Zivil/Bevölkerungsschutz - Gemeinsame Wanderausstellung im Landratsamt

Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Gerda Hasselfeldt, der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Christoph Ulmer, sowie Landrat Thomas Karmasin eröffneten am 6. Juli im Landratsamt Fürstenfeldbruck die Wanderausstellung des BBK „Menschen gemeinsam schützen. Die Ausstellung befasst sich mit der Entwicklung des Zivil- und Bevölkerungsschutzes in den letzten 50 Jahren.

Auf Initiative der Bundestagsvizepräsidentin erhielt Fürstenfeldbruck als erster Landkreis die Ausstellung, die Hasselfeldt im April im Paul-Löbe-Haus in Berlin eröffnet hatte. Die Ausstellung, die bis zum 31. Juli auf der Galerie des Landratsamtes präsentiert wird, kann täglich von 8 Uhr bis 18 Uhr besucht werden. In 16 Einzelthemen präsentiert die Ausstellung die Aufgaben des BBK und seiner Vorgängerbehörden: die „Warnung der Bevölkerung“, „Krisenmanagement“ oder „kritische Infrastrukturen und Klimawandel“ sind einige Schwerpunkte. Die dargestellten Ausstellungsmodule blicken in die Vergangenheit zurück und geben einen Ausblick in die Zukunft. Ein Element widmet sich der Jugend im Bevölkerungsschutz. Hier stellen alle im Bevölkerungsschutz vertretenen Hilfsorganisationen, das Technische Hilfswerk und der Deutsche Feuerwehrverband ihre Kinder- und Jugendarbeit vor. Ziel ist es, den Nachwuchs zu motivieren und für das Ehrenamt im Bevölkerungsschutz zu gewinnen. Der Brucker Landrat erinnerte bei der Begrüßung die zahlreichen Gäste und Vertreter der Hilfsorganisationen an das Pfingsthochwasser vor zehn Jahren und meinte, da habe sich herausgestellt, wie wichtig das Zusammenwirken der vielen Hilfsorganisationen sei. Seit fünf Jahren besteht die Bundesoberbehörde für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, die dem Bundesministerium des Innern untersteht, informierte anschließend der Präsident des BBK. Den Bevölkerungsschutz gab es auch schon früher, so Ulmer. Bereits 1958 wurde die erste Behörde für den zivilen Bevölkerungsschutz errichtet. Damals noch für den Schutz der Bevölkerung im Falle eines Krieges eingerichtet, habe sich im Laufe der Jahrzehnte der Bevölkerungsschutz erheblich gewandelt, so der Präsident. „Heute liegen die Schwerpunkte mehr auf der Eindämmung von Naturkatastrophen und Epidemien“, berichtete der Präsident des BBK. Nach dem Ende des Kalten Krieges sei der Bevölkerungsschutz auf die Bundesländer übertragen worden. Die Anschläge auf das World Trade Center 2001 und das Elbhochwasser 2002 haben jedoch gezeigt, dass Bund und Länder eine zentrale Koordinierungsstelle benötigten. Aus diesem Grund wurde 2004 das neue Bundesamt geschaffen. Das Elbhochwasser habe auch gezeigt, wie wichtig eine stärkere Vernetzung aller Einsatzkräfte sei. „Angesichts offener Grenzen in Europa, der Globalisierung, zunehmender Vernetzung sowie des demografischen Wandels stehen wir vor neuen Herausforderungen. Auch Deutschland ist Bedrohungen ausgesetzt. Das zeigen die versuchten Kofferbombenanschläge 2006 und die Festnahme Terrorverdächtiger im Sauerland 2007. Die Gewährleistung der Sicherheit unserer Bevölkerung umfasst jedoch weit mehr Aspekte als den Schutz vor Bedrohungen durch den internationalen Terrorismus. Es gilt ebenso, den Herausforderungen durch Naturkatastrophen oder technische Unfälle gewachsen zu sein. Die Bandbreite zu notwendigen Maßnahmen der Gefahrenabwehr und somit zum Schutz der Bevölkerung ist groß und stetigen Veränderungen unterworfen, wie auch der Klimawandel zeigt“, sagte Ulmer weiter. Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer sei die Qualität des Bevölkerungsschutzes undenkbar“ so Ulmer. 1,8 Millionen ehrenamtliche Helfer in Hilfsorganisationen, Feuerwehren und Technischem Hilfswerk (THW) seien das Rückgrat des Bevölkerungsschutzes. Erstmals werde heuer ein Förderpreis vom Innenministerium verliehen, informierte Ulmer. Der Ehrenpreis, der mit einem Preisgeld verbunden ist, diene dem Zweck, das ehrenamtliche Engagement zu würdigen und mehr in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. „Als ich vor einigen Wochen die Ausstellung in Berlin vor den Abgeordneten eröffnete, war mir das wichtig, aber viel wichtiger ist es, der Bevölkerung in unserem Lande zu zeigen, welche Bedeutung der Bevölkerungsschutz habe“, sagte Gerda Hasselfeldt. Die Bundestagsvizepräsidentin unterstrich, dass die Ausstellung einerseits dazu diene für den Bevölkerungsschutz zu werben, andererseits aber auch, um noch eine größere Anerkennung der Leistungen der vielen Helfer durch die Bevölkerung zu erzielen.

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