"Freunde des Prinzregentenbahnhofs" laden zur Info-Veranstaltung 

Bahnhofsfreunde hoffen weiter

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Erklärt, wie es womöglich gehen könnte: Der Vorsitzende der Bahnhofsgenossenschaft Leutkirch, Christian Skrodzki.

Füssen – Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit ist die Zeit der Wünsche. Die haben auch die „Freunde des Prinzregenten-Bahnhofs“, die noch ein lockerer Zusammenschluss von Bürgern sind, die sich für die Sanierung des Füssener Bahnhofs einsetzen.

Infolgedessen betonte Dr. Christoph Böhm vergangene Woche in einer Informationsveranstaltung im „Hotel Hirsch“: „Wir wünschen uns, mit Hubert Schmid ins Gespräch zu kommen.“ Dem Marktoberdorfer Bauunternehmer gehört wie mehrfach im Kreisbote berichtet der 1889 gebaute Bahnhof, den viele Bürger in seinem derzeitigen Zustand als eine Art Schandfleck für die Lechstadt ansehen. Von Seiten der Firma Hubert Schmid ist deshalb auch ein kompletter Abriss und anschließender Neubau der Station gegenüber dem Von Freyberg-Park geplant, wogegen sich jedoch Böhm und seine Mitstreiter wenden. 

Ihnen schwebt vielmehr eine Restaurierung „im Retrolook“ für das historische Gebäude vor. Vor knapp 90 Besuchern haben sie daher am vergangenen Mittwochabend den Vorsitzenden der Bahnhofsgenossenschaft Leutkirch, Christian Skrodzki, ausführlich darüber berichten lassen, wie Bürger der Stadt in Württemberg vor mehreren Jahren „ihren Bahnhof“ zuerst gekauft und schließlich umfangreich haben renovieren lassen. 

Dieses Ziel haben auch die Füssener „Freunde des Prinzregenten-Bahnhofs“, die sich als zukünftiger Verein dafür einsetzen wollen, das Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert „zu erhalten, zu sanieren und zu unterhalten“, wie Böhm erklärte. Dazu wolle man nicht den Weg der Konfrontation, sondern des Dialogs gehen, unterstreicht der Gymnasiallehrer, für den der Füssener Bahnhof „ein Stück Heimat“ bedeute, das jede Menge Atmosphäre habe. 

„Wir haben rechtlich keinen Einfluss“, unterstrich Böhm aber auch deutlich, dass die Bahnhofsfreunde letztlich möglicherweise allein auf den guten Willen Schmids angewiesen sein könnten, um ihr Vorhaben umsetzen zu können. Dieses sehe nach einem von Böhm vorgestellten Nutzungskonzept unter anderem die Installation einer Erlebnisbrauerei sowie die Einrichtung eines „Wartebereichs und Themencafés“ vor, was insgesamt dazu beitragen solle, dass man „mit dem Bahnhof eine Illusion“ verkaufen könne. 

Man wolle nicht zuletzt „erreichen, dass die Leute sagen, ,Neuschwanstein beginnt schon hierʻ“. Um das Realität werden zu lassen, haben die zehn Vorstandsmitglieder Böhm, Christine Ranke, Dr. Elke Fritsch-Metzger, Christine Fröhlich, Thomas Hugenschmidt, Werner Faltlhauser, Klaus Keller, Eberhard Wetzel, Hans-Martin Beyer und Dr. Gerhart Lernbecher bisher 18.000 Euro in einen gemeinsamen Topf gespendet, was laut Böhm als „Initialzündung“ fungieren solle, am Ende vielleicht genug Geld zusammen zu bekommen, um Hubert Schmid den Bahnhof doch noch abkaufen zu können.

lex

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