Landesbund für Vogelschutz bringt Nistkästen an Kirchen und Scheunen an

Nistplätze für Schleiereulen

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Der Kottgeiseringer Korbinian Weidemann ist einer von 20 neuen Helfern beim LBV, die Großnistkästen auf Bruterfolge von Schleiereulen, Turmfalken oder Dohlen überprüfen.

Landkreis – Die Schleiereule ist in der Region nur noch selten anzutreffen. Den Vögeln gehen langsam die Nistplätze aus. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) tut mit dem Aufstellen von Nistkästen aktiv etwas für die Tiere. Doch der LBV braucht dabei Unterstützung.

„Die Schleiereule steht auf der roten Liste“, sagt Gabriele Meise vom LBV-Arbeitskreis „Großnistkästen“. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass immer mehr Scheunen und Kirchtürme praktisch hermetisch abgeriegelt werden. Im Inneren könnten die Vögel nisten. „Aber sie kommen gar nicht mehr erst hinein“, sagt Meise. Um den Schleiereulen – aber auch Turmfalken oder Dohlen – die Möglichkeit zu geben, ihre Nester zu bauen und ihren Nachwuchs aufzuziehen, hat der LBV über 100 Nistkästen an Kirchtürmen und Scheunen angebracht. Um diese Kästen auf Bruterfolge zu kontrollieren, die instand zu halten und wichtige Daten über die bedrohten Arten zu sammeln, sind viele helfende Hände nötig. In den vergangenen Jahren hat sich die ursprüngliche Helfergruppe aus Altergründen aber zunehmend verkleinert.

Schleiereulen sind nur selten anzutreffen. Grund dafür sind die mangelnden Möglichkeiten zum Nisten.

Zuletzt betreuten nur noch drei Helfer die Nistkästen, die von der Furtmühle bis nach Grafrath im ganzen Landkreis angebracht sind. Die Suche nach aktiven Mitgliedern gestaltet sich dank einer gemeinsamen Aktion mit der Glücksspirale bislang erfolgreich: Rund 20 neue Helfer haben sich bereits gefunden. Darunter auch Korbinian Weidemann aus Kottgeisering. Der 21-Jährige fand über eine Seminararbeit in der Schule zur Ornithologie und macht für den LBV bereits Führungen zu einer anderen Vogelart: der Kornweihe. „Da ich aus der Region bin, habe ich mich bereit erklärt, die Nistkästen in Kottgeisering im Auge zu behalten“, sagt er. Gleich zwei der Kästen befinden sich in der Scheune auf dem landwirtschaftlichen Hof von Erich Klas. Die Helfer prüfen, ob und mit welchen Vögeln die Kästen besetzt sind und nehmen gegebenenfalls notwendige Reparaturen vor. Ab und an müssen sie die Holzverschläge auch von Nistmaterial befreien. Das machen die meisten Vögel zwar selbst. „Gerade die Dohle bringt aber mehr Material hinein, als sie wieder rausschafft“, sagt Meise. Die Helfer müssen die Vögel nicht zwingend sehen, um identifizieren zu können, wer in den Kästen brütet. Die Funde von sogenanntem Gewölle geben Aufschluss darüber, welche Art sich eingenistet hat. Dabei handelt es sich um Überreste der gefressenen Tiere, die die Vögel wieder hochwürgen. Befinden sich darunter neben Fellresten auch Knochen, dann nisten Schleiereulen. „Die können keine Knochen verdauen, Turmfalken dagegen schon“, erklärt Meise.

Das Projekt von LBV und Glücksspirale ist noch nicht abgeschlossen. Obwohl es neben den Helfern im Bereich Grafrath/Kottgeisering/Schöngeising bereits weitere Gruppen zum Beispiel in Germering und Olching gibt, sucht der LBV kräftig weiter. Die Neuen werden von erfahrenen Nistkästenbetreuern unterstützt und bekommen fachliche Schulungen. Auch für den nötigen Versicherungsschutz und alle Arbeitsmaterialien ist gesorgt. Wer sich dem Arbeitskreis anschießen will, kann sich bei Rita Verma unter Telefon 0172/2959934 oder per E-Mail an r-verma@lbv.de informieren.

Andreas Daschner

 

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