Ein Zirkus kämpft ums Überleben

Zirkus Alfons William sitzt in Maisach fest – Zirkusdirektor bittet für seine Tiere um Hilfe

Zirkus Alfons William hat viele hungrige Tiere: Ponys, Dromedare, Esel, Stiere und mehr
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Alfons William Köllner sitzt mit seinem Zirkus in Maisach fest und das wohl über Weihnachten – er bittet um Spenden, damit seine Tiere kein Hunger leiden müssen.
Zirkus Alfons William hat viele hungrige Tiere: Ponys, Dromedare, Esel, Stiere und mehr
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Alfons William Köllner sitzt mit seinem Zirkus in Maisach fest und das wohl über Weihnachten – er bittet um Spenden, damit seine Tiere kein Hunger leiden müssen.
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Alfons William Köllner sitzt mit seinem Zirkus in Maisach fest und das wohl über Weihnachten – er bittet um Spenden, damit seine Tiere kein Hunger leiden müssen.
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Alfons William Köllner sitzt mit seinem Zirkus in Maisach fest und das wohl über Weihnachten – er bittet um Spenden, damit seine Tiere kein Hunger leiden müssen.
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Zirkus Alfons William hat viele hungrige Tiere: Ponys, Dromedare, Esel, Stiere und mehr
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Zirkus Alfons William hat viele hungrige Tiere: Ponys, Dromedare, Esel, Stiere und mehr
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Alfons William Köllner sitzt mit seinem Zirkus in Maisach fest und das wohl über Weihnachten – er bittet um Spenden, damit seine Tiere kein Hunger leiden müssen.

Maisach – Der kleine Zirkus Alfons William kämpft ums Überleben in der Corona-Pandemie. Alfons William Köllner, der Chef des 25-köpfigen Unternehmens, ist verzweifelt.

Der 54-jährige sitzt in seinem Zirkuswagen und weiß nicht mehr, wie er die vielen Rechnungen bezahlen soll. „Das Wasser steht uns sprichwörtlich bis zum Hals“, blickt Köllner schon ein wenig deprimiert aus dem Wohnwagenfenster auf den Maisacher Volksfestplatz, wo das Familienunternehmen seit Anfang November festsitzt.

„Mein Mann kann schon seit Wochen nicht mehr schlafen vor lauter Sorgen“

Vera Köllner - Ehefrau des Zirkuschefs

„Mein Mann kann schon seit Wochen nicht mehr schlafen vor lauter Sorgen“, fügt seine Frau Vera hinzu, die ihm neun Kinder geschenkt hat, sieben Söhne und zwei Töchter. „Vor Corona ging es uns gut“, meint sie. „Da konnten wir wenigstens unsere Rechnungen bezahlen. Gut, man wird kein Millionär, aber wir sind zumindest immer über die Runden gekommen.“

„Wir sind hart im Nehmen. Aber das geht uns schon sehr an die Nieren.“

Alfons William Köllner - Zirkusbesitzer

Geplant war für heuer eine Tournee durchs Vorarlberggebiet, berichtete Köllner. „Doch dann kam der erste Lockdown“, berichtet der Zirkuschef. An der österreichischen Grenze musste der aus dem süddeutschen Raum stammende umkehren. Vier Monate saß der Zirkus in Buchloe fest. Vier Monate keine Vorstellungen bedeuten vier Monate keine Einnahmen. Trotzdem aber ist Futter für 50 Tiere wie Heu, Hafer, Karotten, Kraftfutter zu bezahlen, Versicherungen wurden fällig, Veterinär- und Tierarztkosten. „Wir sind hart im Nehmen. Aber das geht uns schon sehr an die Nieren. Unsere Rücklagen sind aufgebraucht.“

Nach 1. Lockdown nur 100 Zuschauer zugelassen

Als der Zirkus wieder auftreten durfte, verloren sich die zugelassen 100 Besucher in dem riesigen Zelt. „Doch wir waren froh, dass wir wieder in die Manage durften.“ So gab der Zirkus nach der Lockerung Gastspiele in Altenstadt, Rosenheim und Landsberg, bevor er Ende Oktober in Maisach Station machte. Dann kam der zweite Lockdown.

