Aufgefundener Rucksack mit 5000 Euro Bargeld führte zu einem 65-jährigen und 22 mutmaßlich gefälschten Rezepten  

Ehrlicher Finder löst Wohnungsdurchsuchung aus

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Ein Rucksack, den ein ehrlicher Finder bei der PI Germering ablieferte, führte zu einer Hausdurchsuchung bei dem 65-jährigen Eigentümer.

Germering - Einen Rucksack und ein KTM Herren-Fahrrad gab ein ehrlicher Finder am Freitag, 4. März 2016 bei der Polizei in Germering ab. Der 35-jährige ahnte nicht, dass der Inhalt der Fundstücke eine Wohnungsdurchsuchung bei dem 65-jährigen Eigentümer auslöste, der von der Polizei informiert worden war. Denn im Rucksack befanden sich außer 5000 Euro Bargeld auch diverse Medikamenten-Rezepte auf den Namen einer längst geschlossenen Arzt-Praxis,  die das Interesse der Polizei erweckten. Als der Rucksack-Besitzer seine Fundsachen bei der PI Germering abholen wollte, wurde er mit dem Verdacht einer möglichen Rezeptfälschung konfrontiert. In den Abendstunden folgte außerdem auf Beschluss der Staatsanwaltschaft eine Wohnungsdurchsuchung bei dem polizeibekannten Mann.

 Zunächst wurde durch einen 35-jähriger Germeringer gegen 02.30 Uhr ein Rucksack und KTM Herren-Fahrrad bei der Inspektion in der Waldstraße abgegeben, die Fundstücke hatte der ehrliche Finder in der Beethovenstraße aufgefunden.  Die Streifenbeamten der PI Germering staunten nicht schlecht, als sie neben den Ausweisdokumenten fast 5000 Euro Bargeld sowie die Ec-Karte des Eigentümers und dessen Handy in dem besagten Rucksack vorfanden. Bei der weiteren Überprüfung  des Rucksacks weckten zwei am Vortag eingelöste Rezepte für die Medikamente Diazepam und Zolpidem das Interesse der Polizisten.

 Diese Rezepte waren zum einen kurz nacheinander in zwei verschiedenen Apotheken am Vortag in Germering eingelöst worden und zum anderen scheinbar von einer Ärztin ausgestellt, die nach entsprechender Recherche bereits vor etwa sieben Jahren ihre Praxis in Germering aufgegeben hatte. Diese beiden Indizien legten den Verdacht nahe, dass der mutmaßliche Eigentümer des Rucksacks sich möglicherweise der Straftat einer Urkundenfälschung in Form einer Rezeptfälschung strafbar gemacht hat.

Da der 65- jährige Eigentümer in der Zwischenzeit von der Polizei über die Auffindung seines Fahrrads und seines Rucksacks informiert worden war, erschien dieser gegen 19.30 Uhr bei der Wache und verlangte die Herausgabe seiner aufgefundenen Gegenstände.

 Doch diesen Gefallen erwiesen ihm die Polizisten nicht, stattdessen wurde er mit dem Vorhalt einer von ihm begangenen Rezeptfälschung konfrontiert. Daraufhin räumte er ein, dass er die Rezepte eingelöst habe, aber diese Rezepte von einem Bekannten aus Serbien erhalten habe.

Die Polizisten gaben sich mit dieser Auskunft nicht zufrieden und beantragten über die Staatsanwaltschaft einen Durchsuchungsbeschluss beim zuständigen Ermittlungsrichter. Daraufhin wurde die Germeringer Wohnung des 65-jährigen polizeibekannten Mannes noch in den Abendstunden durchsucht.

Dabei stellte die Polizei im Schlafzimmerschrank des Mannes einen  Karton mit 11 Packungen Diazepam und 5 Packungen Zolpidem  sicher.  Zudem wurden auf seinem Schreibtisch 22 totalgefälschte Rezepte, die ebenfalls auf die oben genannte Praxis in Germering ausgestellt waren, aufgefunden.

 Die besagten Rezepte waren im Zeitraum von August 2014 – Februar 2016 ausgestellt bzw. eingelöst worden. Außerdem konnte ein technisch vorbereitetes Schneidebrett und dickeres Papier für Rezepte sichergestellt werden. Darüber hinaus fanden die Polizeibeamten noch einen  Elektroschocker,  bei welchem es sich um einen verbotenen Gegenstand nach dem Waffengesetz handelt.  Wegen der erheblichen Mengen von Medikamenten, die der 65-jährige  in den Apotheken erworben hat, erschien es der Polizei fraglich, ob der Beschuldigte diese ausschließlich nur für den Eigenkonsum erworben hat oder ob er sich damit sogar eine zusätzliche Einnahmequelle erschlossen hat.

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