Per Webcam kommen Triebtäter bis ins Kinderzimmer - Deutschlands bekanntester Internet-Fahnder warnt die Eltern

Das Internet als weltweit unterstütztes Netz hat zweifelsohne viele Vorteile. Es liefert Informationen und weltweite Verbindungen mit dem Maus-Klick – allerdings birgt es auch Gefahren. So sind die Verherrlichung von Gewalt, Pornografie, Drogenangebote, Kindesmissbrauch und die Darstellung von Tötungsdelikten nur einen Mausklick von seriösen Inhalten entfernt. Mit den dunklen Seiten des Internets beschäftigt sich seit ca. 15 Jahren Kriminalkommissar Rainer Richard vom Münchner Polizeipräsidium als einer der ersten deutschen Internet-Fahnder. Auf Einladung des CSU-Ortsverbandes Türkenfeld referierte der Buchautor im Rahmen einer Informationsveranstaltung der Hanns Seidl Stiftung unlängst im Gasthof Hartl über die „Gewalt im Internet“. Dabei gab Richard den ca. 40 Zuhörern den Rat, ihre Kinder nicht einfach an das Medium Internet abzugeben. Vielmehr sollten sie sich damit beschäftigen, was ihre Kinder im Internet eigentlich anschauen.

Gern nutzen Jugendliche das Internet beispielsweise zur Kommunikation. Chatrooms laden zum Plaudern ein. Verabredungen mit Unbekannten werden getroffen, Fotos werden manipuliert und weiter verbreitet. Wie schnell ein Porträtbild dabei zu einem Pornobild umgestaltet werden kann, demonstrierte Richard mit einigen wenigen Mausklicks. Sie verstecken sich hinter falschen Namen, geben sich als Teenager aus, sind auf der Jagd: Pädophile, die sich im Internet an Kinder heranmachen. Pädophile nutzen gezielt Chatrooms, um minderjährige Opfer zu finden. Getarnt als Gleichaltrige machen sie unmissverständliche Angebote, selbst, wenn es zu keinem Treffen kommt, kommen die Triebtäter bis ins Kinderzimmer – per Webcam. Deutschland, so Richard, habe zwar eines der besten Jugendschutzgesetze überhaupt, doch Anbieter von Gewalt und Pornografie im Internet kümmere das wenig. Das Umgehen der Zugangskontrollen über gefälschte oder „geborgte“ Kreditkartennummern sei leicht. Mit schockierenden Bildern demonstrierte er, was Kinder dann alles erwartet: Folter- und Vergewaltigung – nicht nachgespielt, sondern echt – sind im Internet leicht zu bekommen. So haben sich nach der Veröffentlichung der Hinrichtungsszene von Saddam Hussein im Internet etliche Kinder bei der Nachahmung der Hinrichtungsszene erhängt, berichtete der Kriminalhauptkommissar. In den Niederlanden, so Richard, laufen Hardcore-Pornos unverschlüsselt über den Fernsehschirm. Der Staat entziehe sich hier der sittlichen und moralischen Verpflichtung, indem er die Verantwortung auf die Eltern abwälze. Das Internet kennt keine Ländergrenzen und was in Deutschland gelte, das ist beispielsweise in den USA ohne Bedeutung. Von daher sei eine Kontrolle fast nicht mehr möglich. Ganz andere Gefahren lauern, wenn es um Unterhaltung geht. Das so beliebte Tauschen von Musiktiteln kann teuer zu stehen kommen, wie der Referent an Beispielen aus der Praxis demonstrierte. Dabei gibt es legale Alternativen, insbesondere über die Internetangebote der Rundfunksender

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