Zirkus sitzt über Weihnachten in Maisach fest

Statt acht fanden nur vier Vorstellungen mit gerade einmal knapp 20 Besuchern pro Veranstaltung in Maisach statt. „Ich kann die Leute verstehen“, hat Köllner Verständnis, dass kaum Besucher kamen. „Ich würde auch zu keiner Großveranstaltung gehen.“ Doch der Zirkus hatte alles daran gesetzt, dass die geforderten Hygienevorschriften eingehalten wurden. Das Weihnachtsgeschäft wird dem Zirkus auch entgehen, befürchtet Köllner. „Wir wären vom 20. Dezember bis 6. Januar in Unterhaching. Daraus wird wohl nichts und wir werden wohl hier noch festsitzen.“

Kindergeburtstag spendete 200 Euro

„Als bei einer Kinder-Vorstellung nur acht kamen, wollten wir die Vorstellung ausfallen lassen“, berichtet Vera Köllner. „Das hätte sich nicht rentiert. Doch es war ein Kindergeburtstag. Die Leute legten zusammen und spendeten uns 200 Euro. Dann brachten wir es nicht übers Herz und zogen die Veranstaltung durch.“

Betrüger nutzen Fotos von ihren Tieren

Staatliche Soforthilfe wurde dem Zirkus nicht gewährt, berichtet Köllner. „Wir sind ein Familienbetrieb und haben zu wenig Angestellte“, lautet die Begründung nach Aussage des Zirkuschefs. Jetzt versuchen die Zirkusbeschäftigten Hartz IV zu erhalten. Wichtig ist Köllner der Hinweis, dass seine Leute nicht von Haustür zu Haustür gehen und um Spenden betteln. „Das sind Betrüger, die mit unseren Tieren Fotos an der Haustür herumzeigen, um Spenden zu ergaunern.“

Futterspenden erwünscht

Der Zirkuschef bittet alle Zirkusfreunde, den Zirkus mit Futterspenden zu unterstützen. „Heu, Kraftfutter, altes Brot oder auch Karotten, das alles fressen die Tiere sehr gerne“, sagt Köllner. „Wir nehmen alles an, was uns die Leute bringen, sind aber auch gern bereit, die Sachen bei den Leuten abzuholen. Ein Anruf genügt.“ Der Zirkus benötigt einen Rundballen Heu pro Tag. „Der kostet normal 50 Euro. Dann ist aber noch kein Stroh oder Kraftfutter dabei.“ Der Zirkus besitzt keine Käfigtiere, keine fleischfressenden Tiere, betont Köllner, „also keine Raubtiere, sondern ausschließlich Pferde, Lamas, Dromedare, Ponys, Esel und Alpakas.“

Gemeinde unterstützt mit kostenlosem Stellplatz

Unterstützung erfährt der Zirkus durch die Gemeinde. So erlaubt Maisach dem Zirkus bis auf weiteres das Gelände kostenlos zu nutzen. „Grundsätzlich wollte der Zirkus nur ein paar Tage gastieren“, informiert Bürgermeister Hans Seidl (CSU), der selbst auf Facebook einen Aufruf zur Unterstützung des Zirkus gestartet hat. „Bis zur Aufhebung der Veranstaltungssperre dürfen sie auf jeden Fall bleiben“, so der Rathauschef. Die Gemeinde erhebt für die Dauer des Aufenthalts keine Pacht. Auch hat Seidl seine Hilfe angeboten, indem er seine guten Kontakte zu den Landwirten wegen Futter für die Tiere anbot. „Der Zirkus muss lediglich die Strom und Wasserkosten zahlen und den Platz sauber verlassen.“
Dieter Metzler

Rubriklistenbild: © Dieter Metzler

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