Zum Wirtschaftsempfang im Fürstenfeldbrucker Landratsamt sprach Regionalbischöfin Breit-Keßler - Im Landkreis fehlen Fachkräfte

Der Gastgeber des Wirtschaftsempfangs, Landrat Thomas Karmasin, mit dem Ehrengast und der Referentin des Abends, Regionalbischöfin für München und Oberbayern, Susanne Breit-Keßler, die über das Thema „Unternehmen – Verantwortung“ sprach. Foto: Dieter Metzler

Bis auf den letzten Platz gefüllt war der große Sitzungssaal im Brucker Landratsamt, als Landrat Thomas Karmasin am 9. November Unternehmer, Behördenleiter, Bankvorstände und Kommunalpolitiker aus dem Landkreis zum diesjährigen Wirtschaftsempfang willkommen hieß. Festrednerin war die Regionalbischöfin für München und Oberbayern, Susanne Breit-Keßler, die über das Thema „Unternehmen – Verantwortung“ referierte. Den jährlich im Herbst stattfindenden Empfang, der mit der zehnten Veranstaltung heuer ein kleines Jubiläum feierte, nutzten auch diesmal wieder gut 250 Gäste zum Dialog und um das gegenseitige Verständnis zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung zu intensivieren.

Als „geistige Nahrung zum Knabbern“ bezeichnete Landrat Karmasin die Rede von Breit-Keßler, bevor er alle Gäste zum Gedankenaustausch an das vom Küchenteam des Klinikums vorbereitete und von einigen Unternehmen gesponserte Buffet einlud. Die Regionalbischöfin trug sich ins Goldene Buch des Landkreises ein und erhielt von Karmasin einen Blumenstrauß sowie einen Geschenkkorb mit Brucker-Land-Produkten. Mit ihren Ausführungen zuvor gaben sowohl der Landrat als auch die Regionalbischöfin den Gästen genügend Denkimpulse und damit Gesprächsstoff mit auf den Weg. „Die Arbeitslosigkeit im Landkreis beträgt 3,4 Prozent. Das ist volkswirtschaftlich betrachtet Vollbeschäftigung“, ging der Landrat auf die regionale wirtschaftliche Lage ein. Nach dem wirtschaftlichen Aufschwung wünsche er sich jetzt den Aufbruch der Gesellschaft. Dazu seien aber eine veränderte Diskussionskultur, Akzeptanz von Spielregeln und Grenzen in der Auseinandersetzung notwendig, so der Landrat. In Anbetracht der steigenden Sozialleistungen wünsche er sich eine offene und ehrliche Debatte zur Bildungspolitik sowie zu sozialen Themen. Arbeit, Leistung, Erfolg sind wichtige Faktoren im Leben – aber nicht alles. „Egal, wie viel sie schaffen“, so die Regionalbischöfin Breit-Keßler. „Seelenruhe und letzte Sicherheiten können sie sich nicht erwirtschaften.“ Spiritualität sei einer der drei Werte, so Breit-Keßler, der für einen Erfolg ausschlaggebend sei. Respekt vor der Würde der Person der zweite, und gute Kommunikation der dritte. Dazu gehöre die Ich-Stärke. Sich selbst gut kennen, aber auch den anderen ernst nehmen. Die Bischöfin forderte die Unternehmen zu mehr sozialem, dem Gemeinwohl verpflichtendem Verhalten auf, das sich an der Menschenwürde ausrichten müsse. "Der Aufschwung in der Wirtschaft ist da, auch in unserem Landkreis," sagte Landrat Karmasin - "was wir jetzt brauchen, ist der Aufbruch in der Gesellschaft." Der Landkreis sei mittelständisch strukturiert, die Krise habe diese Region nicht so stark getroffen wie die Standorte von Großunternehmen, die Auftragsbücher des Handwerks seien voll, auch das Konjunkturpaket der Bundesregierung habe dazu beigetragen. Karmasin: "Die Arbeitslosigkeit beträgt aktuell 3,4%, das ist volkswirtschaftlich betrachtet Vollbeschäftigung... Unseren Landkreis drückt der Mangel an Fachkräften wesentlich mehr als der Mangel an Arbeitsplätzen".

Auch interessant

Meistgelesen

Welche Band soll es in den Kreisboten schaffen?
Welche Band soll es in den Kreisboten schaffen?
Fusionspläne werden geprüft
Fusionspläne werden geprüft
Horror-Szenario als Übung
Horror-Szenario als Übung
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben

Kommentare