Hauptverhandlung mit zwei Angeklagten

Öffentlicher Gerichtstermin zum Schlachthof-Skandal

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Der Verein „SOKO Tierschutz“ deckte im Mai 2017 Verstöße gegen das Tierschutzgesetz im Brucker Schlachthof auf. Seit Ende 2017 ist dieser mit einer neuen Mannschaft wieder in Betrieb.

In dem Strafverfahren zum sogenannten „Tierschutz-Skandal“ im Schlachthof Fürstenfeldbruck, der durch eine Anzeige der SOKO Tierschutz öffentlich geworden war, hat das Amtsgericht Fürstenfeldbruck nunmehr Termin zur Hauptverhandlung bestimmt auf Mittwoch, 11. September, um 13 Uhr.

Fürstenfeldbruck – In dem Verfahren hatte das Amtsgericht Fürstenfeldbruck bereits am 19. November 2018 auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II gegen drei ehemalige Schlachthofmitarbeiter Strafbefehle erlassen.

Rinder, Schafe und Schweine gequält

Das Verfahren richtet sich jetzt noch gegen zwei Mitarbeiter des Schlachthofs, gegen die Geldstrafen in Höhe von 2.400 Euro und 7.500 Euro wegen mehrerer Verstöße gegen das Tierschutzgesetz festgesetzt worden waren. Beiden Angeklagten wird konkret zur Last gelegt, am 15. November 2016 gemeinschaftlich handelnd einem Rind erhebliche Schmerzen und Leiden zugefügt zu haben, als es vor seiner Schlachtung nicht in die sogenannte „Betäubungsbox“ laufen wollte. Einer der Angeklagten soll darüber hinaus am 4. April 2017 einem Schaf, dessen Kopf sich zwischen zwei Metallpfosten verkeilt hatte, und am 11. April 2017 drei Schweinen und zwei Rindern durch vorsätzliches und unsachgemäßes Verhalten länger anhaltende Schmerzen und Leiden zugefügt haben. Da die beiden Angeklagten gegen die Strafbefehle Einspruch eingelegt hatten, sind die Vorwürfe nunmehr in einer öffentlichen Hauptverhandlung zu klären.

Ein Mitarbeiter hat Urteil angenommen

Der dritte Schlachthofmitarbeiter hatte bereits Ende 2018 den ihm zugestellten Strafbefehl über 90 Tagessätze zu je 70 Euro, insgesamt 6.300 Euro, akzeptiert. Gegen ihn ist das Verfahren damit rechtskräftig abgeschlossen. Diesem Mitarbeiter wurde vorgeworfen, am 15. November einem Rind durch den Einsatz eines Elektrotreibers, durch Schläge mit einer Metallgittertüre und schließlich durch Verwendung einer – nicht für Rinder zugelassenen – Elektrobetäubungszange, und am 4. April 2017 einem Schaf durch Tritte gegen den Kopf des Tieres vorsätzlich länger anhaltende erhebliche Schmerzen und Leiden zugefügt zu haben.

Verfahren gegen Tierarzt eingestellt

Gegen einen ursprünglich ebenfalls am Verfahren beteiligten Tierarzt wurde das Verfahren mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft inzwischen eingestellt. Dem Tierarzt war von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen worden, als Amtstierarzt bei den Verstößen der Schlachthofmitarbeiter zugegen gewesen zu sein, und nichts zum Schutz der Tiere unternommen zu haben. Die durch die Verteidigung veranlassten weiteren Ermittlungen hatten ergeben, dass der Tierarzt nicht als Amtstierarzt bestellt war, sondern gegenüber dem privaten Betreiber des Schlachthofs lediglich vertraglich die Verpflichtung zur Überwachung der Hygienevorschriften übernommen hatte. Dass ihn darüber hinaus auch die rechtliche Verpflichtung getroffen hatte, für die Einhaltung der tierschutzrechtlichen Bestimmungen einzustehen, konnte nicht festgestellt werden.

Zu der Hauptverhandlung am 11. September 2019 wurden mehrere Zeugen und ein Sachverständiger geladen.

red

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