Ware des täglichen Bedarfs

Buchhandlungen durften mit dem 8. März wieder öffnen

Die Inhaberinnen des LeseZeichens in Germering Katrin Schmidt und Helen Hoff und Landtagsabgeordneter Benjamin Miskowitsch stehen vor Bücherregalen.
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Bücher zählen nun zu den Waren des täglichen Bedarfs. Das freut nicht nur die Inhaberinnen des LeseZeichens in Germering Katrin Schmidt (Mitte) und Helen Hoff (rechts), sondern auch Landtags- abgeordneten Benjamin Miskowitsch.
  • vonMaximilian Geiger
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Germering – Die aktuell geltenden Regeln sind nicht immer leicht zu verstehen. Welches Geschäft hat geöffnet, wer bietet das sogenannte „Click and Collect“ oder „Click and Meet“ an und warum sind die Begriffe im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie oftmals auf Englisch? Nicht nur der Lock- auch der Shutdown und das Homeoffice haben Einzug in die deutsche Sprache gehalten. Wie wichtig Sprache und Bildung sind, wird gerade Eltern in Zeiten von Homeschooling immer bewusster. Umso essenzieller war es da, dass die Buchhandlungen und Büchereien am Montag, 8. März, wieder öffnen durften.

Bücher zählen, ähnlich wie auch schon Blumen eine Woche zuvor, ab sofort zur Ware des täglichen Bedarfs. Diese Nachricht löste nicht nur bei den beiden Inhaberinnen des Germeringer Buchladens LeseZeichen Luftsprünge aus. Auch bei den Kunden ist das Gefühl zu vernehmen, dass man sich langsam aber sicher, auf dem Weg zurück zur Normalität befindet. „Endlich wieder etwas anderes sehen und anfassen als Lebensmittel“, so das Echo der ersten Kunden, die am Montagmorgen den neuen Laden in der Unteren Bahnhofstraße betreten haben.

Das Land der Dichter und Denker brauche Bücher, deshalb sei es auch Benjamin Miskowitsch, Landtagsabgeordneter, ein persönliches Anliegen gewesen, die Situation besser zu machen. Er sei seit mehreren Wochen im engen Austausch mit Katrin Schmidt, Inhaberin des LeseZeichens, gestanden, wie sie bestätigt. „Keine Branche soll ausgespielt werden, niemand soll sich abgehängt fühlen“, sagt Miskowitsch. Dennoch habe die Solidarität der größeren Händler nachgelassen. Immer mehr Bücher tauchen auch in Discountern und Drogerien auf, da habe der Fachhandel kaum eine Chance, auch wenn es während des gesamten Lockdowns möglich gewesen wäre, die Bücher telefonisch bei ihnen zu bestellen und dann abzuholen, erklärt Helen Hoff. Bei vielen Menschen, gerade bei Schülern, wenn es um Lernmittel ginge, sei die Hemmschwelle, den Hörer in die Hand zu nehmen und anzurufen doch groß gewesen. Die Auswahl an unterschiedlichen Lernhilfen erschwere den Kauf zudem. Auch wenn es einfacher sei, die Bücher im Internet zu bestellen, „so hat der Fachhandel seinen Namen zurecht“, sagt Miskowitsch. „Wir können differenziert beraten“, erklärt Hoff.

„Das ist ein Meilenstein in unserer Branche“

Umso glücklicher seien sie nun, wieder Kunden durch ihre Buchhandlung spazieren zu sehen. „Das ist ein Meilenstein in unserer Branche“, erklärt Schmidt. Und sie wisse auch, dass das gleichzeitig bedeutet, dass sie damit verantwortungsvoll umzugehen haben. Im Eingangsbereich hängen gelbe Umhängetaschen, damit die Gesamtzahl von aktuell 18 Kunden nicht überschritten wird, erklären die beiden. Auch über ein Ampelsystem für die Zukunft werde nachgedacht. Die Kunden müssen sich aber nun erst wieder langsam an die Öffnung gewöhnen. Trotzdem hoffen alle drei, werden bald weitere Branchen folgen, sollte der Inzidenz-

wert im Landkreis Fürstenfeldbruck drei Tage in Folge unter dem Wert 50 liegen. „Der aufgestellte Stufenplan gibt eine Perspektive“, so sagt es der Landtagsabgeordnete. Auch wenn es nach seiner persönlichen Meinung schneller gehen könne, so „setze sich jetzt das Mosaik nach und nach zusammen.“ Bis dahin sind in den Geschäften weiterhin Bestellungen online möglich, das betont auch Schmidt, die gleichzeitig Vorsitzende des Germeringer Wirtschaftsverbands ist und auch auf ihre Kollegen aufmerksam machen möchte.

Becker

„Click and Collect“ und „Click an Meet“:

Click and Collect bezeichnet einen Vorgang, bei dem eine Online-Bestellung in einem stationären Einzelhandelsgeschäft mit FFP2-Maske abgeholt wird.

Bei Click and Meet darf das jeweilige Ladengeschäft nach einer vorherigen Terminvereinbarung für einen fest begrenzten Zeitraum betreten werden. Dies gilt bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100.

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