Artenvielfalt im Ampertal

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Exkursion ins Ampertal: BiLa-Teilnehmer lernten dabei alles über Landschaftspflege.

Landkreis – Der Landschaftspflegeverband Fürstenfeldbruck (LPV) hat kürzlich für die Teilnehmer des „Bildungsprogramms Landwirt” (BiLa) eine Exkursion ins Ampertal durchgeführt und referierte dabei zum Thema Landschaftspflege im Landkreis.

Das BiLa wird durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) von 2015 bis 2017 in Fürstenfeldbruck durchgeführt. Es richtet sich an landwirtschaftliche Unternehmer, die einen außerlandwirtschaftlichen Beruf erlernt haben und ihren Betrieb im Nebenerwerb weiterführen möchten. Ziel ist die Zulassung zur Abschlussprüfung für den Ausbildungsberuf Landwirt/-in. Im Rahmen der Unterrichtseinheit „Agrarökologie“ der BiLa-Fortbildung informierte der Landschaftspflegeverband Fürstenfeldbruck die angehenden Landwirte über die Notwendigkeit der Landschaftspflege und zeigte ihnen für ihren künftigen Weg neue Einkommensmöglichkeiten auf. Die etwa 40 BiLa-Teilnehmer erhielten vorab eine theoretische Einweisung in Puch. 

Neben der Idee von Landschafts- pflegeverbänden, deren Ziele und Aufgabenfeldern, wurde auch die praktische Arbeit und der Maschineneinsatz für die Pflegearbeiten vorgestellt. Ex- emplarisch wurden zudem der Lebensraum von „Streuwiesen“ näher unter die Lupe genommen, da diese im Landkreis einen Schwerpunkt der Pflege- arbeiten für den Verband darstellen – vor allem im Ampermoos und dem Ampertal. Streuwiesen sind ein historischer Nutzungstyp von wechselfeuchten bis nassen Wiesen, die traditionell nur einmal im Herbst gemäht wurden. Anders als die heutigen Futterwiesen, wurde die gewonnene Streu nicht als Futter, sondern als Einstreu für das Vieh verwendet. Anschließend wurde die genutzte Streu als Festmist zur Düngung der Felder aufgebracht. 

Auf den nährstoffarmen Streuwiesen ist somit im Lauf der Zeit eine enorme Vielfalt an Pflanzen und Tieren entstanden, darunter auch sehr seltenen und geschützten Arten. Streuwiesen sind für das Voralpengebiet charakteristisch und aufgrund ihres Artenreichtums und ihrer Einzigartigkeit gesetzlich geschützt. Nach der Theorieeinweisung ging Petra Kotschi (LPV FFB) mit den BiLa-Teilnehmern und dem Pflanzenbaulehrer Josef Schnell (AELF) in die Amper- auen, um sich vor Ort eine Streuwiese im Naturschutzgebiet „Amperauen mit Leitenwäldern zwischen Schöngeising und Fürstenfeldbruck“ anzusehen. Den Teilnehmern wurde die Artenvielfalt gezeigt und auf Unterschiede von extensiv genutzten Streuwiesen und intensiven Futterwiesen hinge- wiesen. Ebenso wurden die jährlichen Pflegearbeiten sowie ihre Notwendigkeit erläutert. 

Mit dem Ausbleiben der jährlichen Herbstmahd würden die Flächen zu Lasten der Artenviel-falt langfristig mit Gehölzen einwachsen. Auch auf Beeinträchtigungen, wie beispielsweise durch die Kanadische Goldrute als Neophyt, wurde hingewiesen. Diese erst spät zu uns eingewanderte Pflanze ist sehr konkurrenzstark und bildet schnell hohe und dichte Bestände aus. Die auf Streuwiesen vorkommenden lichtbedürfti-gen und eher konkurrenzschwachen Arten würden somit verdrängt werden. Deshalb wird in Teilbereichen die eindringende Goldrute durch eine zusätzliche frühe Mahd im Juni/Juli zurückgedrängt, um den Artenreichtum mit seinen seltenen Arten zu bewahren. 

Auf Streuwiesen gibt es das ganze Jahr etwas zu entdecken, aber vor allem im Spätsommer zeigen sich viele seltene Pflanzenarten (z.B. Duft-Lauch, Lungen-Enzian, Färberscharte), da diese durch die späte Herbstmahd besonders begünstigt werden. Aber auch während der Exkursion ins Ampertal konnten die Teilnehmer bereits viele Pflanzenarten besichtigen, wie beispielsweise die Knollen-Kratzdistel, das Fleischfarbene Knabenkraut oder den Klappertopf. Die Streuwiesenmahd wird im Landkreis Fürstenfeldbruck von hiesigen Landwirten durchgeführt. Der Landschaftspflegeverband übernimmt hierbei die Planung und Organisation der Umsetzung und beantragt öffentliche Fördermittel über das Bayerische Landschaftspflegeprogramm. Damit die Streuwiesen auch zukünftig fachgerecht gepflegt werden, braucht es die Landwirte vor Ort.

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