Enkeltrick, "Phishing" und falsche Überweisungen 

Betrügereien an Banken nehmen zu

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Walter Müller, Vorstandsvorsitzende der Volksbank Raiffeisenband Fürstenefeldbruck

Landkreis – Die Digitalisierung bei den Banken schreitet voran – und mit ihnen auch die Möglichkeiten zum Betrug zum Beispiel durch Hackerangriffe. „Ich habe in meinem ganzen Berufsleben nie so viele Betrugsversuche erlebt wie derzeit“, sagt Walter Müller, der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck.

Bei der Brucker Bank fühlt man sich aber gut gerüstet für diese Herausforderungen. „Unsere digitale Sicherheit entspricht allen Standards“, sagt Vorstandsmitglied Rainer Kerth. Diese würden laufend überprüft. „Unsere Systeme sind so sicher wie es nur geht.“ Gleichwohl sei man nicht davor gefeit, wenn den Kunden Fehler unterlaufen. 

Müller: "Wir warnen unsere Kunden Daten herauszugeben"

Die Betrugsmasche des „Phishing“, bei der sich Betrüger mit fingierten E-Mails Daten der Bankkunden erschleichen, sein ein solches Beispiel. „Wir warnen unsere Kunden intensiv davor, Daten herauszugeben“, sagt der Vorstandsvorsitzende Walter Müller. „Die Bank wird nie solche Daten von ihren Kunden fordern.“ Auch der sogenannte Enkeltrickbetrug machte zuletzt immer wieder Schlagzeilen. Dabei melden sich die Betrüger bei meist älteren Personen und geben sich als Enkel aus. Unter Vortäuschung einer Notlage wird der Angerufene aufgefordert, einen höheren Geldbetrag von der Bank abzuheben und zu übergeben. „Unsere Mitarbeiter werden speziell für solche Abhebungen sensibilisiert“, sagt Müller. In der jüngeren Vergangenheit habe es in der Volksbank Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck keine derartigen Fälle gegeben. Doch das sind nicht die einzigen Fälle. „Es gibt immer neue Maschen“, sagt Müller. 

Immer beliebter: Auslandsüberweisungen

Immer öfter komme es zum Beispiel zu Betrugsversuchen mit Auslandsüberweisungen. Dabei werden am Freitagnachmittag kurz vor Bankenschluss Überweisungsträger mit hohen Überweisungen meist auf polnische Banken in den Briefkasten der Kreditinstitute eingeworfen. Die Unterschriften der Kunden werden dabei so täuschend echt gefälscht, dass sie vom Original nicht zu unterscheiden seien.Die Mitarbeiter haben dann laut Müller ein Problem, weil zu diesem Zeitpunkt in den Firmen oft niemand mehr erreichbar sei. „Wenn sie die Überweisung ausführen, ist das Geld im Betrugsfall weg“, sagt Müller. Wird die Überweisung zurückgehalten, um sie am Montag zu verifizieren, droht unter Umständen Ärger mit dem Kunden, weil eine vielleicht gerechtfertigte Zahlung nicht rechtzeitig geleistet wurde. Während die Kunden – sofern sie nicht fahrlässig gehandelt haben – den Schaden ersetzt bekommen, muss die Bank oft tief in die eigene Tasche greifen. 

Banken ersetzen Schaden oft auf eigene Kosten

Zwar gebe es Versicherungen, die in solchen Fällen greifen. „Aber mit der Zahl der Fälle steigt auch der Versicherungsbeitrag“, sagt Müller. Damit die Beiträge nicht in zu hohe Höhen steigen, ersetze die Bank den Schaden oft auf eigene Kosten. Im vergangenen Jahr wurden dafür laut Müller zwischen 50.000 und 60.000 Euro in die Hand genommen.

Andreas Daschner

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