13 Soldaten unterstützen Landsberger Gesundheitsamt im Kampf gegen Corona

Füssener Gebirgsversorger helfen im Kampf gegen Corona

Zwei Soldaten in Schutzanzügen machen Corona-Tests
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Zwei Soldaten der 3. Kompanie aus Füssen bereiten die Corona-Abstriche an der Teststrecke in Penzing vor.

Füssen/Landsberg – „Macht Spaß und der Tag geht richtig schnell vorbei!“ Begeistert von ihrer Arbeit im Testzentrum Penzing auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorsts sind 13 Soldaten der 3. Kompanie des Füssener Gebirgsversorgungsbataillons 8. Diese unterstützen derzeit die Mitarbeiter des Landsberger Gesundheitsamtes beim Kampf gegen das Corona-Virus.

Zunächst ist die Abstellung bis Anfang Dezember geplant, um die Behörde bei der Kontaktverfolgung und Dokumentation von Kontaktpersonen zu entlasten.

Die Hilfe der 13 Soldaten hatte das Gesundheitsamt Landsberg am Lech als technisch-logistische Unterstützung beantragt, da die Anzahl an Neuinfektionen im Kreis Landsberg zu einem Arbeitsaufwand geführt hatte, der von den Behördenmitarbeitern nicht mehr zu bewältigen war. Schnell war eine Gruppe freiwilliger Soldaten des Gebirgsversorgungsbataillons 8 gefunden. Bereits am nächsten Tag konnten die 13 Freiwilligen vor Ort in ihre Arbeit eingewiesen werden.

Die Arbeit der Soldaten ist unterschiedlich. Ein Teil der Gruppe ist dafür zuständig, Kontaktpersonen telefonisch zu erreichen und mit diesen einen Termin für einen Corona-Test im Testzentrum Penzing zu terminieren. Die telefonisch erhaltenen Informationen müssen sie anschließend am PC dokumentieren. „Ist oft gar nicht so einfach, die Personen zu erreichen.

Zudem sprechen manche weder deutsch noch englisch. Aber wir finden schon Wege, um unser Anliegen zu formulieren“, erzählt ein Soldat. „Das längste Telefonat bei mir dauerte 52 Minuten. Wir bemühen uns, den Menschen unser Anliegen so einfach wie möglich zu erklären. Aber dass es viele Fragen gibt, ist uns ja auch klar.“

Diese neue besondere Situation verlangt den Zusammenhalt der Bevölkerung und auch Disziplin im Umgang mit den Hygienemaßnahmen. So sind die Soldaten an ihren neuen Computerarbeitsplätzen in den Räumen so weit verstreut wie möglich. Die Schreibtische stehen weit entfernt. Überall steht Desinfektionsmittel. Dass der soldatische Alltag fast so wie in einem Callcenter aussehen könnte, hätte wohl keiner von ihnen jemals gedacht.

Einsatz auf der Teststrecke

Ein weiter Soldat bereitet gerade Zettel mit Namen der zu testenden Personen vor und präpariert diese mit Barcodes: „Dann geht es nachher auf der Teststrecke schneller.“ Denn auch auf der Corona-Teststrecke sind die Helfer aus Füssen zur Stelle. Die Soldaten werden hier gebraucht, um die eingesetzten Ärzte durch administrative Tätigkeiten zu unterstützen.

Zum Beispiel bringen die Gebirgsversorgungs-Soldaten – natürlich ebenfalls in einem Schutzanzug – Namenszettel mit Barcodes an den Windschutzscheiben der Autos an, damit die Tester wissen, wer in dem Auto sitzt. Der Barcode wird schließlich vom Testhelfer auf die Probe geklebt, damit sie später der richtigen Person zu geordnet werden kann.

„Uns macht es viel Spaß. Die Leute, mit denen wir zusammenarbeiten, sind alle nett und deshalb ist es ein angenehmer Arbeitsplatz“, beschreibt einer der 13 Füssener Soldat die Arbeit in Penzing bei Landsberg.

Auch der Leiter des Teams, Dr. Manuel Müller-Hahl, findet lobende Worte für die Soldaten: „Wir haben nicht damit gerechnet, so schnell Unterstützung zu bekommen. Die Soldaten sind alle eifrig und hoch motiviert.“

Vielfältige Amtshilfen

„Wir sind da, wenn man uns braucht. Unser Motto ‚Wir dienen Deutschland‘ beschränkt sich eben nicht nur auf unseren Einsatz in Mali, wo sich derzeit knapp 80 Soldaten meines Bataillons befinden“, erläutert Bataillons-Kommandeur Oberstleutnant Sascha Müller. Das Motto seiner Truppe umfasse letztlich ein breites Spektrum bis hin zur Amtshilfe für Behörden. „Bislang unterstützten wir beispielsweise während der Schneelage vor zwei Jahren und auch bei aktuellen Herausforderungen der Corona-Krise“, so Müller weiter.

Die derzeitigen Hilfeleistungen der Bundeswehr im Kampf gegen das Corona-Virus haben ihre Grundlage im Artikel 35 Absatz 1 GG (gegenseitige Rechts- und Amtshilfe aller Behörden des Bundes und der Länder). Man spricht in diesem Kontext von „technischer Amtshilfe“.

kb

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