Wegen der demografischen Entwicklung wird die Alterszahnheilkunde immer wichtiger - Der Brucker Zahnarzt Dr. Jakobs kommt zu den Senioren ins Heim

Auf Zahnarzt-Visite im Altenheim 

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Der ehemalige Oberfeldarzt, Zahnarzt Dr. Georg Jakobs,  besucht mit Arztkoffer auch Senioren in    Alten- und Pflegeheimen.

Fürstenfeldbruck –  Wegen der demografischen Entwicklung wird die Alterszahnheilkunde in den nächsten Jahren erheblich an Bedeutung gewinnen: Davon ist der Brucker Zahnarzt Dr. Georg Jakobs überzeugt.  Seit fast zehn Jahren führt der ehemalige Oberfeldarzt der Bundeswehr eine zahnmedizinische Versorgung in einigen Senioren- und Pflegeheimen im Landkreis durch. Erschwerend  dabei ist,  dass es in Seniorenheimen keinen Zahnarztstuhl gibt.  Bis zu seiner Praxiseröffnung in der Pucher Straße im Jahre 1998 hat Dr. Jakobs zwölf Jahre lang als Zahnarzt im Brucker Fliegerhorst praktiziert.  

 Die Erhaltung der Zahn- und Mundgesundheit sei gerade für diese älteren Patienten immens wichtig, und die regelmäßige zahnärztliche Betreuung ein wichtiges Fundament für das allgemeine Wohlbefinden, sagt Dr. Jakobs. Wöchentlich wendet der auch im Brucker Stadtrat engagierte CSU-Politiker zwischen acht bis zehn Stunden neben seinem normalen Ablauf in der Praxis für die Besuche in den Altenheimen auf. Jeden Mittwoch- und Freitagnachmittag packt der Mediziner seinen Arztkoffer und fährt die Heime im Landkreis an, um dort Befundungen mit Diagnosestellungen durchzuführen. 

Dabei habe er aber nur mit einer Pflegeinrichtung einen Kooperationsvertrag über die zahnärztliche und pflegerische Versorgung geschlossen, die anderen Heime fordern ihn telefonisch an. Vor Ort könne er einfache Therapien, Reparaturen an Prothesen, Zahnersatz bis hin zu einfachen Extraktionen durchführen, informiert Dr. Jakobs. Dabei sei ihm aber klar, dass man sich als Mediziner wegen der Hygiene häufig auf „dünnem Eis“ bewege. „Zahnärztliche Einrichtungen halten die Pflegeheime leider nicht vor“, so Dr. Jakobs. Er würde dafür werben, dass zumindest größere Einrichtungen einen Zahnarztstuhl vorhalten. 

Ein weiteres Problem ergebe sich, wenn eine weitergehende Behandlung in seiner Praxis notwendig werde. „Wer die Pflegestufe null oder eins hat, hat keinen Anspruch auf Transportkosten“, klärt Dr. Jakobs auf. Häufig gelinge es ihm aber, den Transport mit der Pflegeeinrichtung irgendwie zu organisieren. Wünschen würde sich der Zahnarzt, dass alle Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu einer bedarfsadäquaten zahnärztlichen Versorgung erhalten. Noch werde dieser Zugang aber von einer Vielzahl verschiedener Faktoren behindert. So würde dem Zahnarzt von Seiten der Angehörigen, die aufgrund der zurückhaltenden Informationspolitik der Kassen häufig nichts von dem Rechtsanspruch der Pflegebedürftigen wüssten, große Skepsis aus Angst vor etwaigen Folgekosten entgegenschlagen. „In der Regel rufe ich die Angehörigen der Patienten, die ich behandle, an“, wobei allerdings auch ein Zahnarzt an die ärztliche Schweigepflicht gebunden ist.

 Es komme auch vor, dass frühere Patienten, die nunmehr in eine solche Pflegeeinrichtung eingezogen sind, ihren vertrauten Zahnarzt haben wollen. Die zahnmedizinische Versorgung in den Alten- und Pflegeeinrichtungen stelle ein Herausforderung dar, der sich Dr. Jakobs einerseits gern stellt, weil es ihm persönlich „viel gebe“, wenn er die Dankbarkeit der Patienten erfährt, aber ihm ist auch klar, dass die zahnmedizinische Versorgung in diesen Einrichtungen noch länger ein heißes Thema bleiben wird. 

Dieter Metzler

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