Zukunft der AmperOase

Brucker Stadtrat entscheidet sich für einen Neubau des sanierungsbedürftigen Hallenbades

Innenschwimmbecken der AmperOase in Fürstenfeldbruck.
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Bei externen Gutachten wurden viele Baumängel an der AmperOase in Fürstenfeldbruck festgestellt, so dass sich eine Sanierung laut Stadtwerke kaum lohne.

Fürstenfeldbruck– Neubau oder Generalsanierung – das war lange die Frage für die über 50-jährige AmperOase. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hatte sich in einer Sitzung schließlich für einen Neubau des sanierungsbedürftigen Hallenbades ausgesprochen. Darüber unterrichteten die Verantwortlichen der Stadtwerke Fürstenfeldbruck den Brucker Stadtrat nun am 23. März. Dieser unterstützt die Pläne von Geschäftsführer Jan Hoppenstedt zum Neubau.

Oberbürgermeister und Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Erich Raff begrüßt die Befürwortung der Stadtratsmitglieder: „Der Prozess der Entscheidungsfindung war schwierig und hat uns einiges an Zeit und Anstrengung gekostet. Umso mehr bin ich zufrieden, eine einvernehmliche Lösung gefunden zu haben. Mit einem Neubau des Hallenbades erhalten wir ein langfristiges attraktives Freizeitangebot für die Stadt und das Umland.“

Aktuelle Lage

Jan Hoppenstedt erläuterte den aktuellen Stand im Hallenbad: „Eine weitere Instandsetzung des derzeitigen Hallenbades ist aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr vertretbar. In den vergangenen Monaten haben wir diverse Schäden behoben und zugleich mit externen Gutachtern eine umfangreiche Bestandsaufnahme durchgeführt. Dabei wurde ein großer Sanierungsbedarf festgestellt.“ Zudem treten neue unvorhersehbare Baumängel auf: Seien es die Gebrauchs- und Duschwassertechnik, die Beckenkonstruktion, die Filteranlagen, der Brandschutz, die Sanitäranlagen, die Lüftung im Rutschenturm oder die Regeltechnik für die Steuerung der Fußbodenheizung, der Fernwärme und der Beckenwassertemperatur – diese und weitere Bestandteile müssten erneuert werden. „Folglich sind die Sanierungskosten für uns nicht mehr kalkulierbar. Da ist die Frage zusehends berechtigt, ob ein Neubau mit zeitgemäßer Kubatur nicht sinnvoller ist“, sagte Hoppenstedt weiter. Eine technische Machbarkeitsstudie und verschiedene Investitionsberechnungen sprächen sich klar für einen Neubau aus – es gäbe dann keine Beschränkungen durch den Altbestand. „Zudem sehe ich die überwiegenden Vorteile einer neuen Anlage gegenüber der bestehenden“, kommt Hoppenstedt zu dem Beschluss.

Investitionskosten

Eine beauftragte Studie analysierte den Bestand der Bausubstanz und stellt die zu erwartenden Investitionskosten einer Generalsanierung gegenüber denen eines Neubaus. Beide Baumaßnahmen rufen Kosten von 18 bis 20 Millionen Euro hervor. „Unter energetischen und räumlichen Gesichtspunkten stellt eine Erneuerung die richtige Lösung dar. Das jetzige Areal können wir mit dem Neubau optimal nutzen und die Eisfläche soll weiterhin ohne Einschränkungen zur Verfügung stehen. Die Architektur wäre mit einem verbesserten Raumkonzept der heutigen Zeit angepasst und mit dieser Investitionssumme können wir ein Kompaktbad mit 25-Meter-Sportbecken, Kinderbecken und attraktiver Saunalandschaft errichten. Nach einer Planungs- und Bauzeit von etwa drei bis vier Jahren erhalten wir 2024 beziehungsweise 2025 ein Hallenbad mit einer energieeffizienten Technik und modernster Beckenkonstruktion. Die Synergien zwischen Hallenbad und Freibad bleiben weiterhin vorhanden und können erhöht werden“, führte Hoppenstedt aus.

Sanierung des Hallenbades

Das Freizeit- und Familienbad – in den 70er Jahren erbaut und eröffnet – wurde zuletzt im Zeitraum von 1994 bis 1995 saniert sowie modernisiert. Nach nun mehr als 50 Jahren Betrieb erfordert die vorhandene Bausubstanz der Freizeitanlage eine erneute grundhafte Sanierung. Zudem erschweren die verschachtelten Räumlichkeiten und das begrenzte Platzangebot für die Betriebstechnik die Sanierungsarbeiten. Analog zu einem Neubau muss bei einer Sanierung mit einer Planungs- und Bauzeit von rund 48 Monaten gerechnet werden. „Trotz verschiedener Sanierungsmaßnahmen bestünde die Möglichkeit, weitere Schäden im Bauwerk zu finden. Denn das Hallenbad und die eingesetzte Technik sind am Ende des Lebenszyklus angekommen“, merkte Hoppenstedt an.

Neubau

Dahingegen biete ein Neubau einen wichtigen positiven Aspekt: Neben einem ähnlichen Angebot mit Sportbecken, Lehrschwimm- und Kinderbecken sowie Saunalandschaft würde moderne energieeffiziente Technik zum Einsatz kommen, die für die kommenden 20 bis 30 Jahre Bestand hat. Mit der Planung der Neukonstruktion können die Verantwortlichen bei den Stadtwerken nach dem Stadtratsbeschluss nun beginnen. Für die Zeit der Schließung des Hallenbades von etwa zwei Jahren wird derzeit nach Alternativen gesucht. Im Stadtrat wurde beispielsweise angedacht, die Freibad-Saison von April bis Oktober auszudehnen.

red

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