Wertvolle Energie in unserem Bioabfall!

Effizientere Nutzung der Bioenergie ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz

Ziel 21 Bio Energie
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Das Bild zeigt von links: Jakob Drexler, Fachbereichsleiter Bioenergie bei ZIEL 21, Josef Seemüller, „Energiepapst“ im Landkreis Fürstenfeldbruck und seit der Gründung von ZIEL 21 mit im Boot. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Restmüll im Landkreis und hat 2020 den Ehrenpreis von ZIEL 21 für sein Engagement im Bereich der Erneuerbaren Energien bekommen. Daneben Gottfried Obermair, Vorsitzender bei ZIEL 21.

Teebeutel, Kaffeefilter, Obstschalen, Gemüsereste – viel zu viel davon landet im Restmüll. Bei der Sammlung von Bioabfällen im Landkreis Fürstenfeldbruck läuft noch nicht alles optimal, im bayernweiten Vergleich liegt Fürstenfeldbruck weit zurück.  Seit vielen Jahren setzt sich der Energiewendeverein ZIEL 21 für Verbesserungen ein. Der wichtigste Schritt wäre die Einführung einer Biotonne, so die Überzeugung. Denn dann würde es den Bürgern leichter fallen, Bioabfälle richtig zu entsorgen.

Im Restmüll ist der wertvolle Bioabfall nicht nur vergeudet, sondern auch noch schädlich. Denn aufgrund seines hohen Wassergehalts sinkt die thermische Verwertbarkeit des Restmülls. Richtig entsorgt, können Bioabfälle dagegen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, denn sie stecken voller Energie. Bei ihrer Vergärung entsteht Biogas, das ins Erdgasnetz eingespeist oder zur Stromerzeugung genutzt werden kann. Die dabei anfallende Wärme lässt sich zum Beispiel in einem Fernwärmenetz verwerten. Gärreste können kompostiert oder als Flüssigdünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Laut einer 2019 vom Bayerischen Landesamt für Umwelt veröffentlichten Untersuchung sammelt im Brucker Landkreis jeder Einwohner durchschnittlich 98 Kilo Grüngut und Bioabfälle im Jahr. „Da ist noch Luft nach oben“, sagt Jakob Drexler, Sprecher des Fachbereichs Bioenergie bei ZIEL 21. Denn andererseits landen 32 Kilo verwertbare Bioabfälle pro Einwohner und Jahr im Restmüll, wo sie nichts zu suchen haben.

Deshalb gibt es den Appell von ZIEL 21, keinen Bioabfall über die Restmülltonne zu entsorgen, sondern zumindest die heute zur Verfügung stehenden Bioabfallsäcke, die vom Abfallwirtschaftsbetrieb kostenlos ausgegeben werden, zu nutzen.

Um die Sammelmenge von Biomüll zu erhöhen, wäre besonders die Einführung einer Biotonne sinnvoll, denn die Säcke sind mit einem Volumen von sieben beziehungsweise zehn Litern verhältnismäßig klein – zu klein, um beispielsweise Rasenschnitt aufzunehmen, der auch zum Bioabfall darf.

Zusätzlich zur Einführung der Biotonne würde man bei ZIEL 21 den Bau einer Biomüllvergärungsanlage im Landkreis begrüßen. Ein von mehreren Kreistagsfraktionen beantragtes Gutachten soll die Möglichkeit zumindest untersuchen. Josef Seemüller ist überzeugt, dass mit dem richtigen Einsatz von Biomasse die Wärmewende zu schaffen ist. „Biomasse ist Deutschlands wichtigster Energieträger“, betont der 86-Jährige.

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