Wasserball kämpft ums Überleben - Brucks Wasserratten zieht es in ausländisches Gewässer

Brucks Wasserballer spielen zukünftig nicht nur in der Oberliga Bayern sondern auch in der österreichischen zweiten Bundesliga. Diese Entscheidung trafen die Kreisstädter bei ihrer Mannschafts-Sitzung, nachdem sie befürchten müssen, dass der Wasserballsport in Bayern vor dem Aus steht.

„Die Frage für uns war dieses Jahr nicht, ob wir spielen, sondern wo“, stellte Brucks Trainer Viktor Sandor die schwierige Lage dar, nachdem die Oberliga Bayern in diesem Jahr schon einmal kurz vor dem Exodus stand. Bis Mitte September hatten sich mit dem SV München 99 und den Bruckern nur zwei Vereine zum Spielbetrieb angemeldet. „Ich habe spaßeshalber immer gesagt, dass ich diese Liga überleben werde“, meinte der Brucker Mannschaftskapitän Thorsten Schulz dazu, „aber dass das einmal ernst wird, hätte ich eigentlich nicht erwartet.“ „Vor zehn Jahren gab es in Bayern noch rund 20 Wasserball-Mannschaften. Jetzt sind es nur noch sechs“, erinnert sich Schulz. Die Schließung der Oberliga Bayern wäre der vorläufige Höhepunkt für einen beispiellosen Niedergang eine Mannschafts-Sportart gewesen. Immerhin: Die Oberliga Bayern wurde noch einmal gerettet. In letzter Minute entschloss sich Coburg, doch eine Mannschaft zu melden, und auch der Bundesligist SV Würzburg entschloss sich, eine zweite Mannschaft in der Oberliga an den Start gehen zu lassen. Damit scheint die Oberliga zumindest für eine weitere Saison gerettet zu sein. Trotzdem haben sich die Brucker Wasserratten entschlossen, auch in Österreich anzutreten. „Wir sind seit letztem Jahr quantitativ und qualitativ so stark besetzt, dass wir uns entschieden haben, es einmal auszuprobieren“, teilte Trainer Sandor mit. Deswegen werden die Gegner der Kreisstädter künftig auch Salzburg, Innsbruck, Graz und Bregenz heißen. „Wir sind absolut heiß auf Österreich. Endlich einmal wieder neue Becken und neue Gegner“, freut sich nicht nur der 43-jährigen Kapitän der Wasserratten, Thorsten Schulz, auf die neue Saison. Den Kader verstärken werden in dieser Saison der regionalligaerfahrene Torhüter Axel Stein, der aus Hamburg von der Alster an die Amper wechselt. Er wird den langzeitverletzten Tom Heichel ersetzen. Mit Clemens Satzger schloss sich nach einem einjährigen Auslandsstudium in Lyon zusätzlich ein Brucker Eigengewächs wider den Wasserratten an, so dass Trainer Viktor Sandor mit den Spielern Rainer Knöllinger, Fabian Kautz, Felix Mayer, Sven Kesberger, Oliver Rosteck, Wolfgang Sammer, Alexander Schelhas, Thorsten Schulz, Stefan Sponer, Markus Strecker, Imre Szerdahelyi und Andreas Vogler auf einen insgesamt aus 14 Spielern bestehenden Kader zurückgreifen kann.

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