Flächen für den Bau von Windkraftanlagen im Landkreis FFB wurden nochmals reduziert 

Kein Windrad mehr, falls 2-km-Abstand kommt 

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Die neue Fassung der Landkreis-Windkraftplanung begutachten (v. li.) Landrat Thomas Karmasin, Bauamtschef Christian Obojkovits, Kreisbaudirektorin Reinlinde Leitz und Anke Demuth (Bauamt LRA) sowie der Kreisvorsitzende des Gemeindeverbandes, Johann Thurner.

Fürstenfeldbruck – Die Flächen für den Bau von Windkraftanlagen im Landkreis wurden nochmals reduziert. Nach Einarbeitung von 71 Stellungnahmen aus den Reihen der Träger öffentlicher Belange zu den Themen Richtfunk, Artenschutz, Denkmalpflege und Flugsicherheit verringerte sich die Konzentrationsfläche von 1.124 Hektar auf 720 Hektar. Die momentane privilegierte Fläche für Windkraftanlagen im Landkreis beträgt nur mehr 12,8 Prozent. 

 Mit einer weiteren Reduzierung ist zu rechnen, wenn vom Planungsbüro und dem Landratsamt die rund 1.000 vorliegenden noch nicht berücksichtigten Bürgereinwände bearbeitet worden sind. Auch könnten beschlossene Orts-Entwicklungspläne der Gemeinden die Flächen verringern. Am 10. Dezember stellten Landrat Thomas Karmasin und das Kreisbauamt zusammen mit dem Kreisvorsitzenden des Gemeindeverbandes, Mammendorfs Bürgermeister Johann Thurner, den neuen Entwurf mit den eingearbeiteten Stellungnahmen der Behörden im Rahmen einer Pressekonferenz im kleinen Saal des Landratsamtes vor. Als eine wichtige Zäsur bezeichnete Karmasin das vorliegende Zwischenergebnis. Wenn man auch die Zustimmung aller nicht erwarten könne, so stoße das Konzept aber doch auf breiten Konsens. 

Diesen Eindruck habe er nach Gesprächen mit den Vertretern der Bürgerinitiativen, so Karmasin.  „Sie fühlen sich eingebunden.“ „Insgesamt können wir mit dem Ergebnis zufrieden sein“, sagte auch Thurner. Er hoffe, dass nun auch die Gemeinden zufrieden sind, die bisher noch nicht überzeugt waren. „Was uns noch von der Regierung droht, werden wir sehen. Sollte der Zwei-Kilometer-Abstand kommen, können wir im Landkreis kein Windrad errichten.“ Gar als ein „fatales Signal“ für den Landkreis bezeichnete Karmasin, wenn sich der Vorstoß von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer durchsetzen sollte, den Mindestabstand von Windrädern zu Wohngebieten auf zwei Kilometer auszudehnen. 

Die Planung im Landkreis sieht wesentlich geringere Abstände vor: 800 Meter zu Wohngebieten und 600 Meter zu Weilern. Welche Flächen herausgefallen bzw. neu dazugekommen sind und warum sie geändert wurden, erläuterten Bauamtschef Christian Obojkovits und Kreisbaudirektorin Reinhilde Leitz im Einzelnen. Berücksichtigt wurden bei der Überarbeitung des Windplankonzeptes die Lebensräume und Brutstätten des Rot- und des Schwarz-Milans sowie des Wespenbussards, des Baumfalken, die Richtfunktrassen von Mobilfunk, Militär und ziviler Luftfahrt, sowie landschaftsprägende Denkmäler. 

 Dieter Metzler

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