Führungswechsel an Brucker Polizeiinspektion

Als Polizeichefin zurückgekehrt

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Polizeipräsident Günther Gietl
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Polizeirätin Nina Vallentin

Pink Panther, Despacito und Crazy in Love von Beyoncé gaben das Ensemble der Bigband des Willbald-Gymnasiums Eichstätt am 21. Juni zum Besten, als der langjährige Chef der Brucker Polizeiinspektion Walter Müller im Rahmen einer Feierstunde mit Ehrengästen, Polizisten und Politikern im Churfürstensaal des Klosters Fürstenfeld in den Ruhestand verabschiedet wurde. Auf dem Chefsessel wird nun die 42-jährige Polizeirätin Nina Vallentin aus Alling Platz nehmen.

Fürstenfeldbruck - Über 44 Jahre war Polizeioberrat Walter Müller im Dienst, davon rund zwanzig als Leiter der Fürstenfeldbrucker Polizeiinspektion und somit für rund 75.000 Bürger im Landkreis zuständig. Vor allem die Flüchtlingssituation am Fliegerhorst nahm in den letzten Jahren einen besonderen Stellenwert für die Brucker Beamten und somit auch in der Inspektion ein. „Das bedeutet für die Inspektion eine Mehrbelastung“, sagte Polizeipräsident Günther Gietl.  

Einsatzbereitschaft und Führungsgeschick bis zum Schluss

Bis zum Ende seiner Amtszeit habe Müller Einsatzbereitschaft und Führungsgeschick bewiesen, lobte Gietl den gebürtigen Landsberger, der in einem Fall frühzeitig aus dem Urlaub zurückkehrte und die Einsatzleitung übernahm, als im April bei einer sich zuspitzenden Demo rund 200 Flüchtlinge in der Brucker Innenstadt für besseres Essen demonstrierten. 

Wie ein Schauspieler bei der Oscarverleihung

Landrat Thomas Karmasin bezeichnete Müller als einen besonnen Polizei-Chef mit Fingerspitzengefühl, der eine enorme Akzeptanz der Polizei erreicht habe. Er freue sich auch in Zukunft auf eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seiner Nachfolgerin und wünschte Müller alles Gute.

 „Ich fühle mich wie ein Schauspieler bei der Oscarverleihung, bei dem das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist“, bezeichnete Walter Müller scherzhaft seine Verabschiedung. Während sich Gewalt und Terrorismus durch seine gesamte Dienstzeit gezogen hätten, habe nicht nur das Aussehen der Streifenwagen und die Farbe der Uniform der Beamten gewechselt. „Damals habe ich in der Ausbildung am Maschinengewehr geübt und Handgranaten geworfen, heute liegt der Fokus auf der sozialen Kompetenz“, erzählt Müller. Herausforderungen stellten für die Polizisten neue Kriminalitätsformen wie Cyberkriminalität und Zuwanderung dar, da hier Personal auf unbestimmte Zeit abgezogen würde. „Das Ansehen der Polizei ist zwar sehr hoch, aber der Schwund von Beamten ist dramatisch“, sagt er. Das mache sich auch in der Bevölkerung bemerkbar. „Das subjektive Sicherheitsgefühl der örtlichen Polizei vor Ort muss auch in Zukunft sichergestellt werden“, sagte er. 

Allingerin beehrt Walter Müller

Gegen Ende betonte er, wie wichtig eine gute Belegschaft sei und wünschte seiner Nachfolgerin eine glückliche Hand in einer nicht ganz leichten Zeit. Als eine Rückkehr in die Heimat bezeichnete die neue Inspektionsleiterin Nina Vallentin ihren Umzug auf den Chefsessel der Brucker Inspektion. Die 42-jährige Allingerin warb für einen lebenswerten Landkreis und stellte klar, dass Sicherheit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei. Vallentin wurde in München-Pasing geboren, begann ihre Ausbildung in Königsbrunn und absolvierte an der Fürstenfeldbrucker Polizeifachhochschule die Anstellungsprüfung für die dritte Qualifikationsebene (gehobener Dienst). Als stellvertretende und Dienstgruppenleiterin der Inspektion in Germering sammelte sie erste Führungserfahrungen. Vallentin unternahm einen kurzen Ausflug ins Staatsministerium des Inneren Dienstes, bevor es nach Münster an die Polizeiführungsakademie ging, welche sie 2016 erfolgreich abschloss. Bevor es zur Inspektion nach Bruck ging, beschäftigte sie sich mit der Auswertung von Videokameras und wurde Führungskraft im Sachgebiet „Ordnungs- und Schutzaufgaben, Verkehr“ im Polizeipräsidium Oberbayern Nord in Ingolstadt.

Felix Hamann

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