Volksfest-Gefühl für Zuhause

Festwirtfamilie Mörz bietet "Volksfest to go" an

+
Mörz empfiehlt vor allem das Original-Mörz-Backhendl mit der bekannten „Mörz-Gewürzmischung“.

Fürstenfeldbruck – Um während der Corona-Krise „nur halbwegs Umsatz zu machen“, bieten viele Gastronomen einen Liefer- oder ToGo-Service an. Festwirt-Familie Mörz, welche fünf Volksfeste im Landkreis betreuen, möchte nun auch liefern und so das Volksfest-Gefühl nach Hause bringen.

Mittwochmorgen werkeln Männer auf dem Volksfestplatz in Fürstenfeldbruck. Sie bauen ein weißes Zelt auf. Was ein bisschen nach den Vorbereitungen für das Volksfest aussieht, ist jedoch ein kleiner Rettungsanker, den sich die Festwirtfamilie Mörz ausgedacht hatte. „Um halbwegs über die Runden zu kommen und ein bisschen Umsatz zu generieren, bauen wir ein Küchenzelt und unseren Kutschenwagen auf und bieten vom 24. April bis 3. Mai einige Volksfestschmankerl zum Mitnehmen an“, erklärt Nadine Mörz das Schauspiel. 

Hendl, Haxn, Obatzda, Steckerlfisch, Ente sowie Getränke – das alles und mehr können nun Liebhaber bayerischer Spezialitäten vor Ort bestellen und mitnehmen oder sich liefern lassen und zwar von 11 bis 21 Uhr – solange sind die Köche vor Ort im Einsatz. Einzig die Ente bekommt man nur auf Vorbestellung. „Es wird natürlich gemäß den Vorgaben keine Tische zum Hinsetzen oder Musik geben“, versichert Mörz. Die Lieferung sei innerhalb eines Sechs-Kilometer-Radius und ab 20 Euro Bestellwert frei, wer außerhalb bestellt zahlt eine Lieferpauschale dazu. Mörz empfiehlt vor allem das Original-Mörz-Backhendl mit der bekannten „Mörz-Gewürzmischung“. Das Essen wird wegen des fehlenden Zeltes, der Musik und Bedienung etwas billiger sein als im gewohnten Festzelt.

Unsichere Zeiten stehen bevor

„Alle die im Reisegewerbe arbeiten sehen sich in ihrer Existenz bedroht“, sagt Mörz und meint damit auch ihre Wirtkollegen, Schaustellerfamilien und Partybands, die allesamt mit Großveranstaltungen ihr Geld verdienen. Durch die Corona-Krise fallen der Festfamilie Mörz bis Ende August sieben Volksfeste weg, vier davon im Landkreis. Ob Maisach stattfindet, ist ungewiss. „Man ist voller Tatendrang, möchte loslegen, die Kollegen und Schausteller sowie Bands wiedersehen, und dann das“, erzählt Mörz verbittert vor dem gescheiterten Saisonauftakt. Selbst wenn nach dem August wieder alles normal laufen würde, wisse sie nicht, wie es im nächsten Jahr aussieht. „Wie viele Wirte, Schausteller und Bands wird es bis dahin noch geben?“, fragt sie sich, die sich ebenfalls um die Bandbuchungen kümmert. Unterm Strich ginge es allen in dieser Branche schlecht. „Ich habe schon ein schlechtes Gewissen, den Bands absagen zu müssen, beispielsweise nach der Absage des Puchheimer Volksfestes. Da waren viele Künstler den Tränen nahe“, erzählt sie. Natürlich habe sie mit ihrer Familie sämtliche Anträge ausgefüllt und staatliche Hilfen beantragt. Doch dieses Geld sei nur „der Tropfen auf dem heißen Stein“, der nur die laufenden Fixkosten für ein paar Monate decken würde.

Volksfestfeeling bestellen

Deshalb versucht sie nun mit „Volksfest to go“ die Zeit zu überbrücken. Sollten die Gemeinden Mammendorf und Gröbenzell zustimmen, wäre diese Art von Volksfest auch dort möglich. 

Bestellnummer: 0176 12344468 und 0176 123444 69 

Miriam Kohr

Auch interessant

Meistgelesen

Hallo Fürstenfeldbruck, da sind wir!
Hallo Fürstenfeldbruck, da sind wir!
Offizierpatent in Zeiten von Corona an 96 Offizieranwärter des militärfachlichen Dienstes überreicht
Offizierpatent in Zeiten von Corona an 96 Offizieranwärter des militärfachlichen Dienstes überreicht
Die Kultur kommt langsam zurück
Die Kultur kommt langsam zurück
Armbruch im Kreisverkehr
Armbruch im Kreisverkehr

Kommentare