Machbarkeitsstudie 2020

Umfrage: Radschnellweg entlang der S 4 von Fürstenfeldbruck bis nach München?

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Vor der Tafel mit dem auf der Karte eingezeichneten Korridor für den Radschnellweg von Bruck nach Emmering gaben Bürger Alternativ-Vorschläge ab (rechts Emmerings Bürgermeister Michael Schanderl)

Schnell, sicher und direkt mit dem Fahrrad große Entfernungen zurücklegen, das ist das Ziel von Radschnellverbindungen (RSV). Auch im Landkreis wird derzeit eine solche Verbindung auf Machbarkeit überprüft. Geplant ist ein Radschnellweg entlang der S4-Bahnlinie von Fürstenfeldbruck bis zur Landkreisgrenze nach München. Bis spätestens im Herbst 2020 soll die Studie abgeschlossen sein. Wann die Radstrecke aber realisiert wird, hängt auch vom viergleisigen Ausbau der S4 West ab.

Fürstenfeldbruck - Am 24. Oktober fand für Bürger ein Workshop im großen Sitzungssaal des Landratsamtes statt. Das vom Landkreis beauftragte Planungsbüro stellte einen Vorentwurf vor, der einen groben Korridor entlang der Bahnstrecke von Fürstenfeldbruck, Emmering, Eichenau und Puchheim bis zur Grenze der Landeshauptstadt vorgibt. Bevor die rund 50 Bürger, die an dem Workshop teilnahmen, zu dem Konzept ihre Vorschläge einfließen ließen, erhielten sie einen Inputvortrag über die Machbarkeitsstudie und wurden über die Grundanforderungen an einen Radschnellweg aufgeklärt. Aus zwei Gründen habe man die Öffentlichkeit frühzeitig ins Boot geholt, erklärte Sebastian Klaß, der Radverkehrsbeauftragte des Landratsamtes. 

Verbesserung des C02- und Feinstaubgehaltes

„Einmal möchten wir von Anfang an auf Ihre Belange eingehen, zum anderen sind auch die Informationen von Ihnen für die weitere Planung sehr wertvoll und wichtig. Damit können wir mögliche Hemmnisse ausschließen und gezielt nach Lösungen suchen.“ Den Korridor entlang der S4-Gleistrasse wurde als prädestiniert für einen Radschnellweg angesehen, teilte eine Vertreterin des Planungsbüros mit. Wegen des geplanten Ausbaus der S4 West stimme man sich regelmäßig mit dem Planungsbüro der DB ab. Zu den wichtigsten Anforderungen an eine RSV-Strecke zählt die Breite von vier Metern, die Trennung vom Fußverkehr, der Zweirichtungsverkehr, eine hohe Belagsqualität sowie ein Umweg- und steigungsarmer Verlauf. Neben einer Verbesserung des CO2- und Feinstaubgehalts sprechen eine Erhöhung der Verkehrssicherheit, weniger Auto-Parkplätze sowie die Gesundheit der Beschäftigten für einen Radschnellweg. Aber auch langfristig Einsparungen bei der Straßeninfrastruktur sowie eine Entlastung von Bus/Bahn zu Spitzenzeiten, wenn die berufstätigen Pendler aufs Rad umsteigen, sind zu den Vorteilen zählen.

Stärke Zunahme und Belastung durch den Autoverkehr

 „Wir sind ein ganzes Stück weitergekommen“, dankte Klaß am Ende den Bürgern für ihre Anregungen. Die Ergebnisse wird das Planungsbüro nutzen, um eine geeignete Route festzulegen. Das Ergebnis könne man dann auf der Internetseite des Landratsamtes nachlesen. Er selbst stand dem Radschnellweg sehr skeptisch gegenüber, meinte Landrat Thomas Karmasin eingangs, ob man das Fahrrad als Alternative zum Autoverkehr sehen kann. Aber in Zeiten des E-Bikes muss man die Dinge doch ein wenig anders betrachten, als wie vor zehn Jahren. Auch unter dem Aspekt der immer stärkeren Zunahme und damit Belastung durch den Autoverkehr im Ballungsraum München könnte das Fahrrad doch zu einer Entlastung beitragen. Karmasin gab allerdings zu bedenken, dass aufgrund der besonderen Voraussetzungen an einen Radschnellweg, dieser im Landkreis nicht so leicht zu erfüllen ist. „Trotzdem sind wir optimistisch, dass wir mit der Machbarkeitsstudie einen großen Schritt weiterkommen.“

Kreisbote Leserumfrage

Dieter Metzler

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