Weiter auf Stimmenfang

Bürgerbegehren »Kreuzlinger Feld« nimmt weiter Fahrt auf

Der Stand der Bürgerinitiative auf dem Germeringer Wochenmarkt.
+
Der Stand der Bürgerinitiative auf dem Wochenmarkt hat großen Zuspruch gefunden.
  • vonMaximilian Geiger
    schließen

Germering – Dass es gerade in Zeiten von Corona schwierig werden würde Unterschriften für das Bürgerbegehren Kreuzlinger Feld zu bekommen, war den Mitgliedern der Bürgerinitiative (BI) Lebenswertes Germering bewusst. Neben Flyern zeigten sich die Verantwortlichen nun auch auf den Germeringer Wochenmärkten, um aktiv auf Stimmenfang zu gehen. Sieben Prozent der wahlberechtigten Germeringer müssen nun ihre Unterschrift leisten, das sind 2.415, damit sich an den Plänen des Allinger Bauherrn noch etwas ändert. 

„Sehr überrascht sind wir, wenn wir von Herrn Vilgertshofer lesen, dass eine ausreichende Bürgerbeteiligung stattgefunden habe. Ein einziges Gespräch mit Vertretern der Bürgerinitiative fand im Sommer 2018 statt“, erklärt Ursula Leis von der Bürgerinitiative. Dass sei in den Augen der Bürgerinitiative deutlich zu wenig gewesen. Leis bezieht sich zudem auf ein Zitat von Gerd Landsberg, der bereits 2013 bei einer Veranstaltung des Deutschen Städte- und Gemeindebunds folgendermaßen formulierte, was man unter einer Bürgerbeteiligung verstehe: „Bürgerbeteiligung ist kein Modephänomen, sondern ein Grundprinzip der Kommunalpolitik. Dies beginnt bei Informationsveranstaltungen und geht über innovative Plattformen und Mediationsverfahren. In Germering gab es keine Zukunftswerkstatt oder andere Instrumente der Bürgerbeteiligung, als dies noch möglich gewesen wäre. Deshalb hat sich die BI nach reiflicher Überlegung für ein Bürgerbegehren entschlossen, das in der Bayrischen Verfassung im Artikel 12 ausdrücklich vorgesehen und damit ein demokratisches Element in unserem Staat ist“, erklärt Leis.

ödp/Parteifreien Germering unterstützen Argumente der Bürgerinitiative vollumfänglich

Auch Vertreter mehrerer Parteien wie der SPD, der Grünen, der ödp und der FDP sowie der Verbände ADFC und Bund Naturschutz decken sich in vielen Bereichen mit den Zielen von „Lebenswertes Germering“. So schreibt die ödp/Parteifreien Germering, dass sie alle Argumente der Bürgerinitiative gegen die aktuellen Bebauungspläne vollumfänglich mittragen würden. Sie gehen mit ihren Forderungen noch darüber hinaus und nehmen auch die globalen Entwicklungen in ihre Betrachtung auf, wie Carmen Greiff mitteilt.

Die Bürgerinitiative zeigt sich trotz Gegenwind nicht geschlagen. Coronabedingt waren viele Veranstaltungen wie die Bürgerversammlung im Oktober abgesagt worden Um nun möglichst viele Germeringer zu erreichen feierte am Mittwoch, 10. März, der Infostand zum Bürgerbegehren auf dem Wochenmarkt Premiere und fand großen Anklang. „Es kursieren viele Unwahrheiten. Beispielsweise, dass die BI grundsätzlich gegen eine Bebauung des Kreuzlinger Feldes wäre, das stimmt nicht, nur die Art und Weise, wie es aktuell geplant ist – was die Dichte oder hohe Versiegelung angeht – sei für die Mitglieder nicht akzeptabel“, sagt Leis. Deshalb wurden die Größe des Bauprojekts und die dichte Bebauung durch ein maßstabsgerechtes Modell aus Lego-Steinen für die Marktbesucher veranschaulicht dargestellt. Erstellt wurde es durch den studierten Bauingenieur Rudolf Kauper, einer der Hauptakteure in der Bürgerinitiative. Weitere Termine für Infostände sind geplant und auf der Homepage der Bürgerinitiative „Lebenswertes Germering“ unter www.lebenswertes-germering.de nachzulesen.

Becker

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare