1960 brach der 1933 in Regensburg gebürtige Ingenieur Heinrich Scholz seine Laufbahn ab und nutzte seine künstlerische Begabung 

Der Tanz um's Goldene Kalb Museum in FFB ehrt Zingerl zum 80. 

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Atelier Zingerl 

Fürstenfeldbruck – Das Stadt-Museum ehrt den Fürstenfeldbrucker Maler, Zeichner, Illustrator und Karikaturisten Guido Zingerl, alias Heinrich Scholz, mit der Präsentation seiner neuesten Werke im Kunsthaus vom 22. 8. bis 22. 9. In den neuen und noch nie gezeigten Arbeiten zum Thema Geld und Gier führt Zingerl seinen über fünfzig Jahre währenden künstlerischen Widerstand gegen die „große Politik“ der „Global Players“ fort.

Zingerls grafischer Zyklus „Große Amperlandschaft“ aus dem Jahr 1995 ergänzt den aktuellen Blickwinkel um satirische Kommentare zu historischen Ereignissen, Scheinheiligkeiten und Verklärungen aber auch alltäglichen und sogar liebenswürdigen Seiten des Brucker Landes.

1960 brach der 1933 in Regensburg geborene Heinrich Scholz seine Laufbahn als diplomierter Ingenieur ab und beschloss, seine künstlerische Begabung zu nutzen und als freischaffender, politisch engagierter Maler tätig zu werden.

Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt, 2013.

Unter dem Pseudonym Guido Zingerl zeigt der Künstler seither Bilder und Grafiken, bevorzugt ornamental gestaltete Landschaften, in welchen sich aus einem scheinbar chaotischen Gewimmel von Linien, Architekturen und Attributen, typisierten Figuren und Charakterköpfen eine provokante, oft satirische Auseinandersetzung mit Themen der Zeitgeschichte entwickelt. Nationalsozialismus, Krieg, Ausbeutung, Zerstörung der Natur, Korruption, Klerus, Militär, Banken und Bürokratie sind die bevorzugten Sujets des Künstlers. Regelmäßig und fleißig hat Zingerl das regionale und überregionale Tagesgeschehen kommentiert und sich als Karikaturist einen Namen gemacht. Seine Karikaturen erschienen u.a. im Brucker Echo, im Brucker Tagblatt, in der Süddeutschen Zeitung und in den Mitteilungen des Deutschen Alpenvereins.

Als Vertreter eines „kritischen Realismus“ steht Zingerl in der Tradition der sozialrevolutionären Künstler der Zwanziger Jahre. Wie George Grosz und Otto Dix hat er Bildkürzel geschaffen, die eine pointierte Erzählweise und eine eindeutige Stellungnahme ermöglichen.

In seinen neuen Bildern reflektiert Zingerl satirisch die ewige Gier nach Macht und Geld, die mittlerweile alle Bereiche unserer Gesellschaft erfasst hat. Anteilnahme und Empörung sind in einer expressiven Malweise deutlich zum Ausdruck gebracht. Den Glauben, mit der Malerei die Welt verbessern zu können, hat der Künstler aufgegeben, doch an der Notwendigkeit, vor sich selbst zu bestehen, hält er entschieden fest.

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