Wohnungsbaugesellschaft will nun durchstarten

Areale für Sozialwohnungen im Landkreis Fürstenfeldbruck

Christoph Maier ist seit September Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft.
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Christoph Maier.

Landkreis Fürstenfeldbruck – Eineinhalb Jahre nach ihrer Gründung startet die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Fürstenfeldbruck durch. Sie will bezahlbaren Wohnraum schaffen. Acht Kommunen, darunter der Landkreis, haben mögliche Grundstücke ins Gespräch gebracht.

Bezahlbarer Wohnraum muss vor allem eines sein: bezahlbar. „Darauf wird der Fokus liegen“, sagte Christoph Maier, Kreisrat und seit September Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft, bei einer Online-Pressekonferenz. Dass die Bauten besonders schön oder besonders ökologisch werden, könne quasi als Sahnehäubchen oben drauf kommen. Die Priorität läge aber darauf, das Bauen günstig zu halten.

Die mit 17 Kommunen als Gesellschaftern gegründete Wohnungsbaugesellschaft will robust und günstig bauen, dabei möglichst energie-effizient sein und eine bestmögliche Einbindung in die öffentliche Mobilität erreichen. „Die Menschen, die solchen Wohnraum benötigen, haben typischerweise nicht zwei Autos in der Garage stehen“, sagt Maier.

Acht Kommunen haben Areale in den Ring geworfen, auf denen sie sich derartige Projekte vorstellen können: Alling, Althegnenberg, Fürstenfeldbruck, Gröbenzell, Landsberied, Maisach, Mammendorf und der Landkreis. Letzterer möchte sogar vier Grundstücke einbringen. Um welche es sich dabei handelt, lassen sich Maier und Landrat Thomas Karmasin aber nicht entlocken. Zwei davon liegen in der Stadt Fürstenfeldbruck. Mehr wollte Maier nicht sagen.

„Die Kämmerei bereitet alles vor, ist wegen Corona aber überlastet“

Der Grund: Die zuständigen Gremien müssen laut Karmasin noch ihr Okay geben. Und das kann noch ein wenig dauern. „Die Kämmerei bereitet alles vor, ist wegen Corona aber überlastet“, sagt Karmasin. Er rechnet damit, dass im Sommer im Kreistag die Grundsatzbeschlüsse fallen.

Maier möchte noch heuer die ersten Planungen auf den Weg bringen. 2022 sollen dann die Bagger rollen. Allerdings würden freilich nicht alle diskutierten Projekte gleichzeitig starten. Eines im urbaneren und eines im ländlichen Raum möchte der Geschäftsführer in einem ersten Schritt realisieren. „Um Erfahrungen zu sammeln“, wie er sagt.

Es stehen zwei Fördermodelle zur Verfügung. Beim kommunalen Wohnungsförderprogramm des Freistaats (KommWFP) bleiben die Kommunen Eigentümer und beauftragen die Gesellschaft gegen Bezahlung mit der Abwicklung. Im Rahmen der „Einkommensorientierten Förderung“ (EOF) bringen die Kommunen ihr Grundstück in die Gesellschaft ein, die das Projekt dann federführend realisiert.

EOF-Modell derzeit bevorzugt

Derzeit würden die Kommunen tendenziell eher das EOF-Modell bevorzugen, „weil sie dann das finanzielle Risiko nicht mehr tragen“, sagt Maier. Beim KommWFP gebe es aber höhere Fördersätze von bis zu 30 Prozent, denen zehn Prozent bei EOF gegenüber stehen. Egal in welchem Modell: Ziel der Wohnungsbaugesellschaft bleibt, den Wohnraum günstig zu halten.

Beim KommWFP könne man laut Maier einen Mietzins von acht bis neun Euro Kaltmiete pro Quadratmeter erreichen, beim EOF seien es sogar sechs bis neun Euro. Um die Preise niedrig zu halten, soll eine relativ einheitliche Wohnungsstruktur her. Ziel sind zwei Planungen – eine urban, die andere ländlich – die man dann auf das jeweils zur Verfügung stehende Grundstück anpassen kann. „Das ist günstiger, als wenn man bei jedem Grundstück neu zu planen beginnt“, sagt Maier.

Entstehen soll dabei von der Ein- bis zur Vier-Zimmer-Wohnung alles, was an Bedarf beim Klientel vorhanden ist. Weil gerade sozialer Wohnungsbau in der Nachbarschaft kritisch gesehen wird, kündigt Maier einen Bürgerdialog an. Bestehende Wohnungen der Kommunen will die Gesellschaft ebenfalls verwalten. Die Rahmenbedingungen dafür sollen bis zum 1. Januar 2022 geschaffen werden.

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