Interview mit Landratsamt

Wegen vielen Neuinfektionen: Contact Tracing Team wird erneut aufgestockt

Mann mit Maske wartet im Arbeitszimmer vor Festnetztelefon auf Anruf
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Weil das Contact Tracing Teams des Landratsamtes aktuell überlastet ist, kann es dauern, bis sich ein Mitarbeiter beim Kontaktpersonen meldet.

Landkreis - Das Contact Tracing Team im Landratsamt, das die Kontaktpersonen von Corona-positiven-Bürgern ermittelt, hängt hinten nach. Zu hoch sind die täglichen Neuinfektionen. Der Kreisbote hat nachgefragt.

Am Montag, 9. November, gibt das Landratsamt in ihrem Corona-Update, erstmals bekannt, dass das Contact Tracing Team im Landratsamt aufgrund der täglich hohen Neuinfektionen überlastet ist. Am Tag darauf bat das Landratsamt aufgrund dessen, Kontaktpersonen, die womöglich zur Kategorie 1 gehören, vorsorglich sich schon vor dem Anruf eines Behördenmitarbeiters in Quarantäne zu begeben (wir berichteten). Stellvertretende Pressesprecherin Stephanie Deimhard gibt Antworten zum Thema.

Kreisbote: Wie viele Personen arbeiten aktuell im Contact Tracing Team?
Stephanie Deimhard: Ab kommende Woche, 16. November, werden es 59 Kollegen sein.

Kreisbote: Bedeutet, es werden stetig neue Mitarbeiter zur Kontaktermittlung eingestellt?
Stephanie Deimhard: Es wurden zunächst 15 neue Stellen vom Landkreis, aber für den Freistaat Bayern besetzt. Dazu sind kürzlich weitere fünf Vollzeitstellen gekommen. Die übrigen Kollegen stammen von – im weitesten Sinne – anderen Behörden. Darunter beispielsweise Soldaten vom Fliegerhorst Fürstenfeldbruck (Anm. der Redaktion).

Kreisbote: Wer bezahlt die Mitarbeiter im Contact Tracing Team? Muss der Landkreis allein die Personalkosten tragen?.
Stephanie Deimhard: Der Vollzug des Infektionsschutzgesetzes, um den es hier geht, ist eine staatliche Aufgabe. Deshalb werden die Mitarbeiter auch für und auf Kosten des Freistaats Bayern eingestellt. Die Kollegen aus anderen Behörden werden weiterhin von dort bezahlt.

Kreisbote: Hat das Contact Tracing Team - wie am Montag, 9. November, berichtet - weiterhin einen Rückstand von sechs Tagen?
Stephanie Deimhard: Ungefähr, ja. Der Rückstand konnte zwar bereits verringert werden, durch die zum Teil sehr hohen täglichen Infektionszahlen ändert sich die Lage aber unter Umständen täglich.

Kreisbote: Es kursiert in Sozialen Netzwerken das Gerücht, dass K1 Personen nicht mehr getestet werden und diese sich stattdessen ohne Test vorsorglich 14 Tage in Quarantäne begeben müssen. Als Grund wird oft die Überbelastung der Teststationen in den Landkreisen genannt. Was ist dran?
Stephanie Deimhard: Nein. KP 1 müssen sich immer für 14 Tage in Quarantäne begeben, daran hat sich seit Beginn der Pandemiebekämpfung nichts geändert, auch wenn sie negative Tests vorlegen können. Ein „stattdessen“ gibt es also nicht.   KP 1 müssen sich nach wie vor zwischen dem fünften und siebten Tag der Quarantäne  testen lassen.

Kreisbote: Wie steht es aktuell um unsere beiden Teststationen im Landkreis? Es gab Zeiten, da wurden statt 700 über 1.200 Abstriche vorgenommen.
Stephanie Deimhard: Das Testzentrum Fürstenfeldbruck ist aktuell nicht überlastet. Im Gegenteil: Die Tests sind sogar ein wenig rückläufig gewesen.

Kreisbote: Gibt es dennoch Neuigkeiten bezüglich einer zusätzlichen Teststation im Landkreis?
Stephanie Deimhard: Es soll ein zweites Testzentrum Ende November/Anfang Dezember eingerichtet werden. Wenn es soweit ist, werden wir ausführlich darüber informieren.

Kreisbote: Die Teststation in der Hasenheide hatte vergangenen Sonntag ein zweites Mal sonntags geöffnet. Wie verlief dieser Tag?
Stephanie Deimhard: Es wurden an diesem Sonntag 359 Personen getestet. Die Testung am Sonntag hat sich grundsätzlich bewährt und wird vorerst bis Ende November fortgesetzt.

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