Neu-Estingerin sorgt sich um Tiere

Zirkus mit Nachwuchs sitzt weiterhin in Maisach fest: Futter und Spenden dringend notwendig

Alte Dame streichelt schwarzes Pferd in Stall eines gestrandeten Zirkus in Maisach
+
Die 85-jährige Christa T. aus Neu-Esting liebt Tiere wie Pferd Hidalgo. Deshalb besucht sie den Zirkus, um die Not zumindest ein wenig zu lindern.

Maisach - Neu-Estingerin Christa T. sorgt sich um die Tiere von Zirkus Alfons William, der nach wie vor in Maisach gestrandet ist und derzeit keine Einnahmen hat.

Hidalgo heißt das Pferd, das Christa T. aus Neu-Esting besonders in ihr Herz geschlossen hat, als sie wieder einmal mit Karotten, Äpfeln und altem Brot beim Zirkus Alfons Willam auf dem Maisacher Volksfestplatz auftauchte. „Mir tun alle Tiere leid“, sagt sie und streichelt ihren Liebling. Seit sie aus der Zeitung erfahren hat, dass der kleine Zirkus auf dem Volksfestplatz gestrandet ist und sich wegen des zweiten Lockdown in großer Not befindet, schaut die 85-Jährige hin und wieder vorbei, um die Tiere zu füttern. Auch Leckerli für die Hunde hat sie dabei.

Not der Tiere geht der 85-Jährigen nahe

Der Artikel in der Zeitung sei wie ein Hilfeschrei gewesen, meint die Neu-Estingerin, die nicht viel Aufhebens von ihrer Aktion machen will. „Ich bin mit Tieren aufgewachsen“, erzählt sie. Ihr Vater habe Hasen, Hühner, Ziegen und Schafe gehabt und als Kind habe sie die Sommerferien auf dem großen Bauernhof ihres Onkels verbracht. Nach dem ersten Besuch bei den Zirkustieren habe sie fast geweint, erzählt die Tierliebhaberin, die die Äpfel und Karotten für die Tiere kauft, während sie von ihren Nachbarn übriges Brot mitbekommt.

Staatliche Hilfe bekommt der Zirkus nicht

Nach wie vor ist die Not des kleinen Zirkus Alfons William ungebrochen groß. Seit dem zweiten Lockdown sitzt der Zirkus mit seinen knapp 50 Tieren auf dem Maisacher Volksfestplatz fest. Alle geplanten Vorstellungen mussten abgesagt werden, was bedeutet, dass der Zirkus mit seinen 25 Mitarbeitern keine Einnahmen hat. „Ich finde es toll, dass die Gemeinde Maisach dem Zirkus kostenlos Quartier gewährt“, sagt sie.

Spendenboxen helfen wenig

Nach dem Zeitungsartikel habe der Zirkus viel Unterstützung durch die Bevölkerung erfahren, berichtet Kimberley (22), die Schwiegertochter von Zirkuschef Alfons William Köllner. Und auch die Landwirte aus der Region sind dem Zirkus beim Kauf von Futter für die Tiere entgegengekommen. Dennoch geht dem Zirkus finanziell die Luft aus. Corona-Soforthilfe erhält der Zirkus nicht, die Zirkusleute erhalten Hartz IV. Zu Jahresbeginn wurden viele Versicherungen fällig und auch Tierarztkosten fallen an. Die vom Zirkus bei einigen Supermärkten aufgestellten Spendenboxen helfen nicht so wirklich die Not zu lindern.

„Unsere Großeltern haben den Krieg überlebt, da werden wir doch Corona überleben.“

Vera Köllner, Frau des Zirkuschefs

„Wir sind wirklich froh, um jede Hilfe“, möchte Vera Köllner, die Frau des Zirkuschefs, den Bauern für ihr Entgegenkommen danken. „Doch am liebsten würden wir alle wieder gern arbeiten“, hofft Schwiegertochter Kimberley und Vera Köllner berichtet, dass die Mitarbeiter in der Zeit ohne Vorstellungen neue Shows planen. „Wir geben nicht auf. Unsere Großeltern haben den Krieg überlebt, da werden wir doch Corona überleben“, blickt Vera Köllner voller Hoffnung nach vorn.

Nachwuchs beim Zirkus: Zwei Lamas und zwei Kinder geboren

Während des inzwischen dreimonatigen Aufenthalts in Maisach wurden nicht nur zwei Lamas geboren, für die der Zirkus noch Paten sucht (0170-9512996), sondern auch zwei Kinder kamen in der Kreisklinik zur Welt. Und Schwiegertochter Kimberley soll in der nächsten Woche entbinden. „Sie sehen, der Zirkus lebt“, meint Vera Köllner zum Abschluss lachend.
Dieter Metzler

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona im Landkreis FFB: Inzidenz bei 64,55 - 29 Neuinfektionen
Fürstenfeldbruck
Corona im Landkreis FFB: Inzidenz bei 64,55 - 29 Neuinfektionen
Corona im Landkreis FFB: Inzidenz bei 64,55 - 29 Neuinfektionen
Langer Einkaufs-Samstag in Germering
Fürstenfeldbruck
Langer Einkaufs-Samstag in Germering
Langer Einkaufs-Samstag in Germering
Corona im Landkreis FFB: Inzidenz von 122,27 - 15.563 Bürger komplett geimpft
Fürstenfeldbruck
Corona im Landkreis FFB: Inzidenz von 122,27 - 15.563 Bürger komplett geimpft
Corona im Landkreis FFB: Inzidenz von 122,27 - 15.563 Bürger komplett geimpft
300 Jahre alte Eiche in Flammen - Golfplatz lobt nun Belohnung aus
Fürstenfeldbruck
300 Jahre alte Eiche in Flammen - Golfplatz lobt nun Belohnung aus
300 Jahre alte Eiche in Flammen - Golfplatz lobt nun Belohnung aus

Kommentare