Am 15. Februar gibt es Zwischenzeugnisse

Lieber loben statt toben

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Hat immer ein offenes Ohr für die Probleme der Schüler: Diplom-Sozialpädagogin Angela Guckenbiehl.

Am 15. Februar gibt es im Landkreis Fürstenfeldbruck Zwischenzeugnisse. Ein Ereignis, das für viele Schüler mit gemischten Gefühlen verbunden ist. Schließlich erfahren die Eltern dann schwarz auf weiß, wie es um die aktuellen Leistungen steht.

Viele Kinder haben bei schlechten Noten Angst vor den enttäuschten Reaktionen der Eltern oder fürchten Strafen. „Gerade am Zeugnistag sollten Eltern ihre Kinder eher unterstützen als ausschimpfen“, rät Angela Guckenbiehl, die als Diplom-Sozialpädagogin an der Grundschule Mitte in Fürstenfeldbruck Kinder bei schulischen oder sozialen Themen unterstützt sowie Eltern berät. „Schlechte Noten sind für Kinder Gram und Strafe genug und geschehen in der Regel ohne Absicht. Vielmehr sollten Eltern versuchen, den Druck herauszunehmen und gemeinsam mit dem Kind überlegen, welche Lösungen es gibt.“ Sind die Lücken nicht allzu groß, hilft oft kurzfristige Lernunterstützung zu Hause. Wenn es zwischen Eltern und Kindern emotional hergeht, hat Angela Guckenbiehl einen besonderen Rat: „Um die Emotionalität aus dem Thema zu nehmen bewirkt ein ‚Kindertausch’ zur Hausaufgabenzeit im Freundeskreis manchmal wahre Wunder.“

Eltern sollte ihren Kindern die Ängste nehmen

Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Zensuren der Viertklässler – schließlich entscheiden die Noten des Zwischenberichts vorerst über die weitere Schullaufbahn. „Viertklässler stehen leider besonders unter Druck“, weiß die Diplomsozialpädagogin. Der Druck muss dabei nicht einmal von den Eltern kommen – oftmals genügt ein abfälliger Kommentar eines Klassenkameraden oder Verwandten, um Ängste zu schüren. Auch hier gilt die Devise: Eltern sollten die Ängste ihrer Kinder ernst nehmen, sich Zeit nehmen und zuhören. „Das Schulsystem ist mittlerweile so durchlässig, dass unterschiedliche Wege zum Ziel führen. Unabhängig vom Notenschnitt sind Aspekte wie Lernmotivation und Lernwille wichtig und sollten bei der Wahl der Schule nicht vernachlässigt werden“, sagt Guckenbiehl. 

Schul-Unlust, Widerstand und Schmerzen

Vorwürfe und Druck wirken hingegen kontraproduktiv: ist die Motivation am Boden können sich neben Schul-Unlust, Widerstand und Ängsten auch Schmerzen einstellen. „Sobald Kinder körperliche Symptome wie häufige Bauch- oder Kopfschmerzen zeigen, sollten Eltern alarmiert sein und sich Unterstützung suchen. Solche Anzeichen zeigen, dass ein Kind eigentlich bereits zu viel aushält.“ Erster Ansprechpartner kann in diesem Fall die Lehrkraft sein – oder soweit an der Schule verankert - das Team der Jugendsozialarbeit.

Nicola Becker

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