Interview mit Pfarrer Andreas Christian Jaster

Wiederaufnahme öffentlicher Gottesdienste in der Alten Dorfkirche St. Jakob

Die Germeringer St. Jakob Kirche
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In der Germeringer St. Jakob Kirche finden nun wieder Gottesdienste statt.

Am 27. September wird es erstmals seit über sechs Monaten wieder einen öffentlichen Gottesdienst in der Alten Dorfkirche St. Jakob in Germering geben. Dazu hat Pfarrer der Germeringer Stadtkirche Andreas Jaster ein Interview gegeben.

Germeringer Anzeiger (GA): Sie nehmen den „Spielbetrieb“ in der Alten Dorfkirche St. Jakob wieder auf?

Pfarrer Andreas Christian Jaster: Ja, so kann man es salopp formuliert in der Fußball- oder Theatersprache sagen. Mit Beginn des strengen Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben wir die öffentlichen Gottesdienste in St. Jakob eingestellt. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Während des Lockdowns haben wir in unserer Alten Martinskirche Gottesdienste im Livestream gefeiert. Und seit dem Ende des strengen Lockdowns bieten wir in unseren Pfarrkirchen St. Cäcilia, St. Martin und St. Johannes Bosco wieder öffentliche Gottesdienste an. St. Jakob steht hier also etwas am Rande, was einfach dem Umstand geschuldet ist, dass die Auflagen bez. Abstand und Hygiene aufgrund der räumlichen Verhältnisse in St. Jakob schwieriger umzusetzen sind. Dabei hat die Kirche St. Jakob die längste Tradition als Gotteshaus bzw. Gottesdienstort in Germering. Sie reicht zurück bis ins neunte Jahrhundert.

GA: Was bzw. wie planen Sie?

Pfarrer Jaster: Wir werden zunächst einmal einen Probelauf mit einem öffentlichen Gottesdienst am Sonntag, 27. September um 8.15 Uhr durchführen. Unsere Verwaltungsleiterin Ines Berens und ich haben ein Abstands- und Hygienekonzept erarbeitet, mit dem wir die Vorschriften der Bayrischen Staatsregierung und des Erzbischöflichen Ordinariats umsetzen.

GA: Wie sieht Ihr Konzept aus?

Pfarrer Jaster: Die Obergrenze für die Zahl der Gottesdienstbesucher ist auf 42 Personen festgelegt. Eine vorherige Anmeldung im Pfarrbüro von St. Johannes Bosco ist unabdingbar, bis Donnerstag, 24. September, 12 Uhr, entweder per Telefon, 089 8493680 oder per E-Mail, st-johannes-bosco.germering@ebmuc.de. An den Ein- und Ausgängen werden Spender mit Desinfektionsmitteln zur Verfügung stehen. Plätze in den Kirchenbänken, die belegt werden dürfen, sind gekennzeichnet. Aufgrund der räumlichen Verhältnisse in St. Jakob ist während des gesamten Gottesdienstes verpflichtend eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, eine sogenannte Alltagsmaske. Und der Kommunionempfang erfolgt am Platz in der Kirchenbank, um ein ungeordnetes Durcheinander während der Kommunionausteilung in der räumlich beengten Kirche zu vermeiden. Eine Sängerin wird dem ersten öffentlichen Gottesdienst in St. Jakob seit vielen Monaten eine feierliche Note verleihen.

GA: Wird es künftig regelmäßig öffentliche Gottesdienste in St. Jakob geben?

Pfarrer Jaster: Das werden wir uns anschauen. Zunächst einmal warten wir die „Generalprobe“ am 27. September ab. Wenn die gut verläuft, verschaffen wir uns damit etwas Luft. Denn die letzten Wochen haben gezeigt, dass wir bez. Besucherzahlen in den Sonn- und Festtagsgottesdiensten in den Pfarrkirchen St. Cäcilia, St. Martin und St. Johannes Bosco langsam an die Grenzen kommen. Zusätzliche Optionen sind also gewiss nicht verkehrt. Zudem holen wir im Oktober an drei Sonntagen die Erstkommunionfeiern nach, die im vergangenen Mai pandemiebedingt nicht stattfinden konnten. Die Erstkommunionfeiern laufen als „geschlossene Veranstaltungen“, um den Erstkommunionkindern und ihren Familien ausreichend Platz zu bieten. Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass diese Gottesdienste von „normalen“ Besuchern nicht mitgefeiert werden können. Für die „normalen“ Gottesdienstbesucher werden wir am jeweiligen Vorabend eine Wort-Gottes-Feier mit Kommunionausteilung anbieten.

GA: Wie sieht es mit Kindergottesdiensten aus?

Pfarrer Jaster: Unsere Kinderpastoral liegt mir sehr am Herzen. In meinem Team kümmert sich Diakon Benno Saruba darum. Gemeinsam mit einer ganzen Reihe von Ehrenamtlichen hat Diakon Saruba ein Konzept erarbeitet, um Freiluft-Kindergottesdienste in allen drei Pfarreien anzubieten. Das freut unsere Kinder – und es nimmt auch ein wenig Druck von den steigenden Besucherzahlen in den „normalen“ Sonntagsgottesdiensten.

GA: Das hört sich nach einem recht umfassenden und durchdachten Programm an?

Pfarrer Jaster: Und das brauchen wir auch! Die Erfahrung zeigt, dass die Zahl der Gottesdienstbesucher zunimmt, je näher wir an Advent und Weihnachten kommen. Da ist es gut, eine Reihe von Optionen in der Hinterhand zu haben, sei es mit der Alten Dorfkirche St. Jakob, mit Wort-Gottes-Feiern oder auch Kindergottesdiensten.

red

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