Zu viele Gäste bei Wirtshaus-Start

Wirte von »Spezlwirtschaft am Dom« in Olching unterschätzen Andrang – Polizei kommt

Vier Personen stoßen mit Bierkrügen an.
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Laut Polizei war in Olching zu viel los bei der Eröffnung der Spezlwirtschaft.

Olching – Die zwei Spezln Reinhold Miefanger und Michael Maier wollten sich ihren Wirtshaus-Traum erfüllen. Nach langem Umbau und Vorbereitung wollten sie es trotz Lockdown am 1. Mai in der Nöscherstraße 6, wo bisher das „Bräustüberl Aschenwald“ beheimatet war, mit ihrer „Spezlwirtschaft am Dom“ wagen. Statt großer Party planten die beiden nur einen Straßenverkauf. Das Interesse war groß, die neugierigen Bürger strömten gerade zu herbei. Eigentlich etwas, worüber sich die beiden Wirte freuen könnten. Doch gerade dieser Besucherstrom wurde ihnen zum Verhängnis. Die Polizei kam. Nun droht ein Bußgeld.

„Als die Streifen eintrafen, war sowohl der Biergarten des neuen Lokals sowie die Straße vor dem Lokal prall gefüllt“, meldet die Polizei Olching in ihrem Einsatzbericht vom Maifeiertag. Reinhold Miefanger, der auch Vorstand beim SC Olching ist, erzählt: „Die Polizei wurde von irgendwem angerufen. Die Polizisten waren sehr nett. Aber die höchstens sechs Leute in meinem nicht so großen Biergarten, kamen ihnen eben sehr viel vor.“ „Prall gefüllt“ halte er aber für übertrieben. Die Tischgarnituren im Freien seien abgesperrt gewesen, sodass sich keiner hinsetzen konnte und so standen die Leute dort mit Maske und Abstand, um auf ihr Essen zum Mitnehmen zu warten. „Nach Schätzung der eingesetzten Kräfte hielten sich in dem Bereich mindestens 35 Personen auf“, heißt es im Bericht weiter. Und Miefanger räumt ein, dass sich auf der Straße einige Kunden tummelten, die – nachdem sie das Essen und die Getränke erhalten hatten – nicht gleich wieder heim marschiert waren. Die Neueröffnung habe er nur in sozialen Medien beworben. Maier und Miefanger hätten zwar gewusst, dass der „Hunger“ auf die neue Wirtschaft groß sei, doch dass der Andrang am ersten Tag gleich so groß werden würde, hätten die beiden nicht gedacht. „Die Euphorie war einfach zu groß, da müssen wir uns an die eigene Nase fassen, wir hätten mehr darauf achten müssen, dass die Abstände besser eingehalten werden“, räumt Miefanger ein.

Anzeige wegen der geltenden Infektionsschutzbestimmungen

„Die Wirtsleute erwartet eine Anzeige wegen der geltenden Infektionsschutzbestimmungen“, meldet die Polizei abschließend. Wie hoch das Bußgeld wird, wissen die beiden Wirte noch nicht, doch sie hoffen, „dass es glimpflich ausgeht.“ Gewiss ist, dass eine Summe im vierstelligen Bereich möglich ist.

Trotz allem freuen sie sich nun auf die möglichen Biergarten-Eröffnungen in Bayern, die Minister Markus Söder ab einer Inzidenz unter 100 angekündigt hatte. „Wir hoffen, dass die Leute uns weiter wohlgesonnen sind und uns auch mit nötigem Test und Termin in unserem Biergarten besuchen werden“, sagt Miefanger. Eigene Speisen können mitgebracht werden. Bis sich die Olchinger auf das braune Ledersofa setzen oder die Jukebox im Innenbereich der „Spezlwirtschaft am Dom“ bedienen dürfen, wird es wohl noch dauern.

Kohr

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