Der bekannte Bassist, Sänger und Texter des früheren Trios "Die 3 lustigen Moosacher" verbringt  seinen Ruhestand in Gröbenzell 

Fast ein Leben lang im Scheinwerfer-Licht: Rudolf "Waggi" Schneider feierte den 80. Geburtstag 

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Rudolf „Waggi“ Schneider feierte am 17. Januar im Kreise seiner Familienangehörigen den 80. Geburtstag. 

Gröbenzell – Rudolf "Waggi" Schneider feierte  am 17. Januar im Kreise seiner Familienangehörigen in Gröbenzell den 80. Geburtstag. Bekannt sind heute noch die  Lieder des einstigen Trios  „Ja, mir san mit ‘m Radl da“ oder die Brotzeit-Polka „Mach ma Brotzeit, Brotzeit is die schönste Zeit“ oder „Alte, schau mi net so deppert an“. Auf so manchem Faschings- oder Starkbierfest oder im Bierzelt sorgen diese  Lieder immer wieder noch für Stimmung. Berühmt gemacht haben diese „Gassenhauer“ das Münchner Volksmusik-Trio „Die 3 lustigen Moosacher“, die fast fünf Jahrzehnte mit ihren Auftritten für ausverkaufte Säle und Rekorde beim Plattenverkauf sorgten. 

 Der in Gröbenzell in einem schmucken Häuschen mit seiner zweiten Frau lebende Rudolf „Waggi“ Schneider, Bassist, Sänger und Texter des weit über Deutschland hinaus bekannten Trios und das noch letzte lebende Mitglied der Gruppe feierte am 17. Januar im Kreise der Familie seinen 80. Geburtstag. „Eigentlich wollten wir auf der Buchsteinhütte feiern“, erzählte der gebürtige Moosacher, übrigens der Einzige, der auch im Münchner Stadtteil Moosach geboren wurde, „aber ohne Schnee macht das keinen Spaß“, ergänzte „Waggi“, der neben seiner erfolgreichen Musikerkarriere auch ein erfolgreicher Leichtathlet, begeisterter Skifahrer und Bergsteiger ist. „Ich glaube, dass ich als einer der jüngsten den Groß-Glockner bestiegen habe. Als Zehnjähriger war ich schon droben“, sagte Schneider und holt  ein Foto mit seinen Eltern am Gipfelkreuz hervor.

 Ihre Traumkarriere begann 1952 mit einem Auftritt beim Faschingsball der Münchner Gaswerke. Sie spielten zunächst auf Hochzeiten und Tanzveranstaltungen. Nach einem fünfmonatigen Arrangement beim Apollo-Theater in der Dachauer Straße in München wurde der Bayerische Rundfunk aufmerksam. Von da an gings steil nach oben in der Karriereleiter. Die Musiker hängten ihre „bürgerlichen“ Berufe an den Nagel und wurden „Vollprofis“ in der Unterhaltungsbranche. Am 22. Oktober 1999 traten „Die 3 lustigen Moosacher“ in Knetzgau zum letzten Mal gemeinsam auf. Der Sport, so erzählt der Achtzigjährige, habe ihn aufgefangen, als nach dem überraschenden Tod von Akkordeonspieler Hans Döring in der Silvesternacht von 1999, Trio-Gitarrist Georg Niedermaier (er starb vier Jahre später) und er beschlossen, nicht mehr aufzutreten. Die Umstellung war gewaltig. Nach 47 Jahren unzähliger Radio- und Fernsehauftritten, auf Kreuzfahrten und Tourneen, die das Trio bis nach USA und Kanada führten, stand man plötzlich nicht mehr im Scheinwerferlicht. Schneider erinnert sich an eine Einladung ins Münchner Rathaus zu OB Georg Kronawitter, als man sich ins Goldene Buch eintrug, gleich neben dem Namen des sowjetischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow.

Den wenigsten ist bekannt, dass „Waggi“ Schneider, der seit 1949 dem Post-Sportverein München angehört, beispielsweise dreimal Bayerischer Jugendmeister im Weitsprung, Stabhochsprung und im Fünf-Kampf wurde, dass er bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 1953 in Balingen Dritter im Zehnkampf der Männer wurde und im Lauf der Jahrzehnte bis heute über 25 Seniorenmeisterschaften, hauptsächlich im Werfer-Fünfkampf, gewonnen hat. Den Namen „Waggi“ habe er seiner Großmutter zu verdanken, klärte Schneider seinen Spitznamen auf. „Um Gottes Willen“, rief sie damals aus, als sie hörte, dass ihr Enkel Rudolf heißen soll. „Ein echter Münchner muss auch einen bayerischen Vornamen haben“. Kurzerhand „taufte“ sie ihn „Waggi“. Dieser Name begleitet ihn fortan bis zum heutigen Tage.

 Dieter Metzler

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