damit verbundene traurige Stimmung, den Verlust an Lebensfreude sowie Antriebslosigkeit.“ Nicht darunter fallen Lebenskrisen, die man zeitweise verspüren kann, denn die gehören als integraler Bestandteil zur persönlichen Weiterentwicklung dazu, weiß der Experte. 

Glück und Zufriedenheit scheinen der Schlüssel

Dennoch könne daraus, wenn diese dauerhaft bestehen, eine psychische Störung entstehen, bis hin zu Suizidalität. Bei seinen Ausführungen kommt der Vortragende auf die Wichtigkeit der individuellen Bedürfnisse zu sprechen, wie Ruhe und Erholung, Nähe zur Familie, Gemeinsamkeiten, Respekt und Loyalität. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Definition von Glück und Zufriedenheit und deren neurochemische Wirkung auf den Menschen. ,,Wir setzen dieses Wissen bei der Behandlung von Depressionen ein“, sagt Marstrander. Zufriedenheit sei im Vergleich zu Glück die wichtigere Komponente. Aus psychologischer Sicht heraus vertritt er die Meinung, dass Zufriedenheit mit ein bisschen Glück obendrauf die beste Variante darstelle.

Nicole Burk

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