Zwei Fachausschüsse lehnen Baumschutzverordnung für Bruck ab

Bäume stehen in einem Innenhof von einem Wohnblock in Fürstenfeldbruck
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Bäume in der Stadt sollen geschützt werden. Auf eine Baumschutzverordnung konnten sich die Stadträte dennoch nicht einigen.

Fürstenfeldbruck – Eine Baumschutzverordnung wird es für die Große Kreisstadt vorerst nicht geben.

Ein entsprechender Antrag der Grünen-Fraktion wurde mit den Stimmen von CSU und BBV in einer gemeinsamen Sitzung von Planungs- und Umweltausschuss abgelehnt.

Zweifel an richtigem Weg

Gegen den Schutz der Bäume wollte sich niemand aussprechen, natürlich nicht, und so wurde fraktionsübergreifend betont, wie wichtig der Erhalt des Baumbestandes gerade in Zeiten des Klimawandels sei. Aber dass eine Baumschutzverordnung, wie von Grünen-Sprecher Jan Halbauer vorgeschlagen, der richtige Weg ist, wurde mehrheitlich bezweifelt.

Positive Anreize statt Verbote

Andreas Lohde (CSU) etwa mutmaßt, dass „mit Aufkommen der Satzung das große Sägen beginnt“ und auch Planungsreferent Christian Götz (BBV) sieht „die Gefahr, dass der Schuss nach hinten losgeht.“ Bevor die Verordnung in Kraft träte, würden Bäume, die dann unter Schutz stünden, noch schnell von ihren Besitzern gefällt werden, so die Befürchtung. Es gäbe bessere Wege, Bäume in der Stadt zu schützen. Statt Verbote zu erlassen, solle man lieber positive Anreize setzen. Lohde könnte sich beispielsweise vorstellen, das Pflanzen von Bäumen in privaten Gärten zu bezuschussen. „Wir brauchen keine weitere Verordnung“, sprachen sich auch Hans Schilling und Franz Höfelsauer (beide CSU) gegen den Antrag aus. Nach Meinung Höfelsauers würden die Bürger ohnehin „immer mehr gegängelt.“ Schilling forderte mehr Aufklärung, der Bevölkerung müsse „der Nutzen der Bäume“ besser klar gemacht werden.

„Jeder Baum zählt“, konterte Umweltreferentin Alexa Zierl (ÖDP). Es mache einen Unterschied, ob ein Baum erst gepflanzt oder aber gefällt werde. „Das braucht 40 Jahre bis der wieder soviel CO2 speichern kann.“ „Wenn wir nicht mal in der Lage sind, eine einfache Baumschutzverordnung auf den Weg zu bringen, kann meine Generation einpacken. Die Hütte brennt“, appellierte Johanna Mellentin (Grüne) für Zustimmung.

Verwaltung auf Seite der Antragsteller

Unterstützung bekamen die Antragsteller von der Verwaltung. Solange es keine besseren Möglichkeiten gäbe, den Baumbestand in der Stadt zu schützen, wäre die Verordnung „ein gutes Instrument“, befand Landschaftsplanerin Kathrin Zifreund. Gerade die Städte heizten sich während der immer heißer werdenden Sommermonate auf, ergänzte Thomas Brückner (Grüne). Zudem seien Bäume außer CO2-Speicher und Schattenspender auch Lebensraum zahlreicher Tiere und Insekten.

Markus Droth (Freie Wähler) sieht dagegen in Bruck „kein flächendeckendes Problem. Große Rodungen erfolgten nur wegen des Eschensterbens oder der Arbeiten am Amperdamm.“ Und gegen illegale Rodungen wie in der alten Buchenau geschehen, helfe auch keine Verordnung, betonte Götz.

Kompromiss: Verordnung auf städtischen Flächen

Schließlich einigten sich die Gremien auf den von Zierl eingebrachten Kompromissvorschlag, die Verordnung zumindest auf städtischen Flächen anzuwenden. So dürfen Bäume ab einen Stammumfang von 60 Zentimeter gemessen auf einer Höhe von einem Meter nur noch in begründeten Ausnahmefällen gefällt werden und bei Neupflanzungen soll auf klimaresistente Arten zurückgegriffen werden.

Grünen wollen weiter kämpfen

Halbauer gibt sich trotzdem kämpferisch. Sollte der Stadtrat auf seiner nächsten Sitzung den gefassten Beschlüssen folgen, „werden wir, sobald die Mehrheitsverhältnisse es zulassen, es wieder versuchen und den Antrag neu einbringen. Da sind wir kämpferisch.“
Peter Fischer

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