Mit der Zeit nur besser

Stadtwerke-Geschäftsführer Karl Heinz Schönenborn und Aufsichtsratsvorsitzender, OB Sepp Kellerer, freuen sich über die Erfolgsgeschichte der Stadtwerke. Foto: Metzler

„Und so stoße ich mit Ihnen auf die Gegenwart und die Zukunft der Stadtwerke Fürstenfeldbruck mit einem Glas Wasser an“, sagte Karl Heinz Schönenborn, Geschäftsführer der Stadtwerke GmbH, bei seiner Rede zum Festakt anlässlich des 120-jährigen Jubiläums der Brucker Stadtwerke am 17. Oktober im Säulensaal des Veranstaltungsforums. „Denn mit Wasser fing alles vor 120 Jahren an.“

Anschließend drehte Schönenborn das Rad der Zeit um 120 Jahre zurück und ließ die Erfolgsgeschichte der Stadtwerke Fürstenfeldbruck vor den Gästen aus Politik, Wirtschaft, Banken sowie Mitarbeitern Revue passieren. So erfuhren die Gäste von der regelmäßigen Modernisierung der Stromnetze, um den immer höher werdenden Anteil von regenerativ erzeugtem Strom ins Netz einzuspeisen, vom Einsatz von BHKWs, Photovoltaik und Fernwärme sowie der Nutzung von Windenergie. „Erneuerbare Energien einzusetzen ist das eine. Energie, wenn möglich zu vermeiden bzw. effizient zu nutzen das andere“, berichtete Schönenborn. So haben die Stadtwerke, um Energie und Kosten zu sparen, eine intelligente Gebäudeleittechnik entwickelt. Die Energiezentrale West, die vom Bundesumweltministerium sogar ausgezeichnet wurde, sei ein Beispiel dafür, wie sich Energiekosten und der CO2 Ausstoß reduzieren lassen, wenn Kunden und kommunale Verantwortliche gemeinsam mit den Stadtwerken an einem Strang ziehen. Besonders stolz sei man bei den Stadtwerken, dass man im hartumkämpften Wettbewerbsmarkt wirtschaftlich gesund dastehe. Als 100-prozentige Tochter der Stadt betreibe man eine eigenständige Energieversorgung, so Schönenborn. Man sei weder mit großen Konzernen verbandelt noch mit fremden Investoren, denen es um reine Gewinnmaximierung gehe. Als GmbH könne man auch außerhalb des Versorgungsgebietes neue Kunden gewinnen, was als städtischer Eigenbetrieb nicht möglich war, pries Schönenborn die Vorteile als GmbH. Auch könne man sich leichter an Großprojekten auf dem globalen Energiemarkt beteiligen, wie zum Beispiel an großen Windparks. Die Stadtwerke sind derzeit an sechs Windparks beteiligt. Bei seinem Ausblick in die Zukunft gab sich Schönenborn zuversichtlich, dass die Energiewende bis 2030 in der Region realisiert sei. „Bis dahin fließen durch unser Netz 100 Prozent erneuerbare Energie, die wir regional erzeugt haben, so dass wir 2030 unabhängig von Dritten sein werden“, sagte der Stadtwerke-Geschäftsführer. Es grenze schon an ein kleines Wunder, meinte Brucks Oberbürgermeister Sepp Kellerer bei seinem Grußwort. „Je älter die Stadtwerke geworden sind, desto leistungsfähiger sind sie geworden. Im normalen Leben ist dies ja eher umgekehrt.“ Der Brucker Rathauschef, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke GmbH, zeigte in groben Zügen die Entwicklung auf, die die Stadtwerke in 120 Jahren genommen haben. Er erinnerte an den Gründer Oskar von Miller, daran, dass der Markt Bruck einer der ersten Orte in Bayern mit einer elektrischen Straßenbeleuchtung war und ging auf die rasante Entwicklung nach dem Krieg ein sowie auf die Umwandlung der Stadtwerke in eine GmbH im Jahre 2000. Von den Stadtwerken gebe es eigentlich nur Erfreuliches zu berichten, so Kellerer, wenn nur die Strompreiserhöhungen nicht wären. Doch dass die Energiewende Geld koste, das sei doch jedem klar gewesen, meinte Kellerer. Erst war jeder gegen die Atomkraft, nun regen sich die ersten schon wieder über Kosten, die die Energiewende mit sich bringe, auf. Ob die zur Finanzierung beschlossene Erneuerbare Energien Umlage, die zum Ausbau der erneuerbaren Energien-Anlagen jährlich erhöht werde, diesmal komplett an die Kunden oder ein Teil von den Stadtwerken übernommen werde, überlege man derzeit noch, teilte Kellerer mit. Das schönste Geburtstagsgeschenk für die Stadtwerke und die Stadt wäre, wenn die Stadtwerke ihren Neubau im Brucker Westen bekommen würden. Der Stadtrat habe mit breiter Mehrheit für den Neubau an der Cerveteristraße gestimmt. Den wenigen Gegnern warf Kellerer vor, sie würden mit falschen Informationen nur die Bevölkerung verunsichern. Als Vorsitzender des Regionalbeirates berichtete Allings Bürgermeister Frederik Röder über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Stadtwerken. Um den Umweltschutz und die Kooperation auf kommunaler Ebene zu stärken, wurde der Regionalbeirat im Jahre 2004 aus der Taufe gehoben, an dem 22 Gemeinden aus dem Versorgungsgebiet der Stadtwerke beteiligt sind. Neben einem regelmäßigen Erfahrungsaustausch zwischen den Bürgermeistern und den Stadtwerken hat sich der Regionalbeirat den optimierten Einsatz von Energie in der Region auf die Fahnen geschrieben. Seit zehn Jahren unterstützen die Stadtwerke Energiesparmaßnahmen in der Region. Insgesamt flossen auf diese Weise allein über den Regionalbeirat mehr als 250.000 Euro für energieeffiziente Maßnahmen in das Versorgungsgebiet der Stadtwerke.

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