Vorläufiger Windrad-Stopp

Windrad-Standort in Mammendorf wegen Höhenbegrenzung der Luftfahrt auf der Kippe

Mammendorfer Windrad mit Wolken im Himmel
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Das Mammendorfer Windrad, das mit einer Höhe von 185,9 Metern in den Himmel ragt, bleibt vorerst allein.
  • Dieter Metzler
    VonDieter Metzler
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Mammendorf – Werner Zauser (FW), ehemaliger Energiereferent und für Ziel 21 für Windkraft zuständig, informierte in der Juni-Sitzung des Gemeinderats über den aktuellen Zwischenstand zur geplanten Windkraftanlage „Mammendorf Nord“.

Seit 2017 bemüht sich die Gemeinde um die Erschließung eines Standortes im Nordwesten des Gemeindegebiets. Doch „eine Reihe von Hürden macht ein Vorankommen in der Planung derzeit leider unmöglich. Daher wurde das Projekt nun vorerst in Absprache mit dem beteiligten Ingenieurbüro ‚ruhend gestellt‘, sagt Zauser nun. Doch anders als teilweise in den letzten Tagen zu lesen, bedeute laut Zauser diese Entscheidung nicht das Ende der Mammendorfer Initiative für den Bau eines weiteren Windrades.

10-H-Regelung nicht das Problem

Die sonst in Bayern hinderliche „10-H Regelung“ sei nicht das Problem, da man sich im Gemeinderat einig sei durch einen Bebauungsplan Baurecht für eine solche Anlage zu schaffen. „Momentan sind es insbesondere zwei andere Probleme, an denen wir so richtig hängen“, sagt Zauser. Neben den schon länger bestehenden Problemen bei den naturschutzfachlichen und artenrechtlichen Untersuchungen, die an jedem neuen Standort durchgeführt werden müssen, verhindern aktuell massive Höhenbegrenzungen der militärischen Luftfahrt den Bau von Windkraftanlagen (WKA). Hier handelt es sich um die sogenannten Radarmindestführungshöhen.

Niedrigeres Windrad nicht wirtschaftlich

„Unser neuer Standort fällt nach den Recherchen unseres Windkümmerers in zwei Sektoren, in den MVA Lechfeld und MVA München“, erklärte Zauser. Beide haben die gleiche Höhenbeschränkung. „Das hat für unser geplantes Windrad zur Folge, dass es nur mit einer Höhe von maximal 178,52 Meter gebaut werden dürfte“, berichtet er. Das sei niedriger als das bestehende Mammendorfer Windrad mit einer Höhe von 185 Metern. „Das lässt einen wirtschaftlichen Betrieb kaum zu“. Aktuell würden WKA in hiesigen Windzonen etwa 230 Meter hoch sein. „

Das Warten auf Änderungen in den Regularien

Derzeit würden weitere Planungen keinen Sinn machen, kommt Zauser zu dem Ergebnis. Wenn es für die Höhenbeschränkungen keine Ausnahmenregelungen geben wird, dann sei der Bau von Windrädern im westlichen Oberbayern so ziemlich tot. Man müsse die weitere Entwicklung abwarten. „Unseren Standort halte ich aber nach wie vor für gut.“ Betroffen sind davon nicht nur Mammendorf, sondern weite Teile des westlichen Oberbayerns. „Solange bei beiden Themen keine Änderungen erfolgen, bleibt nur die Option in eine Warteposition zu gehen“, schlussfolgert Zauser. Mammendorf werde zusammen mit Gottfried Obermair von Ziel 21 und dem Windradkümmerer für Oberbayern, Herrn Beermann, weiter dafür kämpfen, die Energiewende auch durch den Ausbau der Windenergie voranzubringen.

Für Energiewende müssen Taten folgen

„In Bayern wird viel diskutiert, dass die 10-H Regelung den Bau von Windrädern praktisch zu Erliegen gebracht hat. Wie das Beispiel Mammendorf zeigt, ist es aber ein Irrglaube zu meinen, mit dem Wegfall von 10-H würden in Bayern schnell viele WKA entstehen“, bilanziert Zauser. Nur wenn eine Reihe weiterer Hürden entschärft werden, könne die Windenergie auch in Bayern ihren Beitrag zu Energiewende leisten. „Das können aber nicht die Kommunen im Alleingang stemmen, es braucht den entschiedenen Willen und massive Unterstützung von ganz oben“, fordert Zauser ein. Die bayerische Staatsregierung sei gefordert ihren Absichtserklärungen zum Ausbau der erneuerbaren Energien auch Taten folgen zu lassen. „Ich frage mich, wie will man die Energiewende schaffen und aus der Atomenergie und Kohle aussteigen, ohne dass die Voraussetzungen dazu geschaffen werden“, bemerkte auch Bürgermeister Heckl in der Sitzung kritisch.

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