Wegen Insektensterben

Jagdverband wirbt für späte Mahd auf Gemeindeflächen

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Die BJV Kreisgruppe Fürstenfeldbruck wirbt für Blühstreifen, wie diese hier an einem Straßenrand.

Jagdverband appelliert an Behörden, bei Pflege der Grünflächen Vorbildfunktion einzunehmen

Landkreis – In diesen Wochen rücken in den Bauhöfen vieler Gemeinden wieder die Mäh- und Mulchfahrzeuge aus, um Straßen-, Weg und Grabenränder und andere Freiflächen in der Gemeinde „aufzuräumen“ und schön sauber zu halten, auch wenn dort die Pflanzen jetzt in voller Blüte stehen. Für unzählige Arten – Wildbienen und andere Insekten, Schmetterlinge und Kleinlebewesen – bedeuten diese Maßnahmen den sicheren Tod.

Jagdverband wünscht Umdenken bei Gemeinden und Städten

„Ohne blühende „Un“kräuter gibt es keine Nahrungsgrundlage für Tausende verschiedener Arten“, erklärt Gerhard v. Hößlin, Vorsitzender der BJV-Kreisgruppe Fürstenfeldbruck. Für viele Insekten wird die Mahd außerdem zur Todesfalle, sie werden kurzerhand mit geschreddert oder vom Sog getötet. Und damit fehlt auch vielen unserer Vögel die Insektennahrung, die gerade jetzt zur Aufzucht der Jungvögel so notwendig ist. „Wir wünschen uns“, erklärt v. Hößlin, „dass die Gemeinden und Städte im Landkreis umdenken und den Artenschutz schon jetzt und heute ernst nehmen und umsetzen, auch bevor das neue Gesetz zum Erhalt der Artenvielfalt beschlossen wird. So wird man der Vorbildfunktion gerecht.“

"Sauber" war gestern

Umdenken müssen natürlich auch die Bürger. Deshalb werben die Brucker Jäger um mehr Verständnis für „unordentliche“ Wegränder und Gemeindeflächen. „Weniger ist mehr“, betont Hößlin, „ungemähte oder verblühte Weg- und Grabenränder mögen auf den ersten Blick ungepflegt aussehen, aber sie sind wertvoller Lebensraum in unserer so stark zersiedelten und versiegelten Landschaft. Denn auch unsere Insekten fallen nicht vom Himmel. Sie benötigen für ihre Entwicklung vom Ei zum fertigen Insekt Pflanzenmaterial.“ 

Eiablageplätze benötigt

So brauchen zum Beispiel die Florfliegen hohle Stängel zur Eiablage, Schmetterlingsraupen Futterpflanzen wie die Brennessel oder Libellenlarven Pflanzenteile, an denen sie vom Wasser an Land klettern können. „Ein solches Ökofundament ist in Folge natürlich auch die Grundlage für eine Artenvielfalt im Sinne von beispielsweise Hase, Rebhuhn und Fasan“, sagt Hößlin abschließend.

red

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