In zwei Jahren werden die Stadtwerke FFB 120 Jahre alt - Von den Überlandwerken zum städtischen Eigenbetrieb

Hier liegt die geschichtliche Wiege für die Elektrizitätsversorgung im Landkreis: Das Wasserkraftwerk in Schöngeising, das 1892 als erstes kommunales Elektrizitätswerk in die bayerische Geschichte einging. Fotos: Dieter Metzler

Mit einem „Tag der offenen Tür“ feierten die Stadtwerke Fürstenfeldbruck am 21. August auf dem Gelände der Energiezentrale West am Fuchsbogen 50 die Umwandlung vom städtischen Eigenbetrieb in eine GmbH, die auf den Tag genau vor zehn Jahren, am 21. August 2000, erfolgte. Gleichzeitig vollendete auch der Geschäftsführer der Stadtwerke, Karl-Heinz Schönenborn, sein zehnjähriges Betriebsjubiläum.

„Das war genau die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt“, sagte Schönenborn rückblickend beim Pressegespräch im Brucker Rathaus. Als eigenständiges Unternehmen verfüge man über eine höhere Flexibilität, kürzere Entscheidungswege, und man könne sich an anderen Unternehmen und Großprojekten beteiligen. Auch Oberbürgermeister Sepp Kellerer (CSU) bezeichnete die Umwandlung der Stadtwerke in eine andere Rechtsform als einen bedeutsamen Schritt für die Weiterentwicklung des Betriebs. Ohne sie wäre die Entwicklung vom Energieversorger zum Energiedienstleister kaum möglich und bei Ausschreibungen von Aufträgen wären z. B. auch keine Nachverhandlungen möglich, so Kellerer. In zwei Jahren werden die Stadtwerke 120 Jahre alt, informierte der OB. Gegenüber Oskar von Miller, der 1892 das erste kommunale Elektrizitätswerk Bayerns in Schöngeising baute, woraus sich letztlich die Stadtwerke, damals noch die „Überlandwerke Fürstenfeldbruck“, entwickelten, leitete der Brucker Rathauschef die historische Verpflichtung ab, den Ausbau der regionalen, vor allem aber der umweltfreundlichen Energieerzeugung weiter voranzutreiben. „Unser Ziel lautet eines Tages völlig energieunabhängig zu sein“, so Kellerer. In den vergangenen zehn Jahren habe man die Umsätze von 27,5 Millionen auf 62,5 Millionen Euro steigern können, gleichzeitig habe man 59,5 Millionen Euro für Investitionen ausgegeben, gab Schönenborn eine positive Bilanz ab. Durch Rationalisierung und Outsourcing sank die Zahl der Mitarbeiter in den zurückliegenden zehn Jahren von 157 auf 145, teilte der Geschäftsführer weiter mit. Der Bau der Energiezentrale West zählt zu den herausragenden Projekten in der jüngsten Geschichte der Stadtwerke. Hier sind neben der Wärmeversorgung und ein Kälteverteilnetz auch die Notstromversorgung für einen ganzen Stadtteil und die dort ansässigen Unternehmen in einem Gebäude zusammengefasst. Die Anlage mit einer Leistung von drei Megawatt wird mit Biomasse befeuert, wodurch der Co2-Ausstoß jährlich in der Kreisstadt um 5600 Tonnen verringert werden konnte. Die zusätzlich auf dem Dach errichteten Photovoltaik-Segel wurden 2007 mit einem Architekturpreis des Bundesumweltministeriums ausgezeichnet. Durch die Kooperation mit einem Windanlagenbetreiber in der Nordsee sind die Stadtwerke ihrem Ziel einer 100 prozentigen umweltfreundlichen Energieerzeugung einen Schritt näher gekommen. Die Anlage soll ab 2011 Strom liefern. Bis auf acht Prozent stammt der derzeitige Energiemix, mit dem alle Haushalte und Kleingewerbe im Netzgebiet der Stadtwerke versorgt werden, aus regionaler bzw. Eigenerzeugung, berichtete Schönenborn. Sichergestellt werde dies durch die Beteiligung der Stadtwerke am Müllheizkraftwerk in Geiselbullach, an der Fernwärme-Gesellschaft in Bergkirchen und der Energie- Allianz Bayern. Trotz dieser Beteiligungen müssen die Stadtwerke aber immer noch 45 Prozent des Gesamtenergiebedarfs dazukaufen. Brucks OB hofft, dass sich noch während seiner Amtszeit die ersten Windräder im Stadtbereich bzw. im Landkreis drehen. Er habe diesbezüglich schon mit einigen Gemeinde-Bürgermeistern Kontakt aufgenommen, die durchaus ihre Bereitschaft signalisiert haben, so Kellerer. Immerhin würden ein bis zwei Windräder zwischen 3600 bis 4000 Haushalte mit Strom versorgen.

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