Zur Intensivbetten-Debatte

Aktuelle Lage im Brucker Klinikum: zusätzliche Schichten und deutliche Mehrbelastung

Monitor mit Geräten und Schläuchen in einer Intensiv Station im Krankenhaus
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Die Intensivstation in Fürstenfeldbruck hat aktuell noch freie Betten, jedoch führen bereits die aktuell drei beatmeten Corona-Patienten zu einer deutlichen Mehrbelastung.
  • Miriam Kohr
    vonMiriam Kohr
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Fürstenfeldbruck – Die Kliniken sind voll, die Intensivbetten werden knapp – immer mehr Corona-Patienten müssen im Laufe der dritten Welle im Krankenhaus behandelt werden, viele von ihnen auch beatmet. Das ist der allgemeine Tenor, den Bürger aus den deutschlandweiten Medien entnehmen können. Doch wie sieht es hier im Fürstenfeldbrucker Klinikum aus? Die Kliniksprecherin berichtet.

Aktuell ist im Klinikum Fürstenfeldbruck kein neuer Höchststand an Patienten zu verzeichnen. Diesen hatte das Klinikum zum Jahreswechsel 20/21. „Damals befanden sich maximal 23 Personen mit bestätigter Infektion auf der Covid-Isolierstation, beziehungsweise acht auf der Intensivstation“, berichtet Kliniksprecherin Beate Brix. Im Moment (Stand 23. April, 12 Uhr) werden 15 Corona-Patienten im Brucker Klinikum behandelt. Drei dieser Patienten liegen auf der Intensivstation und werden beatmet. Das Durchschnittsalter der auf der Intensivstation betreuten Patienten belaufe sich momentan auf 64, keiner ist über 70. Zum Vergleich: Auf der Normalstation beträgt das durchschnittliche Alter aktuell 62 Jahre.

Beatmete Patienten sind Mehrbelastung

„Viele beatmete Patienten führen zu einer deutlichen Mehrbelastung für das Pflegeteam und die Ärzte. Das Pflegeteam wird durch zusätzliche Mitarbeiter aus der Anästhesiepflege unterstützt, auch im ärztlichen Bereich wurden zusätzlich Schichten eingeführt“, informiert Brix. Derzeit seien noch zwölf Intensivbetten frei. „Bei Bedarf kann die Kapazität innerhalb von 48 Stunden auf 15 Plätze erhöht werden“, so Brix weiter. Seit Beginn der Krise hatte das Klinikum 41 Todesfälle zu verzeichnen.

Erschöpfung wegen der Gesamtsituation

„Die Personalsituation ist stark von der Erschöpfung aufgrund der Pandemie geprägt. Hier kommt zur beruflichen Erschöpfung natürlich hinzu, dass viele Mitarbeiter Kinder im Homeschooling betreuen, die Erholung durch Urlaub fehlt und dementsprechend berufliche und private Anteile eine Rolle spielen“, gibt Brix die aktuelle Stimmung wieder. Ein Großteil der Klinik-Mitarbeiter seien zwar vollständig geimpft, trotzdem komme es immer wieder zu Ausfällen, weil beispielsweise Kinder in Quarantäne betreut werden müssen.

Hoffnung auf Impfungen

Aktuell kann das Klinikum keine Prognose geben, ob bald wieder mit mehr Corona-Patienten im Landkreis zu rechnen ist – zu viele Stellgrößen, wie das Fortschreiten der Impfsituation, das Verhalten der Menschen und die Ausbreitung der Virusvarianten sowie deren Ansprechen auf die Impfung, würden dabei eine Rolle spielen. Wichtig für einen Rückgang an Corona-Patienten in Kliniken sei laut Klinikum, „dass die Impfungen noch schneller voranschreiten sowie das Beachten der Hygieneregeln.“

AstraZeneca nur noch in Arztpraxen

Das BRK Fürstenfeldbruck informierte zum Thema Impfen am Mittwoch: „Seit Dienstag, 20. April, wird der Impfstoff von AstraZeneca nur noch in den Arztpraxen verimpft, so hofft man, dass mit der Kombination Arztpraxen und Impfzentrum die Impfgeschwindigkeit auch im Landkreis weiterhin erhöht werden kann.“
Im Impfzentrum werde derzeit weiter an der Kapazitätsgrenze geimpft, heißt etwa 620 Impfungen am Tag. Durch die Software von BayIMCO werden weiterhin Termine an registrierte Personen der Zweiten Prioritäts-Gruppe vergeben.
red

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