Pfrontener Kunstpreis geht nach Uttingen

Pfrontens Rathauschefin Michaela Waldmann (v.l.) mit dem BBK-Regionalvorsitzenden Hans Günter Stephan, der Preisträgerin Angelika Böhm-Silberhorn, der Sponsoren Hedwig und Reinhard Doser und dem zweiten Preisträger Dieter Schmidt vor dem Gewinnerbild. Foto: Knoll

Pfronten – Der diesjährige Kunstpreis der Gemeinde Pfronten ging kürzlich an die Malerin Angelika Böhm-Silberhorn aus Uttingen. Ihr Bild setzte sich gegen 51 andere Werke durch. Der diesjährige Sponsorenpreis des Gasthofs „Fallmühle“ sicherte sich der Fotograf Dieter Schmidt aus Kaufbeuren. 

Beide Auszeichnungen wurden kürzlich bei der Vernissage der Ausstellung „Kunst im Rathaus“ übergeben. Die ist noch bis Freitag, 3. Januar, im Pfrontener Rathaus zu sehen. Zum 19. Mal verlieh die Gemeinde zusammen mit dem Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Schwaben Süd diesen „gut dotierten Preis“ über 750 Euro, sagte einer der beiden BBK-Vorsitzenden des Regionalverbands Schwaben Süd, Hans Günter Stephan. „Die Stadt Füssen kann sich nur 500 Euro leisten und das auch nur für junge Künstler“, fügte er grinsend hinzu. Die derzeitige Kunstszene sei „vielgestaltig wie nie zuvor“. „Es sind kaum einheitliche Stilrichtungen erkennbar, alles ist möglich, alles ist erlaubt, jedes Material kann in der Kunst Verwendung finden“, so Stephan. Dies bemerkt man auch in der Ausstellung „Kunst im Rathaus“: Hier sind insgesamt 35 der eingereichten 52 Kunstwerke zu sehen, darunter Zeichnungen, Acryl- und Ölmalereien, Holzschnitte und Radierungen, Fotografien und reliefartige Objektbilder. Skulpturen sind hingegen nicht ausgestellt. Dafür habe der Platz gefehlt. 

Eine Art „Renaissance“ erlebe derzeit die Malerei, sagte Stephan. So entspreche die diesjährige Preisträgerin, Böhm- Silberhorn, mit ihrer „impressionistischen Malweise“ der zeitgenössischen Kunstentwicklung. Scheinbar willkürlich verteilte, bunte Ölkleckse – das sieht der Betrachter, wenn er direkt vor ihrem Bild „Leonhardiritt“ steht. Erst, wenn er ein paar Schritte zurückgeht, entstehen daraus Kamele, Pferde, ein Pfarrer, der die Tiere segnet und Kinder, die als Engel verkleidet auf einem Wagen stehen. So verglich Stephan Böhm-Silberhorns Werk auch mit den Kunstwerken von Lovis Corinth. Nur strahlt das Bild der Künstlerin eine „heiteren, unverkennbaren Bezug zum Leben und der Landschaft des bayerischen Voralpenlandes aus“, meinte der BBK-Vorsitzende. Dieses „farbenprächtige, barockes, lebensbejahende Grundgefühl“ während des Leonhardi-Umzuges in Utting 2012 habe die Künstlerin nach einer Aussage auch dazu inspiriert diese Szene zu malen. Dass ausgerechnet an ihrem Geburtstag eine „greislige Hauptstraße“ durch bunte Wagen, mildes Licht, fröhliche Menschen und Tiere zu „einem Paradies für ein paar Stunden“ wird, habe sie begeistert. 

Ein Bild schaffen, dass „mir was sagt“, das wollte auch der zweite Preisträger dieses Abends, Dieter Schmidt. Der Kaufbeurer erhielt den mit 500 Euro dotierten Sponsorenpreis von Hedwig und Reinhard Doser vom Gasthof Fallmühle für seine warmen Schwarz-Weiß-Fotografien vom Füssener Lechfall und dem Ultental in Südtirol. In Schmidts Fotos werden laut Stephan „sein künstlerischer Blick spürbar.“ Die Fotografien laden zum „längerem Betrachten ein und helfen uns zu differenzierterem Wahrnehmen der uns umgebenden Wirklichkeit“. Dabei setzt Schmidt statt auf digitale auf analoge Fotografie, da darauf ein größerer Detailreichtum sichtbar werde. So könnte der Betrachter auf dem Ultental-Foto sogar einen Hirsch im Wald entdecken, meinte der Kaufbeurer Fotograf. Auch die Grauabstufungen „sind anders“. Allerdings seien die Materialien „unwahrscheinlich teuer“, so der Kaufbeurer Fotograf. Zehn Filme kosten um die 270 Euro, ohne Entwicklung. „Da überlegt man sich, was man fotografiert“, sagt Schmidt. Wenn das Licht nicht passt, dann packt er auf seinen Fototouren die Ausrüstung gar nicht erst aus.kk

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