Ein Wohlfühlort für alle und eine Chance für Menschen ohne Arbeit – Wiedereröffnung des Caritas-Hofcafés in FFB

: Arbeitsanleiterin Melanie Borbe enthüllt das neue Schild des Hofcafés in der Schöngeisinger Straße im Innenhof des Caritas-Zentrums. Foto: Dieter Metzler

„Das Hofcafé soll ein Wohlfühlort für alle sein, aber vor allem ein Beschäftigungsprojekt für die, die sonst auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben“, sagte Claudia Ramminger, die Kreisgeschäftsführerin der Caritas, bei der kleinen Feier zur Wiedereröffnung des Cafés am 11. Mai im Innenhof des Brucker Caritas-Zentrums an der Schöngeisinger-Straße. Sie freue sich, dass es nun wieder weitergehe und hoffe auf eine große Resonanz. Für die musikalische Umrahmung sorgte Martina Hübner von der Erziehungsberatungsstelle.

„Was ist mit dem Hofcafé?“ hätten auch viele Bürger nach Schließung des Cafés im Oktober des vergangenen Jahres gefragt, berichtete Brucks zweiter Bürgermeister Hans Schilling über den inzwischen beliebten Treffpunkt in der Innenstadt. „Es ist wie im richtigen Leben: Etwas geht einem erst ab, wenn es nicht mehr da ist“. Fünf Jahre lang war das Beschäftigungsprojekt ein Kooperationsprojekt der Caritas und des Jobcenters Fürstenfeldbruck und wurde durch diese Einrichtungen finanziert, erklärte Dipl. Sozialpädagoge Ralf Grath, Leiter der Wohnungslosenhilfe und Projektverantwortlicher des Hofcafés. Da die Bundesregierung die Leistungen für diese Art von Eingliederungshilfe in drastischem Maße gekürzt hatte, musste das Hofcafé geschlossen werden, wodurch sechs als schwer vermittelbar geltende Ein-Euro-Jobber beschäftigungslos wurden. Umso mehr freute sich nun Kreisgeschäftsführerin Ramminger, dass der Bezirk Oberbayern die Finanzierung für die so genannten „Zuverdienstplätze“ übernommen hat. Finanziert werden damit eine Fachkraft sowie ein Teil der Sachkosten. Zwölf Mitarbeiter mit Sucht- oder psychischen Problemen arbeiten jeweils bis zu drei Stunden täglich im Hofcafé. Auf diese Weise können sie ihre Erwerbsunfähigkeitsrente um 1,60 Euro pro Stunde aufbessern. Vorrangig sei das Ziel, den Menschen mit Handikap eine dauerhafte Beschäftigung zu geben, betonte Grath. Eine Wiedereingliederung in das normale Arbeitsleben müsse nicht sein, könne aber möglich sein. Im Gegensatz zu früher muss das Hofcafé nunmehr allerdings „marktkonformer“ arbeiten, teilte Grath mit, d. h. Gewinn einfahren, mit dem der Zusatzverdienst der Beschäftigten, die Sachkosten, insbesondere die Miete bezahlt werden können. Zoltan Filesch, zuständig für die Förderung von Zuschüssen vom Bezirk Oberbayern, zitierte bei seinem kurzen Grußwort Konfuzius: „Wohin Du auch gehst, geh` mit ganzem Herzen“. Ein Zuverdienst funktioniere nur, wenn man mit ganzem Herzen bei der Sache ist, womit er auch noch einmal auf das eigentliche Ziel des Projektes anspielte. „Wo sitzt man sonst so zentral in der Innenstadt und doch abseits vom Lärm“, meinte Dieter Müller, Sozialamtsleiter des Landratsamtes und wünschte dem Projekt viel Glück. Die Segnung des Hofcafés bedeute aber nicht automatisch, dass alles gut gehe, sagte Dekan Albert Bauernfeind, bevor er die Gaststätte mit Gottes Segen ihrer Bestimmung übergab. Wichtig sei die gegenseitige Wertschätzung. Täglich angeleitet werden die Mitarbeiter des Hofcafés von Melanie Borbe. Die staatlich geprüfte Diätassistentin achtet sehr darauf, woher die zu verarbeitenden Produkte stammen. Auch bei der Zubereitung legt sie viel Wert darauf, dass alles frisch und selbst zubereitet wird. Und das schmeckt man auch. Nach einer Probephase ist nun das Hofcafé ab 14. Mai wieder für alle geöffnet. Täglich gibt es von 11.30 Uhr bis 15 Uhr bis zu vier verschiedene Mittagsgerichte um einen Preis von fünf Euro, aber auch kleine Snacks, Getränke und natürlich Kaffee und Kuchen.

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