Pfarrer schrieb Buch über Radwallfahrt von Mammendorf nach Jerusalem 

Acht Jahre, acht Länder, fünfzig Mammendorfer Pilger

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Acht Jahre, acht Länder, fünfzig Pilger, Ein Ziel -           Radwallfahrt von Mammendorf nach Jerusalem.

Mammendorf – Acht Jahre lang waren gläubige Mammendorfer Katholiken auf Pilgerfahrt - mit dem Radl, und natürlich in Etappen. Jetzt hat ihr damaliger Pfarrer Michael Schlosser das Erlebte in einem Buch mit vielen Erinnerungsfotos verewigt: „Acht Jahre, Acht Länder, Fünfzig Pilger - EIN ZIEL“.

Weihbischof Bernhard Haßlberger schrieb ein Geleitwort, und darin wird klar, dass es nicht um einen simplen Reisebericht geht, sondern um eine  spirituelle Dimension: „Da gibt es Situationen, die einfach nur schön sind, die wir genießen. Aber es gibt auch mühsame Etappen, schwierige Wegstrecken, gepflastert mit Unsicherheiten und Ängsten. Ich denke mir, dass es den 50 Pilgerinnen und Pilgern auf ihrem Weg nach Jerusalem ähnlich ergangen ist. Sie hatten Freude des Miteinanders, sie hatten Situationen, wo es einfach nur schön war, aber auch schwierige Wegstrecken, mühsame Abschnitte. Also wie im richtigen Leben.“


 Eine Pilgerfahrt - so der Weibischof, drücke in besonderer Weise auch etwas von unserem Unterwegssein im Glauben aus. „Sie hat immer ein Ziel. Das Ziel der Pilgerfahrt aus dem Pfarrverband Mammendorf war Jerusalem.“ Es begann alles im Jahre 2000, heißt es im Prolog. Da plante Pfarrer Michael Schlosser, eine Radwallfahrt nach Jerusalem zu organisieren. Die Fahrt sollte im gesamten Pfarrverband Mammendorf angeboten werden, dem sieben Dörfer angehören, die in einem Umkreis von ca. 15 km liegen. Bereits 1996 war der Pfarrer mit einer Gruppe von Radl- und Buspilgern auf dem Jakobsweg unterwegs. In Spanien klärte der Priester seine Schäflein darüber auf, dass der heilige Jakobus mit ziemlicher Gewissheit in Jerusalem begraben liege und nicht etwa in Santiago de Compostela. Fünf Jahre lang sei man gewissermaßen auf dem falschen Weg gewesen, und so werde man nun   - im Jahre 2001 -  erneut aufbrechen, um nun innerhalb von acht Jahren nach Jerusalem zu pilgern.


 Mit „Leib und Seele“ waren die 50 Pilger in den folgenden Jahren etappenweise unterwegs. Denn es war nicht einfach eine sportliche Leistung, sondern bei allen Teilnehmenden - so der Autor,  hätten  mehr oder weniger auch seelische, spirituelle Beweggründe eine Rolle gespielt. 


So stand 2001 Franziskus im Mittelpunkt, 2002 war Bischof Nikolaus in Bari das Ziel, 2003 war das Ziel ein biblischer Ort: Thessaloniki. 2004 besuchte man Philippi - siehe Philipperbrief, 2005 wandte man sich der Apostelgeschichte zu auf der Fahrt durch die Orte im westlichen Kleinasien, wie auch den Orten Alexander Troas, Assos, Ephesos, Antiochia in Pisidien oder Konya. 2006 begleiteten die Pilger die Apostelgeschichte, dann Paulus bis zu seinen Heimatorten Tarsus und Antiochia, 2007 beschäftigten sie sich mit ausgewählten Passagen des Alten Testamentes in Syrien und Jordanien, 2008 schließlich ging  es selbstverständlich um das Leben Jesu, wie es in den vier Evangelien geschildert wurde. Höhepunkt: Jerusalem, wo sie das „Jerusalem-Kreuz“ zeichenhaft mit dem endgültigen Ziel der Pilgerreise verband. 


 Auf dem Weg dahin viele Eindrücke: verschlafene Dörfer in Italien, auch mal ein „gruselig kaltes Hotel“, wo man Wolldecken nachverlangte, feuchte Rucksäcke bei Sturm, Gewitter und Regen, wenig schattenspendende Bäume unter Griechenlands gleißender Sonne, wilde Hunde, Ziegen, Schafe, weit und breit kein Supermarkt, und dann doch noch in letzter Minute ein Lokal mit riesigen Essens-Portionen. Und erst die Überfahrt vom europäischen Teil der Türkei nach Lapseki und später die Fahrt durch die glühende Hitze 2007 auf dem Weg nach Aleppo (Syrien), teilweise begleitet durch Sirenengeheul der Polizeiautos und mehrerer motorisierter Polizisten auf dem Weg nach Damaskus,   und danach Madaba (Jordanien). 

Autor Schlosser, der bei seinen Recherchen u. a. auch durch die studierte Historikerin Eva  Smolka, allseits bekannte Kindergarten-Erzieherin in Mammendorf,  als  Co-Autorin unterstützt wurde: „Anders als in Griechenland geht es nicht mehr so sehr darum, möglichst viele interessante Wegmarken und Sehenswürdigkeiten zu sehen, sondern einzig allein das Ziel zu erreichen, ohne von der Hitze, den sengenden Sonnenstrahlen, Kreislauf- oder Magen-Darm-Problemen buchstäblich vom Rad zu kippen.“ Abgesehen von kleinen Zwistigkeiten bei Eheleuten, Eltern und  heranwachsenden Kindern, und  den  Wehwehchen,  die hier nebenbei  kuriert werden mussten, und  technischen Problemen mit dem Radl, wobei für die "Fußkranken" noch ein Bus mitfuhr.   Aber das ersehnte Ziel Jerusalem machte  alles wieder wett. 

Band mit vielen Erinnerungsbildern: "Acht Jahre, Acht Länder, Fünfzig Pilger, Ein Ziel – Radwallfahrt von Mammendorf nach Jerusalem", Verlag Sankt Michaelsbund, 2012, 241 S., herausgegeben von Pfr. Michael Schlosser, mit einem Beitrag des Bayer. Pilgerbüros "aus der Sicht des Reiseveranstalters" –  "Mit dem Fahrrad nach Jerusalem". 

Hedwig  Spies

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